Fahrzeuge der Zukunft

Autos ohne Fahrer

Die „Digitalisierung und ihre Auswirkungen und Umsetzungsstrategien in einem Automobilunternehmen sowie automatisiertes Fahren, Rahmenbedingungen und Anforderungen an die Politik“ war Anlass für einen Meinungsaustausch der besonderen Art.

Auf Einladung des CDU-Landesfachausschusses Netzpolitik, geleitet von Staatssekretär Mark Weinmeister (MdL), trafen sich die Landtagsabgeordneten Sabine Bächle-Scholz und Günter Schork sowie 20 weitere Interessierte im CompUser-Club mit Spezialisten der Adam Opel AG. Der Meinungsaustausch der Politiker, Techniker und CompUser war von Achim Weidner organisiert worden.

Marco Moebus und Ulrich Eberle machten klar, dass die Automatisierung des Fahrens kommen wird. Schon heute gehörten Sensoren und Kameras zu wesentlichen Komponenten im Auto. Die technologische Basis für das automatisierte Fahren seien die schon Assistenzsysteme im Auto. „Der Code in modernen Autos beträgt heute über eine Million Programmzeilen und liegt deutlich über dem, was zum Beispiel Facebook benötigt, um sein weltweites Netzwerk zu betreiben“, berichtete Achim Weidner. Daraus leite sich auch die Verantwortung der Automobilhersteller ab, Autos gegen Hackerangriffe zu verteidigen. Aus Sicht von Opel sei die Entwicklung des automatisierten Fahrens ein evolutionärer Prozess. Allerdings stünden Marktneulinge wie Google unter Beobachtung, da es Technologiefirmen aus dem Silicon Valley gut verstünden, bestehende Geschäftsmodelle erfolgreich anzugreifen.

 

Automatisierte Fahrfunktionen erhöhen laut Weidner die Verkehrssicherheit und verbessern den Verkehrsfluss. Voraussetzung für ihre Einführung sei jedoch eine Weiterentwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Deshalb gebe es fünf Stufen des automatisierten Fahrens: Stufe 1 assistiert, Stufe 2 teilautomatisiert, Stufe 3 hochautomatisiert, Stufe 4 vollautomatisiert und Stufe 5 fahrerlos. Im Praxisbetrieb werden zukünftig die Autos je nach Wunsch des Fahrers in diesen wählbaren Stufen unterwegs sein. Das zu erkennen und auf die jeweilige Situation rund um das Auto wie Fußgänger, Radfahrer oder Kreuzungsbegegnungen durch Sensorik zu erkennen, sei die technologische Herausforderung.

Nach Auffassung von Moebus und Eberle muss das automatisierte Fahren von der Gesellschaft gewollt werden. Menschen müssten der Technik vertrauen, dazu sei gesellschaftliche Akzeptanz und Innovationsbereitschaft notwendig.

 

Aspekte des Datenschutzes, internationale Kooperationen bei der technischen Standardsetzung und gute Konzepte bei der Absicherung gegen Angriffe auf das Fahrzeugsystem seien Teilaspekte, auf die technische und rechtliche Lösungen gefunden werden müssen. Die Digitalisierung im Auto zwinge Automobilfirmen auch dazu, ihre Fixierung nur auf die Autoentwicklung und Produktion aufzugeben und den Kunden in einem globalen Markt umfassende Lösungen rund um die Mobilitätsbedürfnisse anzubieten.

Für die Politiker wurde klar, dass auch sie Hausaufgaben machen müssen. Denn ein automatisiertes Verfahren bedeutet auch, die Infrastruktur anzupassen. Das fängt beispielsweise bei ordentlichen Fahrbahnmarkierungen an und hört bei der Ampelanlagen auf, die ebenfalls in der Lage sein müssen, mit selbstfahrenden Autos kommunizieren zu können. red

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare