Nach außen hin wirkt das Gebäude seit Jahren kaum verändert, aber hinter den beklebten Fenstern der Brandenburger Straße 14-16 lagern asiatische Lebensmittel. Bald soll auch ein kleiner Supermarkt eröffnen. FOTO: Stella Lorenz
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Nach außen hin wirkt das Gebäude seit Jahren kaum verändert, aber hinter den beklebten Fenstern der Brandenburger Straße 14-16 lagern asiatische Lebensmittel. Bald soll auch ein kleiner Supermarkt eröffnen.

Dicker Busch I

Asia-Supermarkt statt Kita

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Im Einkaufszentrum sind nun alle Flächen belegt

Haßloch - Zugegeben: Von außen hat sich nicht allzu viel getan in der Brandenburger Straße 14-16. Die Fläche im Erdgeschoss scheint leer zu stehen, die Fenster sind von innen mit Papier zugeklebt. Aber wer genau hinschaut, erkennt: Es brennt Licht. Und am Eingang des ehemaligen Fitnessstudios, hinter dem weißen Türgitter, sind durch die Glasscheibe Getränkekisten einer asiatischen Biermarke zu erkennen.

Wer um das Gebäude herum geht, entdeckt dann zweierlei: Einerseits sind an der Seite, die zum Parkplatz zeigt, mehrere große Fenster eingelassen worden. Andererseits befindet sich auf der Rückseite der Lieferanteneingang, und dort wird ersichtlich, was sich im Großteil des Gebäudekomplexes befindet: ein Lager für asiatische Lebensmittel.

Verkauf vorerst nur an Großhandel

Der asiatische Supermarkt "Pamai Pai", der in Mainz ansässig ist, hat hier eine Dependance eingerichtet. Auf mehr als 200 Quadratmetern stapeln sich in Regalen Sojasauce, Reis, Nudeln, Currymischungen oder Getränke. Das meiste davon ist verpackt, denn vor Ort kann man hier noch nicht einkaufen. Der Großhandel bestellt über Ebay oder Amazon, von hier geht dann die Ware an die Kunden. "Ab Oktober oder November wollen wir aber auch einen normalen Supermarkt eröffnen", sagt ein Mitarbeiter. Das soll auch von außen zu erkennen sein, Schilder seien in Planung. Aufgrund der Pandemie sei alles etwas in Verzug geraten, heißt es auch von Mehmet Sen.

Verhandlungen mit der Stadt geplatzt

Dem Offenbacher Architekten gehört der untere Teil des Gebäudekomplexes - insgesamt etwa 365 Quadratmeter - seit 2016. 2018 hatte Sen bereits angekündigt, das Viertel aufwerten zu wollen. "Etwas ganz Einfaches" hatte er sich damals für das Viertel gewünscht. Etwas, das die Grundlagen der Bewohner abdeckt - ein Kiosk, Bäcker, einen SB-Bankschalter oder ein Café beispielsweise.

Kurzzeitig war 2018 auch die Einrichtung einer städtischen Kita im Gespräch. Nach langen Verhandlungen habe es der Vermieter damals ausgeschlossen, die erforderlichen Ausbauleistungen zu erbringen, um die Voraussetzungen für eine Anmietung als U3-Einrichtung zu gewährleisten, heißt es auf Nachfrage von der Stadt. Das Prozedere sei nicht ungewöhnlich, zeigten beispielsweise die Kitas August-Bebel-Straße und Adolf-von-Menzel-Straße, die beide von den Eigentümern beziehungsweise den Vermietern ausgebaut wurden.

Dass nun gerade ein großer Supermarkt wie "Pamai Pai" die umfangreichste der Flächen anmietet, mag für viele überraschend sein. Darin integriert ist allerdings eine DHL-Poststation, informiert Sen. Die Hausarztpraxis, die ebenfalls zu Sens Eigentum gehört, ist im vergangenen Winter neu vermietet worden, sie laufe sehr gut, versichert er.

Die Fassade war Sen damals ein großes Anliegen gewesen: Dass die großen Fenster zum Parkplatz und damit zur Straßenseite gesetzt sind, sorge einerseits für mehr Licht im Gebäude, andererseits wirke das Haus dann offener. "Ich schätze, dass es auch von außen belebter wird, aber das wird noch etwas dauern", sagt der Architekt. Stella Lorenz

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