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Das alte Gemeindehaus an der Matthäuskirche wird voraussichtlich von Mitte März an abgerissen.

Böllenseesiedlung

Ausschuss über Pläne für Mehrzweck-Gebäude an Matthäuskirche informier

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An der Matthäuskirche soll ein neues Gebäude entstehen, das mehrere soziale Einrichtungen unter einem Dach vereinigt. Das alte Gemeindehaus muss dafür weichen. Jetzt wurden die Pläne im Detail vorgestellt.

Torsten Regenstein sprach von einem „einmaligen Projekt“. Der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau stellte am Dienstagabend im Sozial-, Integrations- und Jugendausschuss die Pläne für das neue Nachbarschafts- und Familienzentrum in der Böllenseesiedlung vor.

Dort, wo momentan noch das Gemeindehaus der evangelischen Martinsgemeinde steht, sollen neben dem Büro des Nachbarschafts- und Familienzentrums auch eine Kindertagesstätte und der Verein für Jugendsozialarbeit „Auszeit“ Platz finden. Dazu kommen im Dachgeschoss neun geförderte Wohnungen für Senioren.

Zwei der Wohnungen mit einer Fläche von knapp 60 Quadratmetern sollen rollstuhlgerecht sein, die restlichen Wohnungen (etwa 45 Quadratmeter) immerhin barrierefrei. Vor dem Gebäude sind 18 Parkplätze plus Stellplätze für Fahrräder vorgesehen. Die Grundstücksgröße beträgt rund 3000 Quadratmeter.

Mit der evangelischen Kirche wurde ein Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen. Von der Kirche werden auch die Kita-Flächen gemietet, alles Übrige von der Stadt.

Finanzierung schwierig

In der Böllenseesiedlung, sagte Regenstein am Dienstag vor den Stadtverordneten, gebe es zwar viele Initiativen, doch eine zentrale Anlaufstelle habe bislang gefehlt. Die Pläne für das zwei- bis dreigeschossige Gebäude seien den Bewohnern des Viertels „nicht von oben aufgestülpt“ worden, sondern gemeinsam mit diesen gereift. Er habe noch nicht erlebt, dass es bei einem Projekt mit so vielen Beteiligten so großes Einvernehmen gegeben habe.

Der „Pferdefuß“ sei die Finanzierung. So belaufen sich die Gesamtkosten auf ungefähr sechs Millionen Euro. Etwaige Fördermittel kämen aus „verschiedenen Töpfen, die eigentlich für Kommunen bestimmt sind“, sagte der Gewobau-Chef. Zurzeit werde geschaut, wie die zuständige Bank das Geld auszahlen kann.

Und noch ein weiteres Problem ist offenbar ebenfalls nicht ausgeräumt: Bei der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, die im Zuge der nötigen Änderung des Bebauungsplans erforderlich wurde, schaltete sich das Landesamt für Denkmalpflege ein.

Denn die benachbarte Matthäuskirche aus dem Jahr 1956 ist geschütztes Einzelkulturdenkmal. In der Bauleitplanung sei es versäumt worden, die negativen Auswirkungen auf das Denkmal differenziert zu beschreiben, kritisierte das Landesamt.

Ein Gespräch diesbezüglich hat es dem Vernehmen nach am gestrigen Mittwoch gegeben. Die Gewobau wollte sich dazu allerdings nicht äußern und verwies auf die Stadtverwaltung, die ebenfalls mit Vertretern involviert gewesen sei. Sowohl die städtische Pressestelle als auch das Landesamt für Denkmalpflege waren bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Parlamentsabstimmung

Während seines Vortrags im Sozialausschuss betonte Gewobau-Geschäftsführer Regenstein, dass der Neubau nicht höher als die Kirche sein werde. Auch versprach er eine „zurückhaltende Farbgestaltung, um der Kirche die herausragende Lage am Böllenseeplatz einzuräumen“.

Einigen sich Denkmalschützer und Gebäudeplaner, steht dem neuen Bebauungsplan nichts mehr im Weg. Über den neuen Plan stimmen dann die Stadtverordneten in der nächsten Sitzung am Donnerstag, 7. Februar, ab.

Der Abriss des bisherigen Gemeindehauses beginnt voraussichtlich am 12. März und dauert bis zum 24. April. Geplanter Baubeginn ist Mitte Mai, Übergabe an die Nutzer Ende November. Mitte Dezember sollen die ersten Mieter in die Wohnungen einziehen können.

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