Heimat- und Verkehrsverein

Bürgermeister enthüllt mit Heimat- und Verkehrsvereins neues Straßenschild

Seit 2011 gibt es in Ginsheim-Gustavsburg auf Initiative des Heimat- und Verkehrsvereins eine Aktion, bei der Straße und Gassen ihren ursprünglichen historischen Namen wiedererhalten. Am Donnerstag erhielt eine Gasse an der Herrmann-Löns-Allee den Namen „Kuhgässje.“

Es ist ein kleines, fast unscheinbares Gässchen, dass kurz hinter dem Eingang zum Gemeindezentrum der evangelischen Kirche, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, abgeht und an seinem Ende auf die Herrmann-Löns-Allee trifft. „Diese Gasse geht auf unseren Großvater Wurzelhan zurück.

Er hat 1913 ein Haus an der Pfarrer-Haus Straße gekauft und dort auch Landwirtschaft betrieben“, erzählen Helga Smit, geborene Wurzelhan und Birgit Eichel, ebenfalls geborene Wurzelhan. „Unser Großvater hatte auch eine Kuh und ein Pferd. Mit Beiden ist er immer durch die kleine Gasse in Richtung Acker gefahren“, berichten die beiden Cousinen weiter. „Nach einer Weile haben die Kinder, die in der Gasse spielten, den Weg ’Kuhgässje’ genannt.“

Bisher habe die kleine Gasse keinen Namen gehabt, gibt Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha zu. Doch am Donnerstagnachmittag soll sich das ändern. Auf Initiative des Heimat- und Verkehrsvereins haben sich etwa 30 Gäste zusammengefunden, um der Enthüllung des neuen „alten“ Straßennamens beizuwohnen. „Dies ist nun die achte Umbenennung und in diesem Fall die Benennung einer Gasse“, erklärt Hans-Benno Hauf, zweiter Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins.

Im Jahre 2011 hätte der Verein eine Aktion ins Leben gerufen, um an die im Volksmund und in der Vergangenheit genutzten mundartlichen Bezeichnungen von Straßen und Gassen in Ginsheim und Gustavsburg zu erinnern. Verschiedene Straßen und Gassen hätten seitdem einen historischen, zweiten Namen zu ihrem modernen Namen erhalten. In Ginsheim wurde seitdem beispielsweise die „Kerschgass“ und die „Backesgass“ unter den offiziellen Straßennamen montiert. In Gustavsburg gibt es bereits eine „Froschkaut“ und eine „Milchgass.“

„Zukunft braucht Herkunft“, bekräftigt Bürgermeister von Trotha und bezeichnet die Namens-(um)-benennung verschiedener Straßen und Gassen als schöne Tradition. „Wir müssen wissen, wo wir herkommen. Und mit den Zusatzschildern und den darauf in Mundart stehenden Namen ist das jederzeit deutlich zu sehen.“

Gemeinsam enthüllen Hauf und von Trotha nach ein paar Ladehemmungen – das verhüllende Tuch wollte sich nicht lösen lassen – schließlich das neue Gassenschild. Begeistert klatschen die Gäste, allen voran Helga Smit und Birgit Eichel, Beifall.

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