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Fahrrad, Fahrradweg, Rüsselsheim

Mobilität

Alternativen zum Automobilverkehr: Bessere Bedingungen für Radfahrer

Bei ihrer Mitgliederversammlung besprachen die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen, wie Elektromobilität in Rüsselsheim vorangebracht werden kann.

Der Ausbau des Radwegenetzes in und um Rüsselsheim liegt Michael Tönsmann am Herzen. Der Direktkandidat der Grünen für die Landtagswahl betonte, dass die wachsende Nachfrage nach Elektromobilität und damit auch nach E-Bikes mehr als eine Trend-Erscheinung bei Senioren sei: Es eröffneten sich viel mehr neue Möglichkeiten im Individualverkehr – wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Dazu stellte er bei der Mitgliederversammlung der Grünen Pläne und Ideen vor, die gemeinsam mit der Rüsselsheimer Radverkehrsbeauftragten Brit Scherer und dem Verein Energiewende ausgearbeitet wurden.

Um neue Gruppen wie Pendler anzusprechen und sie zum Umstieg aufs Fahrrad zu bewegen, müsse eine ähnlich gute Infrastruktur geschaffen werden, wie es sie für Autofahrer gebe. Das bedeute in der Konsequenz, dass in sichere, breitere und kreuzungsfreie Radwege investiert werden solle.

Als eine erste konkrete Forderung nannte Tönsmann eine Radschnellverbindung in die Rüsselsheimer Innenstadt und zum Bahnhof vom Bauschheimer Neubaugebiet Eselswiese aus. Auch ein Fahrradparkhaus am Rüsselsheimer Bahnhof zur sicheren Unterbringung von E-Bikes und Drahteseln solle den Umstieg attraktiver machen. Er monierte außerdem ein veraltetes Radverkehrskonzept der Stadt, das unter dem Aspekt des wachsenden Verkehrsaufkommens mit E-Bikes neu konzipiert werden müsse. Details könnten aber erst ausgearbeitet werden, wenn sich auf ein konkretes Ziel geeinigt worden sei.

Radverkehrsbeauftragte Scherer hob hervor, dass Geh- und Radwege nicht vermischt werden sollten. Auch der Autoverkehr müsse nicht weichen, da automatisch Platz geschaffen werde, wenn die Leute aufs Rad umstiegen.

Zur finanziellen Umsetzung der Pläne könnten Förderprogramme vom Land herangezogen werden, die nach einer politischen Entscheidung beantragt werden können. Diese sollen dann zur Entwicklung und zur Planung von Konzepten genutzt werden. Mit dem Geld dieser Fördermittel blieben nur 30 Prozent der Kosten der Stadt überlassen, die anderen 70 Prozent übernehme das Bundesland.

Kritisch diskutiert wurde zudem, wie man damit umgehen wolle, dass Rüsselsheim besonders durch den Autobauer Opel geprägt ist. Dieser schafft zahlreiche Arbeitsplätze in der Region und müsse daher in das Projekt mit einbezogen werden. Tönsmann und Scherer betonten an dieser Stelle, dass die Pläne nicht gegen das Auto gerichtet seien. Man wolle die Interessen unterschiedlichster Verkehrsteilnehmer – vom Fußgänger bis zum Autofahrer – zusammenbringen. Dabei sollten strukturelle Bedingungen geschaffen werden, die Alternativen zum Automobilverkehr eröffneten.

Einige Mitglieder waren der Ansicht, dass sich die Autoindustrie in den vergangenen Jahren durch Skandale und Fehlverhalten selbst am meisten geschadet habe. Außerdem waren sich die Anwesenden einig, dass nicht nur am Ausbau der Radwege gearbeitet sollte. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sollten besser ausgebaut und attraktiver für die Bürger werden.

Um besonders für Pendler verstärkte Anreize zu schaffen und für sie eine noch größere Attraktivität des Fahrrads zu erreichen, solle landesweit gedacht und der Ausbau der Radwege flächendeckend gefördert werden. Anwesende aus Raunheim begrüßten die Idee, dabei mit anderen Kommunen zusammenzuarbeiten.

Die Mitglieder selbst waren im Übrigen zur Hälfte zu Fuß oder mit dem Rad zur Versammlung gekommen, die anderen mit dem Auto.

Auch die aktuelle politische Situation wurde von den Mitgliedern ausführlich besprochen. Als Grüne wolle man ein langfristiges Vertrauen in die politischen Organe schaffen. Dafür werde sich um einen sachlichen Ton bemüht. Inhalte sollten im Wahlkampf im Vordergrund der Debatten stehen.

Sprecher Christian Vogt wiederholte, dass die gesamte Fraktion die Entscheidung Dennis Griesers unterstütze, für die Grünen erneut als Bürgermeister zu kandidieren. Dieser betonte in seiner Ansprache, wie wichtig Lokalpolitik sei, da die Menschen diese in ihrem täglichen Leben spürten.

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