Die Zukunft der Gerhart-Hauptmann-Schule ist eines der prägenden Themen, welche die Debatten in den nächsten Jahren zur Entwicklung der Schullandschaft in Rüsselsheim beherrschen werden.
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Die Zukunft der Gerhart-Hauptmann-Schule ist eines der prägenden Themen, welche die Debatten in den nächsten Jahren zur Entwicklung der Schullandschaft in Rüsselsheim beherrschen werden.

Kommunalwahl

Bildungslandschaft im Wandel

Am 6. März ist Kommunalwahl. Wir haben die Spitzenkandidaten der Listen, die sich zur Wahl stellen, gefragt, wie sich Rüsselsheim in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird. Die Antworten präsentieren wir Ihnen, liebe Leser, in loser Reihe. Heute lesen sie, wie sich die Bildungslandschaft nach den Vorstellungen der Spitzenkandidaten entwickeln soll.

RÜSSELSHEIMER ECHO: Wie wird sich die Rüsselsheimer Schullandschaft im Jahre 2021 verändert haben und wie ist die Gerhart-Hauptmann-.Schule bis dahin aufgestellt?

Thorsten Weber, CDU

Die Sophie-Opel-Schule wird als KGS die Vielfältigkeit der Schullandschaft als moderne Schule ergänzt haben. Unsere Gymnasien haben weiterhin einen hohen Stellenwert und werden durch den Baustein Alexander von Humboldt Schule als IGS ergänzt. Der Bestand der GHS wurde durch einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gesichert. Ob dies als Haupt- und Realschule stattfindet, oder in einer anderen Schulform ist noch offen. Wichtig ist, Eltern und Schüler jetzt nicht permanent durch neue Anträge zu verunsichern. Ebenfalls festgelegt wurde, dass die Standards für alle Schulen gelten und sich an der Sophie-Opel-Schule orientieren. Die Grundschule Königstädten wird zu einem modernen Bildungszentrum am heutigen Standort entwickelt sein.

Sanaa Boukayeo, SPD

2021 wird die GHS eine moderne Schule der Sekundarstufe 2 sein. Viele Rüsselsheimer Schulen sind modernisierte Ganztagsschulen, die baulich und in ihrer Ausstattung so aufgewertet wurden, dass ein angenehmes Lernumfeld existiert. Es wird nicht eine Vorzeigeschule geben, während die anderen Schulen in ihrer Weiterentwicklung vernachlässigt wurden. Alle Rüsselsheimer Schulen haben einen klar definierten Qualitätsstandard. Der nächste Schulentwicklungsplan wurde gemeinsam mit den Betroffenen, also den Schulgemeinden, Eltern, und Schülern, erarbeitet und nicht über ihre Köpfe hinweg.

Maria Schmitz-Henkes, Grüne

Rüsselsheim hat aktuell einen genehmigten Schulenwicklungsplan, wodurch in den nächsten Jahren mehr als 100 Millionen Euro in die Sanierung, den Umbau und den Neubau der Rüsselsheimer Schulen investiert werden können. Damit wird die neue kooperative Gesamtschule gebaut werden, die Alexander- von -Humboldt-Schule wird saniert und ausgebaut werden und bis dahin wird entschieden, ob die Gerhart-Hauptmann-Schule im Bestand saniert oder ganz neu gebaut wird. Die Planck-Schule wird endlich eine adäquate Mensa besitzen und der Rote Trakt wird saniert sein. Weitere Sanierungen werden gemäß der beschlossenen Prioritätenliste durchgeführt worden sein. Mit all diesen Maßnahmen gehen wir weiter auf dem Weg, in Rüsselsheim neben dem qualitativ hochwertigen gymnasialen Angebot ein ebenso hochwertiges Gesamtschulangebot zu entwickeln. Unser Ziel ist längeres gemeinsames Lernen und ein Bildungssystem mit einer hohen Durchlässigkeit.

Abdullah Sert, FDP

Die Entwicklung der Schullandschaft ist in dem aktuell verabschiedeten Schulentwicklungsplan bis 2019 formuliert. Danach wird ein neuer Schulentwicklungsplan von der neu gewählten Stadtverordnetenversammlung zu beschließen sein. Für die FDP bestimmt grundsätzlich der Elternwille die Auswahl der Schule für das Kind. Wir gehen davon aus, dass die GHS in Königstädten ihr gutes Renommee behalten, wenn nicht sogar noch ausbauen kann. Und wir erwarten über dies, dass viele Eltern aus Rüsselsheim-Stadt die GHS für ihre Kinder als Schule wählen werden, um auf diese Weise der neuen städtischen Gesamtschulideologie mit größeren Schulen aus dem Wege zu gehen. Darüberhinaus muss auch mit der Erschliessung des Neubaugebietes „Eselswiese“ über eine mögliche Erweiterung des Schulangebotes in Bauschheim nachgedacht werden.

Karl-Heinz Schneckenberger, Linke/Liste Solidarität

Auch in Rüsselsheim wird das Schulsystem in Richtung Inklusion entwickelt. Das geling nur durch längeres, gemeinsames Lernen und Einbeziehung von SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern. Mit dirigistischer Politik von oben, wie von Schuldezernent Grieser versucht, gelingt das nicht. Man wird erkennen, dass Sophie Opel keine geeignete Namenspatronin für eine demokratischen Schule ist. Die Nachmittagsangebote müssen ausgebaut werden. Alle Angebot, auch das Mittagessen, müssen kostenfrei sein. Die Gerhart-Hauptmann-Schule wird umfassend saniert. Die inhaltliche Ausrichtung der GHS erfolgt nach eingehender Diskussion unter allen Beteiligten.

