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Rakteten gehören für viele Menschen zu Silvester einfach dazu. Doch beim Abfeuern ist Vorsicht geboten.

Silvester

Ärztin und ein Kontrolleur über den Umgang mit Feuerwerk

An Silvester fliegen nicht nur Sektkorken: Für viele Menschen gehört Feuerwerk zum Feiern unbedingt dazu. Doch das Hantieren mit Raketen und Böllern kann gefährlich werden – gerade zu später Stunde, wenn es feuchtfröhlich wird. Experten warnen.

Eva Teichner hat in ihrem Leben viele Verletzungen gesehen. Schon von Berufs wegen. Schließlich ist sie Oberärztin in der Unfallchirurgie der Groß-Gerauer Kreisklinik. „Halligalli“ herrscht ihr zufolge dort an Silvester. „Ab Mitternacht kommt ein Patient nach dem anderen“, erzählt sie. Es sind vor allem junge Leute, die in die Klinik kommen – oftmals alkoholisiert. Mit dem Werfen von Böllern und Knallern wollen sie sich beweisen. Zum Teil wird der Böller dabei bewusst lange in der Hand gehalten – mit fatalen Folgen. Hände, in denen ein Böller explodiert ist, gehören an Silvester zu den am häufigsten behandelten Verletzungen. Nicht nur die Haut kann verbrennen, sondern auch Sehnen in Mitleidenschaft gezogen werden. „Es ist auch möglich, dass die Hand unbrauchbar wird“, warnt Teichner.

Besonders gefährdet ist zudem das Gesicht. Zum Beispiel, wenn jemand nach der Zündschnur schaut und der Feuerwerkskörper dann explodiert. Egal wo, falls sich jemand verletzt, sollte die Person ins Krankenhaus kommen. Das Verbinden der verletzten Stelle ist bei Verbrennungen den Ärzten zu überlassen. „Verbände können festkleben, deshalb besser ein Tuch um die Wunde wickeln“, rät Teichner.

Das Risiko, dass es überhaupt so weit kommt, lässt sich deutlich verringern, indem man nur zugelassene Feuerwerkskörper kauft, sagt Thomas Hagner, Kontrolleur beim Regierungspräsidium Darmstadt. Er warnt vor illegalen Feuerwerkskörpern und selbst zusammengebastelten Krachern.

Ferner empfiehlt der Fachmann in der Silvesternacht, eng anliegende Kleidung zu tragen, etwa damit nichts in den Kragen fliegen kann. Raketen gehörten zum Abschießen in eine Glasflasche, die müsse fest stehen und nicht umfallen können. Besondere Vorsicht sei auch auf Balkonen und Terrassen geboten: „Nicht dass dort der vertrocknete Weihnachtsbaum herumsteht und gelbe Säcke liegen.“ sw/red

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