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Der Chefsessel im Rüsselsheimer Rathaus wird voraussichtlich im September dieses Jahres neu vergeben.

Oberbürgermeisterwahl in Rüsselsheim

Amtsinhaber startet Wahlkampf ums Rathaus - Konkurrenz noch ohne Kandidat

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Allein auf weiter Flur ist bislang noch Amtsinhaber Patrick Burghardt (CDU) im Wahlkampf um den OB-Posten, der im zweiten Halbjahr 2017 neu vergeben wird. Lange soll das nicht mehr so bleiben, die Kandidatensuche anderer Listen läuft auf Hochtouren.

Für Patrick Burghardt (CDU) hat er längst begonnen, der Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters (OB) der Stadt Rüsselsheim. Voraussichtlich am 19. September, zeitgleich mit der Bundestagswahl, werden die Rüsselsheimer in diesem Jahr wieder darüber abstimmen können, wer künftig den Chefsessel im Rathaus einnimmt. Amtsinhaber Burghardt ist bislang der einzige Kandidat – was ihn allerdings nicht davon abhält, schon jetzt kräftig die Werbetrommel in seinem Sinne zu rühren.

Der amtierende OB setzt dabei auf die sozialen Medien und startet den Wahlkampf im Internet mit einer Videoserie, deren erster Teil in der ersten Januarwoche über sein Facebook-Profil veröffentlicht wurde. Das Video zeigt den Rathauschef dort, wo er auch gern weiterhin sitzen würde, am Schreibtisch im OB-Büro. Burghardt skizziert in knappen Worten den Weg zur erneuten Kandidatur, von der persönlichen Entscheidung, die er gut durchdacht habe, über die Nominierung durch die CDU Rüsselsheim bis hin zur Einreichung der Unterlagen und deren Prüfung durch das zuständige Amt. „Mir ist es wichtig, Sie mitzunehmen auf dem Weg zur Wahl“, spricht der OB die Adressaten des Videos direkt an. Mehr als 3500 Mal wurde es bislang angesehen.

Während Burghardt so schon jetzt hofft, die ersten Wählerstimmen auf seine Seite ziehen zu können, tut sich die politische Konkurrenz derzeit noch immer schwer damit, Gegenkandidaten zum Amtsinhaber in die Startblöcke zu bringen. Allen voran die SPD.

Die musste zwar wie auch die CDU mit Stimmverlusten aus der Kommunalwahl im vergangenen Jahr leben, in der Folge gelang es den Genossen jedoch, ihre Position im Stadtparlament zu stärken. Einen spürbaren Effekt auf die Kandidatenfindung scheint dies aber nicht zu haben. Die Fraktion im Stadtparlament wurde stark verjüngt, doch von den neuen Kräften hegt zumindest derzeit noch niemand Ambitionen auf das Amt des Oberbürgermeisters. SPD-Vorsitzender Nils Kraft hält sich bezüglich einer möglichen Kandidatur seiner eigenen Person noch bedeckt.

Wie Kraft sich verhalten wird, hängt auch stark davon ab, wie die weiteren Gespräche verlaufen, die die SPD führen will. Dem Vernehmen nach sind die Sozialdemokraten noch auf der Suche nach einem passenden Anwärter, allerdings nicht in Rüsselsheim.

Die SPD hat ihre Fühler nach Kandidaten ausgestreckt, deren Namen noch unbelastet von den politischen Grabenkämpfen der vergangenen Jahren sind. Mehrere Rathauschefs anderer Kommunen sollen angesprochen worden sein, welche sich aber noch

Bedenkzeit erbeten

haben. Sagt von diesen Kandidaten am Ende niemand zu, könnte es sein, dass Kraft selbst doch noch seinen Namen in den Ring wirft.

Nicht ausgeschlossen ist, dass auch noch andere politische Kräfte in Rüsselsheim in das Rennen um den OB-Schreibtisch einsteigen. Wie sich die Bündnispartner der SPD im Stadtparlament verhalten, wird maßgeblich von deren Kandidatenwahl beeinflusst werden. Im Bündnispapier von SPD, Grünen, WsR und Linken/Liste Solidarität werden jeweils eigene Kandidaten nicht ausgeschlossen.

Und so wollen etwa die Grünen auch nicht ausschließen, selbst einen Bewerber aufzustellen. „Wir haben einen Gestaltungsanspruch und sehen Defizite in der Amtsführung. Da sind wir selbstbewusst genug, um zu sagen, dass wir auch einen eigenen Kandidaten definitiv nicht ausschließen“, sagt Grünen-Chef Christian Vogt. Ob der dann aus Rüsselsheim komme oder ein Auswärtiger sei, könne er noch nicht sagen. Aber auch die Unterstützung eines Kandidaten einer anderen Liste sei denkbar. „Es kann auch von Vorteil sein, gemeinsam in einen solchen Wahlkampf zu gehen.“ Grundsätzlich würde ein echter Wettbewerb um den Posten der Stadt gut tun, meint Vogt. „Wir wollen die offenen Fragen im ersten Quartal dieses Jahres klären, um dann mit einem guten Zeitplan in den Wahlkampf zu gehen“, skizziert der Grünen-Vorsitzende den weiteren Zeitplan.

Einen ähnlichen Zeitplan skizziert auch Joachim Walczuch von der Liste „Wir sind Rüsselsheim“ (WsR). „Es gibt Bestrebungen im Bündnis, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden“, bestätigt er. Gerüchte, nach denen die WsR selbst schon recht aktiv auf der Suche nach einem eigenen Kandidaten sein soll, will Walczuch nicht kommentieren. „Was da in der Gerüchteküche kursiert, ist teilweise sehr mutig, etwas Stimmiges habe ich da aber noch nicht gehört.“

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