Programm „Kompass“

Bürger sollen sich sicherer fühlen

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Die Stadt Rüsselsheim will mehr für die Sicherheit in der Stadt tun und beteiligt sich am landesweiten „Kompass“-Programm. Vor allem die Bürger sollen miteinbezogen werden.

Objektiv ist es so: Rüsselsheim hat im vergangenen Jahr eine Aufklärungsquote bei Straftaten von 64,3 Prozent. Ein Wert, der in Hessen durchaus positiv herauszuheben ist. Im Vergleich mit den elf größten Städten im Land rangiert Rüsselsheim damit auf Platz 4. Subjektiv kann das Sicherheitsempfinden der Bürger durchaus von Statistiken abweichen. Das zeigen immer wieder Umfragen.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) erinnerte gestern bei einem Besuch im Rüsselsheimer Rathaus an ein Beispiel in Maintal. Dort hatten Bewohner angegeben, eine Bahnunterführung zu meiden, weil sie sich an dem dunklen Ort zu vorgerückter Stunde nicht mehr wohl fühlten. Eine Einschätzung, die selbst die Bürgermeisterin von Maintal, Monika Böttcher (parteilos), überraschte. Das Problem wurde schnell behoben. Es wurden Hecken geschnitten und eine neue Laterne aufgestellt, die den Platz genügend ausleuchtete.

Herausgefunden wurde dies, nachdem die Kommune eine Befragung bei Bürgern vornahm, nachdem sie sich dem „Kompass“-Programm angeschlossen hatte. „Kompass“ steht für „Kommunal Programm Sicherheits-Siegel“ und wurde erst Ende vergangenes Jahr aufgelegt, um mehr für das „subjektive“ Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu tun. Als Modellkommunen wurden damals neben Maintal noch Schwalbach, Bad Homburg und Hanau ausgewählt. 17 weitere stießen seitdem hinzu. Irgendwann sollen möglichst viele hessische Kommen daran teilhaben können.

Auch in Rüsselsheim könnte man sich vonseiten der Stadt eine Umfrage unter den Bewohnern zum Thema Sicherheit vorstellen. Denkbar wäre auch ein Fragebogen oder eine öffentliche Versammlung. Hauptsache man erhält am Ende ein erstes Meinungsbild.

Doch so weit ist es noch lange nicht. Gestern wurde im Rathaus zunächst symbolisch ein Schild von Hessens Innenminister Peter Beuth an Rüsselsheims Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) über die offizielle Teilnahme am „Kompass“-Programm überreicht. Bausch bezeichnete die Teilnahme am Landesprogramm als einen „wichtigen Schritt“ für die Sicherheit in der Stadt. Das Schild soll später an einer Außenmauer des Rathauses angebracht werden. Hinzu kommen soll am Ende noch ein Siegel, über dessen Vergabe das Innenministerium zu einem späteren Zeitpunkt entscheidet.

Zunächst gilt es, eine Menge an Daten und Informationen zur Sicherheitslage in der Stadt zu sammeln. Daran wird sich auch die Polizei beteiligen und ihre Einschätzung über Kriminalitätsschwerpunkte und -felder in der Stadt abgeben, kündigte gestern Bernhard Lammel, Polizeipräsident für Südhessen, bei dem Treffen an.

Über das „Kompass“-Programm sollen die Fäden dann zusammenlaufen und die Zusammenarbeit von Stadt, Bürgern und Beamten mittels Arbeitsgruppen auf eine neue Grundlage stellen. Ein erstes Treffen der Stadt mit dem Präventionsrat der hessischen Polizei hat es schon gegeben. Weitere kommunale Sicherheitskonferenzen sollen folgen, so dass am Ende Maßnahmen abgestimmt und durchgeführt werden können. Trotz hoher Aufklärungsquote stehe man in Rüsselsheim vor großen Herausforderungen, was die Sicherheit der Bürger betrifft, hob Polizeipräsident Lammel hervor.

Der Beamte verwies auf einen „

Schutzmann vor Ort

“, der in Rüsselsheim eingeführt werden könnte, wie beispielsweise in Schwalbach schon geschehen. Vorstellbar sei für ihn auch der Einsatz von Videoüberwachung, mit der man bereits beim Hessentag gute Erfahrung gemacht habe. Außerdem sprach er sich abermals dafür aus, über den Einsatz eines freiwilligen Polizeidienstes nachzudenken.

Oberbürgermeister Udo Bausch nannte gestern die Sicherheit und Sauberkeit, die Beratung für Senioren sowie die häusliche Gewalt als die Schwerpunkte in der Arbeit mit dem „Kompass“-Programm für die nächste Zeit. Außerdem betonte er seine Null-Toleranz-Haltung gegenüber der Drogenkriminalität. Wissenschaftlich begleitet wird das Programm in Rüsselsheim zukünftig von der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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