Die ersten beiden Kandidaten auf der SPD-Liste, Sanaa Boukayeo und Frank Tollkühn. Foto: Rüdiger Koslowski
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Die ersten beiden Kandidaten auf der SPD-Liste, Sanaa Boukayeo und Frank Tollkühn. Foto: Rüdiger Koslowski

Politik

Boukayeo ist die Spitzenkandidatin

Sozialdemokraten stellen ihre Liste für die Kommunalwahl auf

Rüsselsheim-Not macht erfinderisch. Wenn schon in Coronazeiten auf kulturelle Veranstaltungen verzichtet werden muss, warum dann sich und die Parteikollegin nicht einfach mal schnell als das frühere Gesangsduo Cindy & Bert bezeichnen? So geschehen durch den SPD-Parteivorsitzenden Nils Kraft - er als Bert und die Fraktionsvorsitzende Sanaa Boukayeo als Cindy.

Gesungen haben die beiden indessen nicht, aber dennoch gestern in der Stadthalle den Ton bei der Mitgliederversammlung der Sozialdemokraten nicht verfehlt. Die SPD bereitete sich auf die Kommunalwahl am 14. März im kommenden Jahr vor und wählte die Kandidaten der Liste für die Stadtverordnetenversammlung sowie für die Ortsbeiräte der Stadtteile Bauschheim und Königstädten.

Vertrauen und Zuverlässigkeit

Die SPD stehe für Vertrauen und Zuverlässigkeit, die SPD habe "Vertrauen in Rüsselsheim", so Kraft. Die Sozialdemokraten müssten ein Bild der Stabilität, Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit abgeben. Gerade auf lokaler Ebene werde eine Partei maßgeblich über die Fraktion wahrgenommen. Die Kandidaten müssten deshalb Vertrauenswürdigkeit ausstrahlen.

Eine Listenfindungskommission hatte den anwesenden 41 stimmberechtigten Mitgliedern eine Vorschlagsliste präsentiert. Für Änderungen der Listenplätze wären Kampfabstimmungen nötig gewesen, was bei keinem Kandidaten der Fall war. So mussten also nur die Wahlvorschläge mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent der Ja-Stimmen bestätigt werden, was in geheimer Wahl bei allen Kandidaten erfüllt wurde.

Die Liste führt Sanaa Boukayeo an. Sie erhielt 37 Ja-Stimmen. Auf Platz zwei folgt Frank Tollkühn (39 Ja-Stimmen) und auf Platz drei Renate Meixner-Römer (35 Ja-Stimmen).

Boukayeo hatte vor der Wahl die Arbeit der Fraktion in der aktuellen Legislaturperiode gelobt. Die Fraktion sei stabil und eine verlässliche Kraft gewesen. Auf den Erfolgen der vergangenen Jahre wolle die SPD aufbauen. Rüsselsheim wachse, es gelte in den kommenden Jahren in die Schullandschaft zu investieren. Außerdem müsse bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.

Für die Kandidatenliste seien Menschen benötigt worden, die Funktionen ausfüllen wollen. Die SPD habe junge Leute auf aussichtsreiche Plätze setzen wollen, und es sei ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis gewünscht worden. Wichtig sei zudem, dass die vielfältige Stadtgesellschaft repräsentiert werde.

Es sei eine Liste mit etablierten Kräften entstanden, und es werde jungen Menschen eine Chance gegeben, so Parteichef Kraft. Unter den ersten 15 Plätzen fänden sich zehn Personen, die bereits ein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung oder ein Amt im Magistrat haben. Zugleich würden aber auch drei junge Frauen und zwei Männer erstmals für die SPD in die Kommunalwahl gehen.

Bewerberinnen für den Bundestag

Insgesamt kandidieren auf der Liste für die Stadtverordnetenversammlung 45 Personen. Darunter befinden sich 22 Frauen und 23 Männer, die aus acht Nationen kommen. Dies verdeutliche die Internationalität der Liste, so Nils Kraft. Auf Platz fünf der Liste steht Lea Kotyga, die erste neue und junge Kandidatin. Sie ist Vertreterin der Jusos und Kassiererin im Unterbezirksverband. Die 24-Jährige wohnt in Königstädten. Kraft bemerkte, dass Königstädten in der Stadtverordnetenversammlung nicht mehr so stark vertreten sei wie Bauschheim.

Die Kandidatenliste für den Ortsbeirat in Bauschheim führt Natalie Kolb an. Auf der Liste für den Ortsbeirat Königstädten steht Lea Kotyga ganz oben.

Bei der Mitgliederversammlung stellten sich zudem die Bewerberinnen der SPD für die Kandidatur um das Bundestagsmandat vor. Die 30 Jahre alte Melanie Wegling ist seit 2016 Fraktionsvorsitzende in Ginsheim-Gustavsburg. Sie setzt sich für Gerechtigkeit und Chancengleichheit ein. Steuergerechtigkeit, Umweltschutz und Mobilitätswende sind ebenfalls ihre Themen. Sie sei optimistisch, dass die SPD wieder stark werde.

Die 29 Jahre alte Berivan Tayboga ist stellvertretende Integrationsbeauftragte bei der SPD in Kelsterbach. Auch sie fordert Bildung für alle, in die Bildung müsse investiert werden. Solidarität und Hilfsbereitschaft seien ihr wichtig, und sie wolle den Rechtsextremismus bekämpfen. Rüdiger Koslowski

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