Spektakulär: Mit einem Amphibienfahrzeug wird die Lache entschlammt.
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Spektakulär: Mit einem Amphibienfahrzeug wird die Lache entschlammt.

Gewässer in Raunheim

Amphibienfahrzeug fräst Sohle von Lachebecken aus

Damit die Lache dauerhaft als Aufnahmebecken für das Oberflächenwasser genutzt werden kann, muss sie regelmäßig entschlammt werden. Ein Amphibienfahrzeug fräste jetzt den Schlamm von der Sohle des Gewässers.

Ein Amphibienfahrzeug mit einer Auslegerfräse liegt auf der Lache. Unter der Wasseroberfläche rumort es gewaltig. Das Wasser schäumt und blubbert. Es ist aufgewühlt von Schlamm.

Um die Lache zu entschlammen steuert Markus Beiten vom gleichnamigen Gewässerdienst das 1,6 Tonnen schwere Ungetüm mit einem Tiefgang von nur 40 Zentimeter durch das Wasser und bedient die Fräse. Die rotierenden Schneideblätter führen die von der Sohle des Gewässers gelösten Sedimente einem angeschlossenen Rohr zu. Zugleich wird Wasser in das Rohr gepumpt, damit sich die Ablagerungen beim Transport nicht an den Rändern absetzen und es am Ende noch verstopfen. „Auf einen Kubikmeter Sedimente kommen anderthalb bis zwei Kubikmeter Wasser“, erklärt Eckhard Funck, Projektleiter der Firma UD Umweltdienste aus Bad Hersfeld.

Das Unternehmen entschlammt in diesen Tagen gemeinsam mit dem Gewässerdienst als Partner das Lachebecken C, das sich in Höhe der beiden Sporthallen der Anne-Frank-Schule befindet. Am Freitag sollte die Entschlammung nach vier Tagen abgeschlossen werden. Danach wird das Amphibienfahrzeug an der Wildtränke beim Wohnquartier „In den Birken“ eingesetzt, informiert Jochen Brune, der im Rathaus den Fachdienst Infrastruktur leitet. Die Stadt kosten beide Einsätze insgesamt rund 80 000 Euro.

Schlamm und Wasser werden durch das Rohr zu einem sogenannten Separateur gepumpt. Diese Maschine trennt nicht nur Schlamm und Wasser, sondern siebt den Schlamm auch durch. Zunächst bleiben Teile, die größer als fünf Millimeter sind, in einem Sieb hängen. Ein zweites Sieb fängt Teile auf, die größer als 0,5 Millimeter sind. Alles was kleiner ist, wird mit dem Wasser wieder in die Lache zurückgeführt. Insgesamt wird der Bagger 800 Kubikmeter Schlamm aus dem Lachebecken geholt haben. Den aufgefangenen Schlamm übernimmt das Kiesabbauunternehmen Dreher am Waldsee.

 

„Die Lache ist eine abwassertechnische Einrichtung“, erläutert Brune. Denn die insgesamt vier Becken nehmen das Oberflächenwasser des Gebietes südlich der Bahn auf. Deshalb sei die Stadt gehalten, die Lache zu unterhalten. Soll heißen: Die alten Mainarme müssen regelmäßig entschlammt werden.

Allerdings sind die Abstände sehr groß. In dem Becken C sei letztmals

vor zehn Jahren

der Schlamm entfernt worden, berichtet der Verwaltungsmitarbeiter.

Die Lache als Retentionsraum muss genügend Volumen haben, um das Oberflächenwasser aufnehmen zu können. Das Becken ist etwa 200 Meter lang, fünf bis fünfzehn Meter breit, 1,50 Meter tief und hat eine Wasseroberfläche von etwa 2 000 Quadratmetern. Brune rechnet vor, dass es rund 3 000 Kubikmeter Wasser fasst.

Wenn die

Kapazität

sgrenze des Lachebeckens erreicht ist, läuft das Wasser über einen Schweller in Kanäle zu einer Pumpstation an der Schule. Von dort fließt es über ein Grabensystem zur Horlache.

 

Aber dieses Gewässer kann ebenfalls nicht unbegrenzt Wasser aufnehmen, weil es auch das Oberflächenwasser aus den angrenzenden Gebieten der Nachbarstadt Rüsselsheim auffängt.

Sandeinträge, Laub aber auch Schmutz von den Verkehrsflächen lassen die Lache mit der Zeit verschlammen. Nicht nur, dass sich damit die Aufnahmekapazität verringert. Das Wasser wird faulig und der Sauerstoffgehalt verringert sich. Vor drei Jahren hat die Stadt das Lachebecken D noch mit einem Bagger entschlammen lassen. Das war aber aufwendiger und weniger umweltschonend. „Wir brauchten damals eine Baustraße und Stahlplatten am Ufer, das war ein massiver Eingriff in die Natur“, berichtet Brune.

Die Stadt hat übrigens auch die Brut- und Setzzeit berücksichtigt und begann mit den Arbeiten deshalb erst nach dem 1. Oktober. Der Arbeitsbeginn sei mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt worden, betonte Brune.

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