Gewerbetreibende und Mitarbeiter von Firmen kamen zum Unternehmerabend in den Bürgersaal.
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Gewerbetreibende und Mitarbeiter von Firmen kamen zum Unternehmerabend in den Bürgersaal.

Wirtschaft brummt

„Es boomt in Raunheim“

Die Wirtschaft in der Stadt brummt offensichtlich. Die Gewerbetreibenden klagen nicht, die Gewerbesteuereinnahmen steigen, hieß es beim Unternehmerabend der Stadt. Doch im alten Ortskern gibt es etwas, das noch fehlt.

Horst Bleidner vom Fachdienst Liegenschaften und Wirtschaftsförderung begrüßt die Gäste am Eingang des Bürgersaals, leger gekleidet in Jeans und Karo-Hemd. Zum Unternehmerabend der Stadt hatte der Verwaltungsmitarbeiter 180 Menschen eingeladen. 70 kamen zu der Veranstaltung, mit der die Stadt die Wirtschaft ankurbeln möchte.

Warum betreibt die Stadt einen solchen Aufwand? Fachdienstleiter Manfred Albat: „Das ist nicht ganz uneigennützig. Die Stadt möchte Gewerbesteuereinnahmen erzielen“, sagt er.

Denn mit dem Unternehmerabend haben die anwesenden Vertreter der Firmen Gelegenheit, Netzwerke zu bilden. Die Vernetzung sei das klassische Thema der Wirtschaftsförderung, so Albat. Die Firmen kommen ins Gespräch und bauen Geschäftsbeziehungen auf. Ein Beispiel: Ein Blumenladen profitiert von Neuansiedlungen, sorgt für die grüne Dekoration in den neuen Büroräumen.

Die Stadt unterstützt zudem Vermieter und Projektentwicklung bei der Suche nach Mietern. Die Stadt erhält Suchanfragen von Firmen nach potenziellen Gewerbeflächen. Wenn der Stadt Informationen über leerstehenden Immobilien vorliegen, reicht sie diese weiter.

„Die Gewerbesteuer hat sich in den vergangenen beiden Jahren positiv entwickelt“, sagt Albat. „Es boomt in Raunheim“, sagt denn auch Bürgermeister Thomas Jühe und spricht von einem „aufsteigenden Raunheim“. Die Gewerbesteuereinnahme sei der objektivste Parameter über die reale Einnahmesituation, die derzeit über alle Unternehmensbranchen hinweg positiv sei.

Das liege an der gesamtwirtschaftlichen Lage aber auch an den Neuansiedlungen. Aufträge durch neue Ansiedlungen schlagen sich bei den ortsansässigen Handwerksbetrieben nieder. Mit den neuen Firmen steigt die Zahl der Beschäftigten, was sich auf die Gastronomie auswirkt.

Gewerbevereinsvorsitzender Dieter Kissel räumt ein, dass in seinem Verein die ganz großen Gewerbesteuerzahler nicht vertreten sind. Er vernimmt aber auch keine Klagen.

Klagen sind auch dem Echo bei Gesprächen mit Unternehmen nicht zu Ohren gekommen. „Raunheim ist ein guter Standort“, sagt Marcel Geist, Inhaber der Allgemeinen Finanzentwicklung. Die Lage und die Entwicklung der Infrastruktur seien hervorragend. Die Stimmung unter den Unternehmern sei positiv, stellt der 39-Jährige fest.

„Die Auftragslage ist gut“, versichert auch Volker Schultheis von der am Gewerbegebiet Mönchhof ansässigen Firma Zoth. Der 73-jährige Prokurist und lobt im gleichen Atemzug die Stadt, die sich um die Unternehmen kümmere.

Wolfgang Schrimpf, Mitinhaber des Dekorationsgeschäftes „De Lade“, berichtet ebenfalls von gut gehenden Geschäften. Der 68-Jährige kritisiert jedoch die Parkplatzsituation im alten Ortskern. „Es gibt zu wenig Parkplätze“, betont er.

Ingo Haller eröffnete vor zwei Jahren seinen Edeka-Markt und findet, „alles was in Raunheim läuft“ gut. Egal, ob dies das Kerweteam sei oder der Unternehmerabend, mit dem Synergieeffekte erzielt werden könnten. Er befände sich in einer guten Situation, der Laden laufe, sagt der 47-Jährige. Mögliche Verbesserungen arbeite die Stadt ab, die Anbindung der Flörsheimer Straße an die Bundesstraße 43 (Anschluss West) nimmt er positiv auf.

Steinmetz Ralf Müller-Triffterer erklärt, er habe sogar neue Mitarbeiter einstellen müssen. Das positive Bild begründet der 57-Jährige mit der Struktur der Stadt, der positiven Stimmung und dem Wirken des Bürgermeisters. Die Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt seien riesig. Er wisse nicht, was es zu verbessern gebe.

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