Politik

Ambitionierte Pläne für die Zukunft

Die Innenstadt entwickeln, die Straßenbeitragssatzung abwehren und mehr Wohnraum schaffen – das sind Themen, die Nils Kraft angehen will. Dafür strebt er eine weitere Amtszeit an.

Sechs Jahre sind ins Land gezogen, seit Nils Kraft (SPD) das Baudezernat der Stadt Rüsselsheim übernommen hat. Und auch er selbst wundert sich darüber, wie schnell diese Zeit vorübergezogen ist: „Es war hier nicht langweilig“, sagt er. Und das soll es auch in den nächsten Jahren nicht werden: Der 41-Jährige will in der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag erneut zum Dezernenten gewählt werden. Und das nicht nur, weil er glaubt, das „schönste Dezernat im Rathaus“ zu betreuen, sondern weil er noch viel vor hat in der Stadt.

Rund 60 Millionen Euro seien in den vergangenen Jahren im gesamten Stadtgebiet von Rüsselsheim verbaut worden, sagt er. Dazu zählen vornehmlich die Planung und der Bau von Kindertagesstätten und auch vermeintlich kleinere Projekte wie die Restaurierung der Mühle im Stadtpark. Und, na klar, auch die großen und teuren Sanierungs- und Bauprojekte an der Alexander-von-Humboldt-Schule und der Sophie-Opel-Schule. „Das würde ich als Dezernent natürlich gerne zu einem Abschluss bringen“, sagt Niels Kraft.

Im Februar wurde sein Dezernat jüngst erweitert: Neben dem Tiefbauamt, der Bauaufsicht und der Gebäudewirtschaft kümmert sich Kraft von nun an auch um den prestigeträchtigen Bereich Umwelt und Planung sowie das Amt für den Brandschutz. „Das macht Sinn, dass diese Ämter nun in einem Dezernat zusammengeführt werden. So können Entscheidungen schneller getroffen werden“, sagt er.

Eine große Herausforderung für sich sieht der Dezernent in der nachhaltigen Entwicklung der Rüsselsheimer Innenstadt. Er macht keinen Hehl daraus, dass im Zuge des Hessentags viele Chancen verspielt worden seien. „Es gab nur ein knappes Zeitfenster, in dem viele wichtige Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden mussten“, sagt er.

Es sei in dieser Zeit nicht über strukturelle Veränderungen gesprochen worden, die die Stadt nach vorne und positiv verändert hätten. „Die Party war super, keine Frage. aber die baulichen Maßnahmen hätten besser sein können.“ Es habe Hektik gegeben. Zudem sei mit vielen Betroffenen, wie etwa den Marktbeschickern des Marktplatzes, nicht gesprochen worden.

Für die Innenstadt seien viele Ideen im Umlauf, nun komme es darauf an, einen Fokus zu setzen: „Der Innenstadt-Diskurs ist ein gutes Instrument mit Signalwirkung“, sagt er.

Doch müsse jetzt ein Abgleich mit den Entwicklungen des Opel-Altwerks erfolgen. Eine spannende Aufgabe, die das Gesicht Rüsselsheims über Jahre hinweg prägen wird.

Nils Kraft ist der Überzeugung, dass Rüsselsheim die Grundvoraussetzungen für eine attraktive Innenstadt hat: Grünflächen sind da, der Main habe auch eine große Anziehungskraft. Nun müsse Wohnraum in der Innenstadt entwickelt werden. Eine schwierige Aufgabe, der er sich stellen will: „Urbanität für Rüsselsheim entwickeln.“ Dafür wünscht er sich in den nächsten Jahren eine positiv-kritische, aber keine polemische Begleitung der Bauprojekte durch Politik und Öffentlichkeit.

Zum wohl zentralen Job in den nächsten Monaten könnte sich für ihn die Abwicklung der Straßenbeitragssatzung mausern. „Ich halte die Satzung für eine Ungerechtigkeit“, sagt Nils Kraft. Er hoffe, dass sie Thema im Wahlkampf werden wird und sie in Rüsselsheim nicht eingeführt werden muss.

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