Verleihung des Integrationspreises: Renate Meixner-Römer, Okay Kocak, Udo Bausch, Ingrid Gönner, Gerrit Bohländer und Florian Haupt und Mohamed El Ghazi (von links). sura

Soziales

Von der Alten Synagoge bis zum Kulturverein

Auszeichnung für besonderes Engagement: Die Stadt Rüsselsheim hat den diesjährigen Integrationspreis verliehen. Darunter auch an den Leiter der Opel-Werksfeuerwehr.

Rüsselsheim-Bereits im zehnten Jahr verlieh die Stadt Rüsselsheim am Main den mit 2500,- Euro dotierten Integrationspreis mit dem Einzelpersonen wie auch beispielhafte Maßnahmen und Projekte, die sich für soziale Teilhabe, Partizipation und Gleichberechtigung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte einsetzen. Auch die Preisverleihung fand wegen Corona unter besonderen Schutzmaßnahmen statt. Nur wenige Gäste waren eingeladen. Dennoch sei die Auszeichnung so wichtig, dass er auch in dieser besonderen Phase verliehen werden müsse, sagte Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos).

17 Vorschläge nach Ausschreibung

Denn das Thema Integration sei wichtig für die Stadtgesellschaft von Rüsselsheim. Vielfalt werde der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt zugutekommen. Stadträtin und Juryvorsitzende Renate Meixner-Römer (SPD) berichtete, dass in den vergangenen Jahren 41 Personen, Vereine und Projekte ausgezeichnet wurden. Die Resonanz auf die Ausschreibung im Frühjahr sei positiv gewesen. 17 Bewerbungen und Vorschläge seien eingegangen. Dies zeige auch, dass ehrenamtliches Engagement ein wichtiges Kriterium sei. Der Gesamtbetrag von 2500 Euro wurde in diesem Jahr aufgeteilt, da die Jury vier Bewerbungsvorschläge auszeichnet.

Die "Stiftung Alte Synagoge" erhielt 1000 Euro für langjährige wertvolle Arbeit und Pflege des interkulturellen Dialogs. Besonders erwähnte Meixner-Römer die Arbeit mit Schulen und Schulklassen, um Akzeptanz und Dialog zu fördern.

1000 Euro erhielt auch der "Islamische Kulturverein Rüsselsheim", der sich Anfang der 1980er Jahre aus einer Gruppe muslimischer Opelmitarbeiter zusammentat, die nach geeigneten Räumlichkeiten für das gemeinsame Gebet suchten. Im Laufe der Jahre erweiterte sich der Verein zu einer Begegnungsstätte, nimmt regelmäßig an Veranstaltungen wie dem Tag der offenen Moscheen und dem interkulturellen Friedensgebet teil. Der Verein mit seiner Moschee im Hasengrund, zeichnet sich durch seine ausgeprägte interkulturelle Öffnung aus, so Meixner-Römer. Mohamed El Ghazi, der stellvertretend für den Verein sprach, sagte, das Ziel sei erreicht. "Nun wird nicht mehr über uns, sondern mit uns gesprochen." Neben den beiden Einrichtungen bekamen auch zwei engagierte Einzelpersonen mit jeweils 250, Euro den Integrationspreis überreicht. Ingrid Gönner engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in Stadtteilprojekten des Kinderschutzbundes im Dicken Busch. Meixner-Römer bezeichnete sie als "Botschafterin für gemeinschaftliches Miteinander" und sprach ihr großes Einfühlungsvermögen zu.

Seit 43 Jahren in Rüsselsheim

Der türkischstämmige Okay Kocak bekam ebenfalls den Integrationspreis zugesprochen. Seit 43 Jahren lebt er in Rüsselsheim, ist ausgebildeter Brandinspektor und übernahm die Leitung der Opel-Werksfeuerwehr. Ehrenamtlich ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr in Königstädten tätig, wo er sich für die Anwerbung junger Menschen mit Migrationshintergrund in die Feuerwehr einsetzt. Seit 23 Jahren ist Kocak Mitglied im Ausländerbeirat und als Richter beim Sportgericht tätig. Meixner-Römer sagte über ihn, er sei "Vorbild für zugewanderte Menschen, die hier ihre Wurzeln geschlagen haben." Von Susanne Rapp

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare