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Linda Dürrich an ihrem Schreibtisch im Rüsselsheimer Rathaus.

Grundsatzreferentin

Sie ist die neue rechte Hand von Rüsselsheims Oberbürgermeister

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Oberbürgermeister Udo Bausch hat sich Verstärkung geholt. Linda Dürrich ist seine neue Grundsatzreferentin. Uns hat die junge Frau erklärt, was genau das eigentlich heißt.

Auf dem Schreibtisch stapeln sich die Unterlagen. Auf vielen kleinen Zetteln sind Notizen vermerkt. Daneben steht Aktenordner an Aktenordner. Das Büro von Linda Dürrich sieht so aus, als würde sie schon lange dort arbeiten. Doch tatsächlich ist die junge Frau, Jahrgang 1988, seit noch nicht einmal zwei Monaten im Rathaus beschäftigt. Dass auf ihrem Schreibtisch schon so viel Arbeit liegt, hängt mit der Bedeutung ihres Jobs zusammen. Denn Dürrich ist bei der Stadt die rechte Hand von Oberbürgermeister Udo Bausch. Offiziell trägt ihr Posten die recht allgemein gehaltene Bezeichnung Grundsatzreferentin.

So ist Dürrich, brünett, Brille, blauer Blazer, etwa das Bindeglied zwischen Oberbürgermeister und Verwaltung. „Ich habe ein Auge darauf, dem Oberbürgermeister Inhalte zur richtigen Zeit vorzulegen“, erläutert sie bei einem Gespräch im Besprechungszimmer des Oberbürgermeisters. Außerdem begleitet Dürrich ihren Chef beispielsweise zu Terminen, die sie sowohl vor- als auch nachbereitet. Außerdem arbeite sie eng mit Bauschs Vorzimmer zusammen.

Bei der Aufbereitung von Informationen für den Rathauschef hilft Dürrich ihr wissenschaftlicher Hintergrund. Denn bevor sie die Stelle in Rüsselsheim antrat, war die studierte Theologin Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit der Ruhr-Universität Bochum. Zurzeit schreibt sie noch an ihrer Doktorarbeit. Vor der Zeit im Ruhrgebiet arbeitetete Dürrich als Lehrerin in ihrer Heimat Eppstein am Taunus.

Vielfältigkeit begeistert

Die Position als Grundsatzreferentin verbinde das Beste aus ihren bisherigen Tätigkeiten. Während wissenschaftliches Arbeiten ihr auf Dauer zu theoretisch sei, gehe es beim Lehrerberuf am Ende noch nur noch ums Umsetzen. Die Vielfältigkeit begeistere sie an ihrem neuen Job im Rathaus.

Nicht zuletzt freut Dürrich sich auch darüber, wieder näher an ihrer Heimat zu arbeiten. „Ich bin sehr heimatverbunden“, erzählt sie.

Das drückt sich auch in ihrem ehrenamtlichen Engagement aus. So ist sie Vorsitzende des katholischen Pfarrgemeinderats in Eppstein und Hauptfeuerwehrfrau in der freiwilligen Feuerwehr. Um sich auf ihr Vorstellungsgespräch vorzubereiten, hat sie sich daher unter anderem die Feuerwehren in den Stadtteilen angeschaut. „Ich wollte einen Eindruck bekommen, wie die aufgestellt sind“, berichtet Dürrich.

Im Rüsselsheimer Rathaus fühlt Dürrich sich auch deshalb wohl, weil ihr Chef parteilos ist. „So komme ich nicht mit Parteiklüngel in Berührung“, sagt Dürrich.

Montags festes Treffen

Als Grundsatzreferentin könne sie die inhaltliche Zuarbeit für den Oberbürgermeister liefern und die kommunalpolitischen Themen bearbeiten, die die Leute beschäftigten. Bisher sei sie etwa bereits an der Einbringung des Haushalts beteiligt gewesen.

Jeden Montagmorgen treffe Bausch sich mit ihr und den Vorzimmer-Damen. Dazu kämen kurzfristig vereinbarte Rücksprachen. Wenn es etwas zu besprechen gibt, setze man sich zusammen.

Ob sie sich vorstellen kann, selbst einmal in die Politik zu gehen? „Da gibt es noch keine konkreten Pläne“, antwortet Dürrich. Ausschließen will sie das aber nicht.

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