200 Tonnen Asbest werden entsorgt

Anbauten des TIGZ werden bis Ende des Jahres abgerissen

Bis Ende des Jahres werden die beiden Anbauten des TIGZ-Gebäudes in Gustavsburg abgerissen. Damit werden 10 000 Quadratmeter frei, die die Abfall-Wirtschafts-Service GmbH als Eigentümerin des Areals vermarkten will.

Wer die Ginsheimer Straße entlang fährt, dem fällt mit Sicherheit das ehemalige MAN-Verwaltungsgebäude auf. Der eindrucksvolle Bau dokumentiert noch heute, welche Bedeutung MAN einmal für Gustavsburg und die Region hatte. MAN ist in Gustavsburg längst Geschichte. Ins ehemalige Verwaltungsgebäude, das unter Denkmalschutz steht, sind unter dem Dach des Technologie-, Innovations- und Gründungszentrums (TIGZ) zahlreiche Unternehmen gezogen.

Was das imposante Verwaltungsgebäude erfolgreich verdeckt hat: In den sechziger Jahren ließ MAN einen sechsstöckigen, architektonisch zweckmäßig gestalteten Anbau mit Tiefgarage errichten und mit dem historischen Bau verbinden. Ebenfalls im Hintergrund wurde etwas abseits das wesentlich kleinere Rechenzentrum gebaut, das 1983 traurige Berühmtheit erlangte. Denn die linksgerichtete Terrorgruppe „Revolutionäre Zellen“ verübten am 20. September auf das Rechenzentrum einen Bombenanschlag, bei dem ein erheblicher Sachschaden entstand.

35 Jahre später geht es dem Rechenzentrum und dem Verwaltungsanbau ganz legal an den Kragen. Denn nach vielen Jahren des Leerstands lässt die kreiseigene Abfall-Wirtschafts-Service (AWS) GmbH beide Gebäude abreißen. Dazu hat die AWS das Areal samt der beiden Gebäude erworben. Ankauf und Abriss schlagen nach Auskunft von AWS-Geschäftsführer Stefan Metzger mit rund einer Million Euro zu Buche. „Das frei werdende Areal werden wir vermarkten“, teilte Geschäftsführer Metzger bei einer Baustellenbesichtigung mit.

Doch bis es dazu kommt, mussten erst einmal die schadstoffhaltigen Baumaterialien fachgerecht entfernt und entsprechend entsorgt werden. „Wir reden hier von rund 200 Tonnen Asbest“, ergänzte Thomas Eckert, Geschäftsführer des gleichnamigen Abrissunternehmens aus der Nähe von Tauberbischofsheim. Seit Mai waren rund 15 Mitarbeiter seines Unternehmens damit beschäftigt, das Asbest zu entfernen. „Selbstverständlich wurde beim Abtragen des Asbest dafür gesorgt, dass für die im TIGZ arbeitenden Menschen keinerlei Gefahr ausging“, bekräftigten Metzger und Eckert.

Die Schadstoffsanierung ist jetzt weitgehend abgeschlossen. Bald können die Bagger anrollen und die beiden Gebäuden sukzessive abreißen. „Auch dabei sollen die Belastungen für das TIGZ so gering wie möglich gehalten werden“, so Metzger weiter, der die TIGZ-Mitarbeiter inzwischen informiert hat. Dabei werden die Maschinenführer des Abbruchunternehmens auch auf einen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg stoßen, den die MAN-Verantwortlichen einfach hatten stehen und in das damals neue Verwaltungsgebäude mehr oder weniger gelungen integrieren lassen. „Sollte der Meißel den Bunker nicht schaffen, müssen wir mit etwas Sprengstoff nachhelfen“, lässt Abbruchexperte Eckert keinen Zweifel daran, dass auch von diesem naturgemäß robusten Gebäude bald nichts mehr übrig sein wird.

Spätestens mit Beginn des neuen Jahres verfügt die AWS damit über ein rund ein Hektar großes Areal, das vermarktet werden soll. Da es in einem Industriegebiet liegt, kommt nur eine gewerbliche Nutzung infrage, auf keinen Fall eine Wohnbebauung.

Möglich gewesen wäre, hier das neu zu bauende Gustavsburger Bürgerhaus errichten zu lassen, zumal die Jahrzehnte lang diskutierte und geplante Bahnunterführung in absehbarer Zeit realisiert wird. Doch nach den aktuellen Plänen soll das Bürgerzentrum im Ortskern von Gustavsburg gebaut werden. Metzger ist allerdings optimistisch, dass das frei gewordene Areal nicht lange brach liegen wird.

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