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Bürgerinitiative Pro Opel-Altwerk entwickelt Forderungen an neue Eigentümer

Was passiert denn nun mit dem Gebäude-Komplex im Herzen der Stadt? Die Bürgerinitiative Pro Opel-Altwerk entwickelt Forderungen.

Fragt man ein bisschen in Rüsselsheim herum, um Geschichten über das Opel-Altwerk zu hören, bekommt man viele verschiedene Anekdoten berichtet: Manche haben in dem Gebäude-Komplex Jahrzehnte gearbeitet, andere haben beim Musik-Festival „Phono Pop“ ihre Lieblingsband gesehen. Das Werk ist eng mit der jüngeren Stadtgeschichte verbunden – kein Wunder also, dass da bei einigen Rüsselsheimern die Alarm-Glocken klingeln, wenn das Werk mal wieder den Besitzer wechselt. Jetzt war es wieder so weit: Zu Jahresbeginn wurde bekannt, dass die schwäbische Unternehmensgruppe Dünkel das Werk übernimmt und bereits große Pläne geschmiedet hat.

Im Gespräch sind ambitionierte Vorhaben: „Wohnungsbau, Oldtimer-Ausstellung, Büroflächen, Event-Halle, Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel, Handwerksbetriebe, Erhalt der Bausubstanz“ wurden bei der Vorstellung genannt, doch kann man diesen großen Plänen Glauben schenken? Sind sie überhaupt realistisch?

Um solche dringenden Fragen abzusprechen, kam es nun zu einem Treffen der zuletzt eher leise auftretenden Bürgerinitiative Pro Opel-Altwerk. Die Gruppe hatte sich vor einigen Jahren engagiert gegen einen großflächigen Abriss des Gebäude-Komplexes und gegen die Installation eines Einkaufszentrums eingesetzt. Nun zeigen sie sich mit den Vorstellungen der schwäbische Unternehmensgruppe einigermaßen einverstanden. Gleichwohl noch wenig Konkretes bekannt ist, hieß es beim Treffen: „Nach aktuellem Kenntnisstand sieht es so aus, dass wir mit den neuen Eigentümern an vielen Stellen zusammenkommen können.“

Doch damit das Areal bei aller positiven Stimmung kein Fremdkörper inmitten der Stadt wird, will die Initiative einige Forderungen stellen. So soll etwa keine allzu große Verkehrsbelastung für Rüsselsheim entstehen: Die Gruppen-Mitglieder diskutierten beispielsweise über einen städtischen Ankauf der durch das Areal verlaufenden Straßen. „Die Straßen müssen öffentlich bleiben“, lautete eine Forderung. So solle verhindert werden, dass ein geschlossener Wohnkomplex entsteht.

„Ein normaler Stadtteil, kein geschlossenes Projekt“, soll die Devise nach Vorstellungen der Initiative für das alte Opel-Werk lauten. Entsprechender Wohnraum soll geschaffen werden. Doch wie viel? Studentisches Wohnen oder Sozialwohnungen? Wie steht es eigentlich um eine Kita? „Zunächst werden wir uns die Pläne des Investors anhören“, heißt es unisono am Ende der Sitzung. Man wolle den neuen Eigentümer keinesfalls verprellen und ihm konfrontativ gegenübertreten.

Ein Treffen zwischen BI und der Unternehmensgruppe wird bereits in der nächsten Woche stattfinden. Am Donnerstag, 1. März, tagt die Initiative erneut öffentlich, um die Ergebnisse des ersten Zusammentreffens zu besprechen.

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