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Noch werden die Schüler der Sophie-Opel-Schule in Containern unterrichtet. Diese Zwischenlösung ist bald Geschichte.

Parkproblem in Rüsselsheim

Appelle gegen „Eltern-Taxis“

Die Bauarbeiten für die Sophie-Opel-Schule können bald starten. Doch wurde auch an die Sicherheit der Kinder gedacht?

Jeden Morgen spielen sich vor den Toren vieler Schulen chaotische Szenen ab: Eltern umkurven Busse, parken Gehwege zu, fahren über Verkehrsinseln, um ihre Kinder möglichst nah vor den Toren der Schule abzuliefern. Diese „Eltern-Taxis“, gesteuert von sogenannten Helikoptereltern, sind ein Dorn im Auge vieler Lehrer und Politiker. Der Straßenverkehr wird gefährdet, der Parkdruck nimmt zu, Pädagogen sprechen von einer „Katastrophe für die Eigenverantwortung der Kinder“.

Auch in Rüsselsheim ist dieses Phänomen nicht unbekannt, und Politiker befürchten, dass sich die Situation während der Baumaßnahmen an der Sophie-Opel-Schule und der Alexander-von-Humboldt-Schule weiter zuspitzt. Die Rüsselsheimer CDU stellte zu diesem Thema einen entsprechenden

Fragenkatalog

zusammen, der in den vergangenen Ausschüssen diskutiert wurde. Die Christdemokraten wollten etwa wissen, wie die Sicherheit der Schüler vor Unterrichtsbeginn und nach Schulschluss während der umfangreichen Baumaßnahmen gewährleistet werden kann. Die Frage nach einem Verkehrskonzept stand im Raum.

Baudezernent Nils Kraft (SPD) deutete während einer Präsentation im Bauausschuss an, dass man prüfe, verschiedene „Kiss-&-Ride-Bereiche“ zu installieren, die es Eltern erlauben, ihre Kinder vor der Schule abzuliefern, ohne den Verkehr zu behindern oder andere Schulkinder zu gefährden. Zudem sei das Ziel, während der Bauarbeiten verschiedene Wege zwischen den Schulen und Sportstätten einzurichten, die von Baustellenfahrzeugen und dem Straßenverkehr nicht berührt werden können. Auch Bauzäune und vorübergehende Park-Verbot-Zonen sollen zum Schutz der Kinder installiert werden. Doch ändern auch diese Maßnahmen nichts daran, dass Eltern und Anwohner mitspielen müssen.

Der hohe Parkdruck rund um die Schulen wurde insbesondere im Bauausschuss ausgiebig thematisiert: So hieß es, dass Schulparkplätze zunehmend von Bewohnern des Quartiers genutzt und blockiert würden, was die Verkehrssituation nicht besser machen würde. Kraft sagte, dass zahlreiche Garagen nicht für Autos, sondern zum Abstellen von Reifen oder Tischtennisplatten genutzt werden würden. „Ich schätze, wir hätten 25 Prozent mehr Stellplätze, wenn die Garagen auch fürs Parken genutzt werden würden“, sagte der Baudezernent.

CDU-Mann Michael Ohlert sagte: „Es gibt Dinge, die kann man als Stadtpolitik einfach nicht dulden – etwa, dass Anwohner Lehrerparkplätze zuparken.“ Doch zeigte auch er Verständnis für die Quartier-Bewohner: „Der Parkdruck wird weiter zunehmen. Auch auf die Belange der Anwohner muss eingegangen werden.“

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