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Mehr als jeder zehnte Viertklässler erreicht beim Lesen und beim Zuhören bundesweit keine Mindeststandards.

Rahmenbedingungen

Bildung: Das Geld reicht nicht

Der Landkreis Groß-Gerau hatte zu seinem ersten Bildungsfrühstück im Jahr 2018 geladen. Im Gernsheimer Gymnasium ging es auch um das liebe Geld.

Wie viele Facetten das Thema Bildung und Schule hat, wurde beim Bildungsfrühstück des Kreises deutlich. Zum Auftakt der Reihe in diesem Jahr trafen sich rund 40 Interessierte in den Räumen des Gernsheimer Gymnasiums. Um Moderator Udo Döring versammelten sich Landrat Thomas Will (SPD), Schulleiterin Sigrid Faller, Kreiselternbeiratsvorsitzender Stefan Stein und Willi Hutmacher, Leiter des parlamentarischen Büros der Stadt Gernsheim.

Zu der Runde auf dem Podium gesellten sich laut einer Pressemeldung des Kreises später im Wechsel mehrere Eltern- und Lehrervertreter. Der Austausch reichte vom allgemeinen Thema Lehrermangel – für dessen Behebung der Kreis allerdings nicht zuständig ist – über Ganztagsangebot, Schulsozialarbeit und Inklusion bis zur Ausstattung von Schulen im Kreis und zum Schwimmunterricht.

Noch haben Gymnasien keinen Anspruch auf Schulsozialarbeit, sagte Sigrid Faller. Zum Glück werde dies im Kreis anders gesehen. Die Stadt unterstützt diese Linie, indem ihr Jugendpfleger mit einem Teil seiner Arbeitszeit am Gymnasium als Schulsozialarbeiter präsent ist. „Die Rückmeldungen aus der Elternschaft zu diesem Angebot sind ausgezeichnet“, sagte Willi Hutmacher.

Stefan Stein bezeichnete es als wichtig für die Schülerinnen und Schüler, dass sie ohne Lehrer oder Eltern zu jemandem hingehen und sich in einer schwierigen Situation

Rat holen

können.

Am Beispiel der Schöfferschule wurde deutlich, vor welchen Herausforderungen der Kreis als Schulträger beim Ausbau seiner Schulen stehe. Angesichts der Zuwanderung in den Landkreis werde überall mehr Geld gebraucht. Letztlich zahlten aber die Kommunen in die Schulumlage des Kreises ein, und auch deren Möglichkeiten (Steuern zu erhöhen) seien irgendwann ausgeschöpft. „Wir kämpfen Jahr für Jahr darum, dass wir mehr Mittel bekommen“, sagte der Landrat. Das vorhandene Geld reiche nicht, weil sich die Rahmenbedingungen grundlegend geändert hätten.

Der Kreis wird laut der hauseigenen Pressemitteilung entsprechend seinen finanziellen Möglichkeiten „das Beste für die Bildung geben“. Sein Vorteil im Vergleich zu anderen Kommunen sei, dass bereits früh, in den 90ern, mit Schulsanierung und -modernisierung begonnen worden sei. Fast 400 Millionen Euro seien seitdem investiert worden. Auch in die Ausstattung fließe kontinuierlich Geld. Dabei werde bei der Möbelauswahl auch auf den Aspekt Schule und Gesundheit geachtet. red

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