Wohin geht die Reise: Chanson, Musette, Punk und Balkan-Elemente - bei der Band "La Gapette" kann man sich nie ganz sicher sein. Foto: Schneider r
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Wohin geht die Reise: Chanson, Musette, Punk und Balkan-Elemente - bei der Band "La Gapette" kann man sich nie ganz sicher sein.

Kultursommer 2021

Bretonische Wundertüte

  • VonPeter Wolfgang Fritz Schneider
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Gelungener Auftakt des Konzertsommers im Adamshof

Rüsselsheim -Die Sonne lachte bei angenehmen Temperaturen in den Adamshof im Opel-Altwerk und die 120 Besucher, die zur Eröffnung des Rüsselsheimer Kultursommers 2021 zugelassen waren, freuten sich mit. Viele stadtbekannte Gesichter aus Politik und Wirtschaft waren zu sehen und überall fanden soziale Interaktionen endlich wieder ohne den Umweg Bildschirm statt, eine befreiende Atmosphäre.

Der Abend stand im Zeichen der nun schon 60 Jahre bestens funktionierenden Städtepartnerschaft Rüsselsheims mit dem normannischen Evreux.

Putziger Akzent

Mit authentischem Charme und putzigem Akzent moderierte die Französin Nathalie Licard - bekannt aus der Harald-Schmidt-Show - die Veranstaltung, die wie schon vergangenes Jahr auf dem Gelände der Motorworld-Manufaktur Rhein-Main stattfinden durfte. Als Genießerin lobte sie natürlich die gute Fischmahlzeit, die sie zum Empfang genießen durfte und wusste die Opelstadt mit Witz zu preisen, bevor Kulturdezernent und Bürgermeister Dennis Grieser die Bedeutung des Kultursommers hervorhob: "Das war gefühlt der längste Winter unseres Lebens, endlich können wir uns wieder treffen.

50 Veranstaltungen mit Musik und Kunst liegen vor uns, wir stehen für Vielfalt und möchten für jedes Alter ein ansprechendes Programm bieten können." Grieser erinnerte auch an den Beginn der Partnerschaft mit Evreux im Jahr 1961 und die Kunstreise "Illustratio" mit Werken von Bengt Foshag im Jahr 2020 in die Stadt in der Normandie.

Die lange Liste der Sponsoren, die den Kultursommer ermöglichen, darunter als Hauptsponsor die Stadtwerke Rüsselsheim, wurde mit ausgiebigen Dankesworten bedacht. Im Dialog mit Nathalie Licard stellte sodann Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Peter Scheerer Gemeinsamkeiten mit der Kulturwelt fest -" wir sorgen für Lebensqualität auf einer elementaren Stufe und die Kunst für Lebensqualität auf einer höheren Stufe" - und wusste mit dem Modell der Bürgerbeteiligung an den Stadtwerken geschickt Werbung in eigener Sache zu machen.

Bistro-Flair und Röhrenradio

Endlich kam dann die Kunst der Musik zum Zuge: In einem stimmungsvollen und aufwendigen Bühnenbild, das original französisches Bistro-Flair mit Theke, Tischchen und alten Röhrenradios verströmte, spielte die Band "La Gapette" aus dem bretonischen Vitré ihre ganz eigene Musette-Variante.

Die mit eben der "Gapette" schirmbemützten sechs Musiker öffneten eine stilistische Wundertüte mit ihrer "Chanson Muzouche". Zwar immer auf folkig-akustischer Grundlage, gab es eine wilde und unterhaltsame Reise durch Chanson, Musette, Punk und Balkan-Elementen, gern auch gut verquirlt.

Selbstredend wurde nur französisch gesungen, was sicher nicht von jedem verstanden wurde, doch dass es um Trinken, Lieben und Leben ging, war offensichtlich. Die zwei Bläser und die formidable Akkordeonspielerin Heléne Provost setzten solistische Glanzpunkte über der in jeder Taktart sattelfesten Rhythmussektion mit Gaele Ros am Baß und Mino Berlan an den Drums.

Mal melancholisch verträumt, mal fröhlich oder mitklatsch-heischend rustikal, da war für jeden etwas dabei. Ein gelungener Auftakt, der Appetit auf mehr machte und von den Zuhausegebliebenen wie schon im letzten Jahr per Livestream verfolgt werden konnte. peter schneider

Nathalie Licard führte durch den Abend, Bürgermeister Dennis Grieser eröffnete ihn mit einem einleitenden Grußwort.

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