Im Dicken Busch I

Architekt Mehmet Sen will das Viertel aufwerten

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Im Dicken Busch I in Haßloch steht ein Gebäudekomplex leer – das soll sich bald ändern. Der Offenbacher Investor und Architekt Mehmet Sen hat große Pläne für das Viertel.

Still ist es im Dicken Busch I, nur der Wind weht stoßweise durch das Einkaufszentrum zwischen Brandenburger Straße und Sachsenweg. Ein paar wenige Gäste sitzen auf den Stühlen des türkischen Imbisses, ansonsten gibt es keine Passanten. Das will Mehmet Sen ändern. Der Architekt aus Offenbach ist seit 2016 Eigentümer der Gewerbefläche Brandenburger Straße 14.

„Ich sehe, dass hier in der Umgebung etwas passiert“, sagt er. Neben Häusersanierungen sei dort auch gebaut worden, die Erneuerung des nahe gelegenen Spielplatzes ist seitens der Stadt in Planung. Die Klientel, die hier lebt, brauche ein belebtes Einkaufszentrum, findet Sen. Der Bedarf sei in jedem Fall da.

Derzeit ist nur eine der Flächen belegt, die Sen gehören. Die Hubertus-Apotheke soll nach wie vor dort bleiben, sagt der Architekt. Daneben sind Praxisräume frei geworden – ein neuer Allgemeinmediziner für das Viertel sei hier sicher nicht falsch, findet Sen.

Das leerstehende, ehemalige Fitnessstudio auf der anderen Seite der Apotheke soll gedrittelt werden. Mehmet Sen plant, hier drei neue Gewerbeeinheiten zu schaffen – à rund 200, 90 und 75 Quadratmeter. Vorstellen kann er sich zum Beispiel eine Bäckerei, einen Kiosk, ein Büro oder ein Café. „Das muss etwas ganz Einfaches sein“, sagt er, denn „hier fehlt es an Grundlagen“. Auch einen SB-Bankschalter kann er sich vorstellen.

Neue Wände sollen im Inneren des ehemaligen Fitness-Studios gezogen werden, außerdem sind größere Fenster geplant. „Ich möchte mehr Licht hineinlassen“, so Sen. Auf der Gebäuderückseite, die zum Parkplatz zeigt, sollen dann auch Zugänge und Schaufenster für die neuen Einheiten angelegt werden. Die Fassade werde ebenfalls erneuert.

Die Fertigstellung ist für Anfang 2019 geplant, die Bauarbeiten sollen demnächst beginnen. „Das sind präzise Eingriffe, wir bauen ja im Bestand“, erläutert der Offenbacher Architekt. Die künftigen Mieter könnten im Innenraum dann ganz individuell agieren und auch umbauen.

Mit der Eigentümergemeinschaft, die im ersten Stockwerk des Gebäudes wohnt, sei bereits alles abgeklärt. „Sie kennen das Konzept und haben es befürwortet“, sagt Mehmet Sen.

Insgesamt sieht er das Projekt als Aufwertungsmaßnahme: „Die Situation, so wie sie ist, ist schwierig“, findet er. Viele Mieter seien raus, die leerstehenden Gebäude seien nicht sehr einladend.

„Ich sehe viel Potential hier“, findet er. Dass die Menschen, die hier leben, das Angebot annehmen werden, kann er sich gut vorstellen. „Hier ist ein Seniorenwohnheim in der Nähe, eine Kindertagesstätte . . . die Leute sind da“, meint er. Die Grundausstattung der Einheiten soll bei Fertigstellung verfügbar sein. „Die Räume sind komplett bezugsfertig und mit Sanitäranlagen ausgestattet“, sagt er. Mietpreisvorstellungen hat der Eigentümer auch schon: „Ich gehe von neun bis zehn Euro pro Quadratmeter aus“, so Mehmet Sen.

Auch die Stadt Rüsselsheim hat auf Nachfrage dieser Zeitung ebenfalls Interesse an einer Nutzung des Erdgeschosses als Krippe. Man sei im Gespräch mit dem Eigentümer, heißt es. Die Möglichkeit schließt Sen nicht aus, allerdings dauerten die Gespräche bereits seit vier Monaten an, so der Architekt. Die Stadt wolle den Umbau mit Kosten in sechsstelliger Höhe nicht selbst tragen. „Ich kenne das eigentlich so, dass der Mieter das selbst macht“, argumentiert Sen.

Ihm zufolge liegt der Stadt ein angepasstes Mietangebot vor. Da der Investor allerdings zügig in der Planung vorankommen möchte, müsse die Stadt jetzt reagieren, um die Belegung mit einer Krippe wieder in den Bereich des Möglichen zu rücken.

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