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Andreas Heinl ist Haustechniker in den Opelvillen

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Bevor Besucher der Opelvillen die reich gedeckte Tafel der Kunst genießen können oder bevor sie in der angegliederten Villa Wenske Hochzeit feiern, gibt es jede Menge Arbeit. Andreas Heinl (52) ist Haustechniker und „gute Seele“ der Opelvillen.

Andreas Heinl feiert im Stillen einen runden Geburtstag, auf den er stolz ist: Seit zehn Jahren ist er Haustechniker der Opelvillen. Er sagt: „Die Arbeit macht Spaß.“

Ein großer Satz, achtsam ausgesprochen. Wir treffen den glücklichen Handwerker in den Räumen der Opelvillen, wo mit Eifer die neue Ausstellung vorbereitet wird. Am 29. April ist Vernissage der Schau mit analogen Amateurfotografien („Die reine Leidenschaft“), die von künstlerischen Nachfahren wiederentdeckt wurden und hier erstmals als rohe, unbearbeitete Dokumente ihrer Zeit öffentlich gezeigt werden.

Heinl weist auf grün grundierte Wände. Die hat er nach einer Skizze der Tochter eines moldawischen Fotografen verziert, unter Anfertigung einer Schablone mit bronzenem Rankenmuster. „Drei volle Tage konzentrierte Arbeit“, sagt Heinl, während er die Stehleiter neu postiert. „Meine Arbeit in den Opelvillen ist vielseitig und meine Devise heißt: Es gibt immer eine Lösung“. Ein Faible für filigranes und schönes Dekor bringt der Haustechniker aus seinem Ausbildungsberuf mit.

Aus der Backstube

Heinl ist eigentlich Konditormeister, doch sei er durch seine Frau Monika, Verwaltungsangestellte der Opelvillen, langsam in die Arbeiten des Hauses der Kunst hineingewachsen, erzählt er. „Andreas, kannst du mal helfen?“ Die Standardfrage bezog sich häufig auf Reparaturen, die in dem 1931 / 32 erbauten Herrenhaus sowie in der Villa Wenske von 1916 nie abreißen. „Ich war anfangs also eher im Untergrund hier tätig, bevor ich meinen Brot- und Butterjob dann an den Nagel hängte“, berichtet Heinl. Kuchen und Torten würden jetzt nur noch daheim gebacken.

Die Kuratorin der Opelvillen, Beate Kemfert, ist froh, in Heinl einen Handwerker gefunden zu haben, auf den sie bauen kann: „Vom Rollladen bis zur Glühbirne, jedwede Technik, die gerade wieder nicht funktioniert, sowie die Logistik von Hochzeiten und Veranstaltungen jenseits der Kunstausstellungen, Besprechung von Baumaßnahmen und Instandhaltung – auch des Außengeländes: Andreas Heinl ist die gute Seele des Hauses“, sagt sie.

Kein Außenstehender ahne, welche Arbeit hinter dem stilvollen Ambiente stecke, so Kemfert. „Dafür braucht es ein gutes Team. Wir sind ein kleines Haus mit schmalem Budget und jeder Künstler will das Optimum herausholen.“

Begleitet Rundgang

Haustechniker Heinl begleite auch den Rundgang mit Künstlern oder Restauratoren: „Raum für Raum wird abgeschritten und die Hängung geplant.“ Heinl „baue“ sich dann sein Team zusammen. Er sagt: „Wir haben einen Pool aus Bewachungskräften der Opelvillen, aus Helfern des Hauses. Der eine ist gut, wenn’s um geduldiges Kleben geht, der andere, wenn’s um den Bau von Vitrinen geht.“

Bei diffizilen Aufbauten kämen externe Kräfte dazu, und manchmal müsse Auf- und Abbau einer Ausstellung von Fachleuten begleitet werden. „Frau Doktor ist für uns immer erreichbar, falls was zu klären ist – auch wenn’s abends 23 Uhr ist“, skizziert Heinl die vertrauensvolle Beziehung zur Kuratorin.

Und noch etwas immens Wichtiges gehört zu seinen Aufgaben: Die Umsetzung dessen, was Künstler wünschen. Er sagt schmunzelnd: „Künstler haben Visionen. Wir müssen dann die Machbarkeit besprechen.“ Auch darin habe Heinl eine feine Art, sagt Kemfert. „Geduld ist wichtig, oft gehört Umdisponieren dazu. Mancher Aufbau ist eine Riesenherausforderung.“ Heinl ergänzt: „Manchmal bin ich auch Bodyguard oder Chauffeur der Künstler. Es gibt verschiedenste Charaktere. Aber ich denke, ich kann das, das Eingehen auf jeden.“ Immer das Optimum rauszuholen, sei sein Ziel.

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