Jürgen Jungbluth, Forum Neues Rüsselsheim

Nach 2019 muss der neue Schulentwicklungsplan erstmal mit neuen Zahlen betrachtet werden. Die Flüchtlinge sind in dem jetzigen nicht mit eingerechnet. Wenn wir es vorher gewusst hätten, mit der Anzahl der Flüchtlinge, die kommen, hätten wir die Schulen so belassen sollen, denn zwei kleinere Schulen wären jetzt besser gewesen. Ob man im Jahr 2019 etwa 19 Millionen Euro für die Reparatur der GHS hat ist die andere Frage. Die GHS sollte aber weiterhin erhalten bleiben.

Mathias Flörsheimer, Alfa

Die etablierten Parteien streben eine Monostruktur von Gesamtschulen an, in der die Gerhart-Hauptmann-Schule keinen Platz hat. ALFA ist für einen langfristigen Erhalt der Gerhart-Hauptmann-Schule als Realschule. Rüsselsheimer Eltern sollen frei entscheiden können, welche Schule sie für die Beste halten. Dazu ist ein Angebot an Schulen des gegliederten Systems neben den Gesamtschulen bereitzuhalten. Für eine Realschule in Königstädten würden die Schulanmeldungen wieder steigen, da Eltern aus ganz Rüsselsheim ihre Kinder gerne auf die Realschule bringen. ALFA schlägt für die Realschule in Königstädten eine Kooperation des städtischen Schulträgers mit einem privaten Anbieter vor, der eine zweisprachige Ganztagsbetreuung ermöglicht. Diese soll eine freiwillige Option darstellen. Da Schulen des gegliederten Systems preisgünstiger als Gesamtschulen sind, fordert ALFA, die gesparten Mittel zur Finanzierung der Ganztagsbetreuung einzusetzen. Dadurch sollen die Kosten für die Eltern gering gehalten werden.

Achim Weidner, Liste Weidner

Nach dem heutigen Kenntnisstand wird die Stadt weiter wachsen. Das belegen die steigenden Geburten im GPR Klinikum, die Wahl von Rüsselsheim als Wohnort durch Neubürger und die weitere Aufnahme von Flüchtlingen. Wir bekommen mittel und langfristig neue Wohngebiete, wie die Eselswiese oder am Ostpark und Nachverdichtung in den Stadtteilen und Quartieren. Darauf wird die Schulentwicklungsplanung frühzeitig reagieren. In diesem Umfeld werden sich alle Rüsselsheimer Schulen mit ihren spezifischen Konzepten einbringen können. Nachdem auf meine Nachfrage in der Stadtverordnetenversammlung CDU und Grüne ihr Wort gegeben haben, das die GHS erhalten bleibt ist der Rüsselsheimer Schulfrieden wieder hergestellt. Die Zukunft ist für alle Schulen offen!

Erdal Koca, Liste 2016

Wir haben in Rüsselsheim von Grundschulen bis hin zur Fachhochschule alle möglichen Schulformen, das heißt, die Schullandschaft ist breitgefächert. Die GHS ist und wird auch über 2021 hinaus, ein fester Bestand von Rüsselsheim, insbesondere Königstädten sein. Hinzu kommt, dass die GHS einen sehr guten Ruf im Umkreis hat. Natürlich werden wir mit der Zeit gehen und den Schulentwicklungsplan berücksichtigen, sowie Erneuerungen und Verbesserungen einführen. Wir werden Bauunterhaltung, Sanierung und technische Entwicklung nicht außer Acht lassen und versuchen, diese zu begünstigen. Joachim Walczuch, Wir sind Rüsselsheim

Auch durch die Kinder der in Rüsselsheim untergebrachten Flüchtlinge brauchen wir eine größere Schullandschaft. Durch diese Veränderungen wird die Zahl der Schulen eher steigen als sinken. Alle Diskussionen der Vergangenheit sind längst überholt. Es wird ein neuer Schulentwicklungsplan aufzustellen sein. Der Erhalt der Gerhart-Hauptmann-Schule soll gesichert werden. Da keines der zur Schließung angeführten Argumente haltbar ist, soll der Schule ein langfristiges Konzept Sicherheit geben und die Mittel zur Sanierung sollen bereit gestellt werden. Wir fordern drei vernünftig dimensionierte Sekundarstufen, die in der Lage sind, Flüchtlingskinder zu integrieren. Sicher ist, die Liste „Wir sind Rüsselsheim“ wird die Planungen in Abstimmung mit Schulen und Eltern vornehmen.

Robert Adam-Frick, Freie Wähler

Mit der KGS (Arbeitstitel Sophie-Opel-Schule) erhält Rüsselsheim erstmals eine kooperative Gesamtschule auf modernstem Standard. Die Herausforderung wird sein, die angestrebte Offenheit in Bezug auf eine Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen in die Tat umzusetzen. Gelingt dies, erwarten wir, dass auch die anderen Schulen langfristig diesem Standard angepasst werden um den Schülern die besten Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Dies gilt aus unserer Sicht langfristig auch für die Gerhart-Hauptmann-Schule. Keiner von uns kann im Hinblick auf den anhaltenden Flüchtlingsstrom verlässliche Prognosen für die Entwicklung der Schullandschaft aufstellen. Hier muss zeitnah auf die Entwicklungen reagiert werden.

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