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Das Opel-Altwerk im Herzen Rüsselsheims wartet seit Jahren darauf, revitalisiert zu werden.

Investor

Bewegung im Rüsselsheimer Altwerk

Nach Jahren des Stillstands scheint nun wieder Bewegung in die Entwicklung des Rüsselsheimer Altwerks zu kommen. Ein neuer Investor arbeitet derzeit an Plänen für die Revitalisierung der Immobilie im Herzen der Stadt.

Das Opel-Altwerk inmitten der Rüsselsheimer Innenstadt könnte schon bald aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Zumindest plant dies die in Baden-Württemberg ansässige Unternehmensgruppe Dünkel Holding. Sie hat die Mehrheit an der rund 32 000 Quadratmeter großen Immobilie erworben, wie aus Unternehmenskreisen bestätigt wird. Die bisherigen Besitzer, die HKS Verwaltungs GmbH mit Sitz in Rüsselsheim, bleibt zwar mit an Bord, hält aber in Zukunft nicht mehr die Mehrheit.

Welche Pläne die Unternehmensgruppe Dünkel mit dem Altwerk hat, ist im Detail noch nicht bekannt. Die Rüsselsheimer Stadtverordneten sollen Mitte Januar des kommenden Jahres informiert werden. Vorher wolle man sich nicht an die Öffentlichkeit wenden, heißt es aus der Unternehmensgruppe.

Ein Blick in die Struktur der Gruppe und ihrer angeschlossenen Gesellschaften verrät aber, in welche Richtung die Reise im Altwerk gehen könnte. Zu der Dünkel-Gruppe gehört unter anderem auch die Projektentwicklungsgesellschaft Activ-Group. Die ist bislang vor allem im süddeutschen Raum aktiv, und zwar mit zahlreichen Projekten von der Entwicklung eines Fachmarktzentrums über einzelne Wohn- und Geschäftshäuser bis hin zu Einzelhandelsmärkten.

Und zum Portfolio gehört auch die Motorworld in Böblingen. Die nahm ihren Anfang schon vor einigen Jahren auf dem Gelände des ehemaligen württembergischen Landesflughafens in Böblingen/Sindelfingen. Dort entstand im Jahr 2009 ein Oldtimer- und Mobilitätszentrum. Inzwischen gibt es die Motorworld an mehreren Standorten über Deutschland verteilt, etwa in München oder Köln. Und auch eine alte Zeche im Ruhrgebiet wurde bereits zur Auto-Erlebniswelt umgebaut – Erfahrung mit der Konversion alter Industriebauten – wie ja auch das Altwerk eines ist – hat das Unternehmen also vorzuweisen.

Aus Sicht von Noch-Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) „eröffnen sich neue Chancen für eine vielfältige Nutzung der denkmalgeschützten Gebäude“ durch den Verkauf der Mehrheitsanteile. Er sei zuversichtlich, dass der neue Investor und seine Pläne zum Profil der Stadt passten: „Die Gebäude in der Stadtmitte mit unterschiedlichen Angeboten wiederzubeleben, ist immens wichtig für die Stadtentwicklung. Ein Investor mit Erfahrung in der Revitalisierung industriehistorischer Immobilien und ein Geschäftsführer, der ein Liebhaber von Oldtimern ist, sprechen für sich“.

Für seine Pläne zur Nutzung des ehemaligen Werksareals suche Andreas Dünkel, Geschäftsführer der Dünkel-Gruppe, den Austausch mit der Stadt. „Ich habe im Kontakt mit Andreas Dünkel den Eindruck gewonnen, dass ihm bewusst ist, wie wichtig die Immobilie für die Identität der Stadt ist.“ Ziel müsse es sein, ein Nutzungskonzept zu entwickeln, das zur Stadt und seiner Bürgerschaft passt und die Anziehungskraft der Innenstadt nachhaltig stärkt. „Ich bin optimistisch, dass dies Investor und Stadt in einem konstruktiven Dialog gelingen wird“, sagt Burghardt. göc

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