Wie ein früheres Feuerwehrhaus könnte die ausgebaute Alte Schmiede aussehen. Lothar Walbrecht zeigt die Pläne.
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Wie ein früheres Feuerwehrhaus könnte die ausgebaute Alte Schmiede aussehen. Lothar Walbrecht zeigt die Pläne.

Museumsverein

Ausbau der Alten Schmiede zu teuer

Der Heimat- und Museumsverein steckt in einem Zwiespalt, über den in der Hauptversammlung die Mitglieder informiert wurden. Es geht um einen möglichen Ausbau der Alten Schmiede direkt am Museum. Er könnte die ewigen Platzprobleme lösen, scheint aber derzeit nicht finanzierbar.

Für Lothar Walbrecht wäre es die Erfüllung eines Wunsches. Die sogenannte Alte Schmiede könnte nach historischem Vorbild eines ehemaligen Feuerwehrhauses umgebaut werden. Der zweite Vorsitzende des Museumsvereins würde das Projekt begrüßen, beurteilt jedoch Hürden und Risiken kritisch, vor allem die Kosten.

Walbrechts Affinität zur örtlichen Feuerwehrgeschichte spielt dabei nur eine zweitrangige Rolle. Wichtiger wäre ihm, dass der Museumsverein endlich wieder den Platz hätte, sein Material so unterzubringen, dass Heimatforscher auch damit arbeiten können.

Das ist nicht mehr möglich, seit der Verein im Dezember 2015 das Dachgeschoss des alten Schulgebäudes geräumt hat. Das war nötig geworden, weil das für den Brandschutz zuständige Amt auf neue Sicherheitsbestimmungen pochte. Seitdem sind historische Fotos, alte Zeitungen, Bücher und anderes Material umständehalber auf mehrere Standorte verteilt.

Für einen Ausbau im Stil eines alten, kleinen Feuerwehrhauses, das einst im Winkel zwischen Museum und Spielplatz Schulstraße stand, müsste der Verein je nach Bauvolumen zwischen 80 000 und 130 000 Euro bezahlen, informierte Walbrecht. Selbst wenn auf die historische Fassade verzichtet würde, käme der Umbau teuer. Denkbar sei sogar ein Gebäude mit einer weiteren Etage. Ein benachbarter Pavillon könnte ebenso umgebaut und integriert werden wie – theoretisch – ein kleines, freies Grundstück.

Ständig auf der Suche

Vorsitzende Ute Ansahl-Reissig bestätigte, dass noch nichts entschieden ist. In der Hauptversammlung sei es darum gegangen, die Mitglieder zu informieren. Begrüßen würde der Vorstand das Projekt allemal, zumal das Sichten und Archivieren alter Unterlagen kaum noch möglich sei. Walbrecht: „Geschichte braucht Quellen. Das geht nicht, wenn wir uns ständig fragen, wo dies oder das steht.“

Der zweite Vorsitzende ist Realist. „Wir sollten uns nur das leisten, was wir auch bezahlen können“, sagt er. Kassierer Heinz Pitzer berichtete von umfangreichen Verhandlungen mit Banken, die nur grünes Licht gäben, wenn das Vorhaben finanzierbar sei. Im Klartext: Selbst wenn der Verein 20 000 Euro Eigenkapital aufbringt und eine Bürgschaft der Gemeinde über 80 000 Euro erhält, ergäbe eine Finanzierung über 20 Jahre trotz günstiger Zinsen eine monatliche Belastung bis zu 600 Euro. Schuld seien die hohen Tilgungsraten. Und selbst wenn die monatliche Belastung „nur“ bei 200 Euro läge, gäbe die Vereinskasse doch keine 2400 Euro pro Jahr her. „Geht nicht“, so Pitzer.

Fraglich sei auch eine Bürgschaft der Gemeinde. Immerhin gebe es positive Signale. Der Bürgermeister ist kraft Amtes Mitglied im Vorstand, hätte also Einfluss. Das Grundstück, auf dem die Alte Schmiede steht, gehört der Kommune. Walbrecht sagt: „Wir machen das alles nicht für uns, sondern für die Gemeinde. So wie die Feuerwehr.“

Eine Alternativlösung ist im Umfeld des Museumsvereins nur hinter vorgehaltener Hand zu hören, weil keiner „heilige Kühe“ schlachten will. Im Gebäude ist eine Etage seit rund drei Jahrzehnten vom Gehörlosen-Ortsbund belegt. Angeregt wird, dem Verein einen anderen Treff anzubieten und die Räume fürs Museum zu nutzen. „Es wäre die logischste Lösung“, heißt es. Doch bislang will sich dazu offiziell niemand äußern.

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