Oberbürgermeisterkandidat der SPD stellt sich den Rüsselsheimern vor

Udo Bausch im Wahlkampfmodus

SPD-Kandidat Udo Bausch will im September das Rüsselsheimer Rathaus übernehmen. Am Wochenende hat er den Wahlkampf eröffnet.

Erst mal vorsichtig gucken, ein bisschen antasten: Udo Bausch ist auf dem Flohmarkt der SPD in Haßloch unterwegs. Die Sonne scheint vom Himmel, über den Platz weht der Geruch von Bratwurst mit Senf. Wochenend-Stimmung. Udo Bausch läuft an den Tapeziertischen vorbei, an Keramik-Vasen, Strickpullovern und Taschenbüchern. Er grüßt freundlich, winkt Bekannten zu, bleibt stehen, will ins Gespräch mit den Standbetreibern kommen. Die Rüsselsheimer schauen ihm derweil nach, manche stecken die Köpfe zusammen: „Schon gehört? Das ist der Oberbürgermeisterkandidat der SPD!“ Und weil Udo Bausch nicht Kandidat bleiben, sondern im September auch Oberbürgermeister werden will, ist er am Samstagvormittag auf dem Haßlocher Flohmarkt unterwegs. Leute kennenlernen, sich vorstellen, mal „Hallo“ sagen.

Fragen haben die Rüsselsheimer reichlich, aber mehr noch haben sie das Bedürfnis, ein paar Dinge klarzustellen: „Was da gerade im Rathaus abgeht, das kann ich nicht mehr verstehen“, sagt ein Mann. Die zermürbende Diskussion um die Kosten des Hessentags können die Leute nicht nachvollziehen: „Was ist da los?“, will jemand wissen. Udo Bausch hat es bei dieser Frage nicht so leicht, was soll er auch sagen? Bei den Diskussionen im Ratssaal war er nicht dabei. Und auch wirkt es nicht so, als sei Udo Bausch jemand, der einen Amtsinhaber in die Pfanne hauen würde. Also sagt er zum Thema: „Erstmal nichts.“

Gute Stimmung

Besser läuft es da mit einer Einschätzung des Flohmarktes: „Ich bin begeistert von der Stimmung hier. Es scheint, als hätten alle gute Laune.“ So ein Flohmarkt wäre für alle Rüsselsheimer Stadtteile wünschenswert. „Toll, wie sich die Menschen hier einbringen.“

Eine Frau streckt Udo Bausch die Hand hin: „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg“, sagt sie. „Vielleicht hilft Ihnen der Martin-Schulz-Effekt.“ Der SPD-Kandidat bedankt sich. Dann geht’s weiter an den nächsten Stand.

Am Sonntagvormittag, rund 24 Stunden später, steht Udo Bausch am Rednerpult im Königstädter Kaisersaal. Rund 100 Leute sind zur SPD-Veranstaltung gekommen, darunter zahlreiche Vertreter anderer Fraktionen. Die Menschen wollen von ihm an diesem schönen Frühlingstag Konkretes hören: Was hat er mit der Stadt vor, sollte er ins Rathaus gewählt werden?

Doch bevor Udo Bausch loslegt, schwört SPD-Chef Nils Kraft die Genossen ein: „Wir wollen ihm heute einen Schub mit auf den Weg geben“, sagt er. Nils Kraft stellt fest: „Rüsselsheim bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wir brauchen eine wirtschaftliche Entwicklung.“ Udo Bausch habe die entsprechende Kompetenz und Erfahrung. Einstimmig hätten die Rüsselsheimer Genossen bei einer Versammlung für den 61-Jährigen als OB-Kandidaten gestimmt.

Dann tritt Udo Bausch ans Mikrofon, und er umreißt in knappen Worten seine Rüsselsheimer Biografie: „Ich habe meine Schuljahre hier verbracht, soziale Projekte geleitet, meine Familie in Rüsselsheim gegründet.“ Nach dem absolvierten Jura-Studium habe er in Frankfurt beispielsweise unter dem legendären Kultur-Dezernenten Hilmar Hoffmann gearbeitet. „Seit 1972 bin ich in der Verwaltung tätig“, sagt er. Seit 2010 arbeite er im Stadtvorstand von Bad Kreuznach.

In seiner rund 20-minütigen Ansprache tauchen immer wieder zwei Worte auf: „Gemeinsam“ und „Gerechtigkeit“. So sagt er: „Der Mensch steht bei mir im Mittelpunkt. Es muss gerecht zugehen.“ Oder, adressiert an die Bündnis-Partner von WsR, Grüne und Linke / Liste Solidarität: „Hut ab vor Ihrem Programm. Wir werden es gemeinsam umsetzen.“

Projekt Innenstadt

Als wichtiges Projekt für die Zukunft deutet Udo Bausch die Entwicklung der Innenstadt aus: „Durch das Anwerben von Unternehmen und die Stärkung des Einzelhandels können wir für Rüsselsheim eine Einnahmenerhöhung schaffen.“ Denkbar sei, in Rüsselsheim ein Outlet-Center anzusiedeln. „Das kann in der gesamten Innenstadt sein“, sagt er. „Wir können es schaffen, die Innenstadt zu einem Ort urbanen Lebens zu machen. Wir brauchen eine lebendige Innenstadt.“

Auch kündigt der 61-Jährige an, dass er sich als Oberbürgermeister für mehr Arbeitsplätze in Rüsselsheim einsetzen werde. Dass er Familien, Vereine und Schulen unterstützen wolle. Gebühren- und Steuererhöhungen lehne er ab. Nach seiner Rede brandet Applaus auf. Die Rüsselsheimer Genossen sind jetzt im Wahlkampfmodus.

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