1. Startseite
  2. Region
  3. Kreis Groß-Gerau
  4. Rüsselsheim

Pit Bull Terrier macht am Mainufer Jagd auf brütende Schwäne

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Ein freilaufender Hund hat zwei brütende Schwäne am Mainufer in Rüsselsheim gehetzt und gebissen. Der 19-jährige Hundebesitzer aus dem Taunus ist der Polizei bereits bekannt.

Am vergangenen Samstagnachmittag kam es am Rüsselsheimer Landungsplatz zu einer sehr unschönen Szene: Ein Hund soll auf zwei Schwäne am Mainufer losgegangen sein, die dort seit rund fünf Jahren regelmäßig zur Frühjahrszeit brüten. Der Hund habe die Vögel ins Wasser getrieben, laut Zeugenaussage soll mindestens einer der beiden Schwäne angefallen und schwerverletzt worden sein.

Das Nest der Schwäne ist seitdem verweist, die neun zurückgelassenen Eier sollen Tierschützer an sich genommen haben. Verschiedene Zeugen schilderten der Redaktion den Vorfall. Und alle sind sie schockiert über das, was sie da mit ansehen mussten.

Ein Polizeisprecher bestätigte jetzt den Vorfall auf Nachfrage. So soll es sich bei dem verantwortlichen Hundebesitzer um einen 19-jährigen Mann aus dem Taunus handeln, der am Samstagnachmittag in Begleitung einer Frau und seinen zwei Hunden am Mainufer entlang spaziert sei.

Nicht an der Leine

„Bei den beiden Hunden soll es sich laut Angaben des Besitzers um zwei American Pit Bull Terrier handeln – wovon lediglich ein Hund an einer Leine gehalten wurde“, teilt die Polizei mit. Der andere Terrier, der frei am Landungsplatz herum lief, machte offenbar Jagd auf die beiden Schwäne.

„Derzeit wird die Zuständigkeit allerdings noch geprüft“, so der Sprecher. Gesichert ist, dass der 19-jährige Hundebesitzer bereits polizeibekannt ist. Weitere Angaben zur Person wollte die Polizei allerdings nicht machen.

Eine Zeugin des Vorfalls, die später auch die Polizei rief, berichtet, dass der freilaufende Hund die beiden Schwäne zunächst aus dem Nest aufgeschreckt und dann ins Wasser getrieben habe. Nachdem einer der beiden Schwäne zurück ans Ufer und offenbar zurück zum Nest wollte, habe der Hund schließlich zugebissen. „Es gab jede Menge Blut“, heißt es. Das Geschehen habe sich daraufhin ins Wasser verlagert, irgendwann habe der Hund vom Schwan abgelassen.

Ob die Schwäne die Attacke überlebt haben, das kann derzeit niemand so genau sagen. Besorgte Rüsselsheimer hatten während des Wochenendes immer mal wieder Ausschau nach den Tieren gehalten. Zwar sollen verschiedene Schwäne am Landungsplatz gesichtet worden sein – doch ob es sich um das attackierte Pärchen handelte, das ist noch unklar. Mittlerweile sammelt sich Müll in dem verwaisten Nest.

Um die neun Eier, die das Schwanenpaar im Nest zurücklassen musste, kümmern sich derzeit Tierschützer. Zunächst sollen in der Nähe wohnende Rüsselsheimer die Eier an sich genommen haben, um sie vor Nestdieben zu schützen und zu wärmen. Mittlerweile sollen sich die Eier jedoch im Besitz von professionellen Tierschützern in Geinsheim befinden. „In den bestmöglichen Händen“, sagt Martina Chane, die das „Projekt Oase“ betreibt, eine Aktion, die sich für den Erhalt der Wasservögel-Population rund um Frankfurt einsetzt. Auch sie hat den Fall mit Entsetzen verfolgt und sich zunächst im Internet , später auch telefonisch eingeschaltet. Sie weiß auch, dass die Rettung nicht zu spät kam. Laut Martina Chane seien die Eier mittlerweile durchleuchtet worden. „Dabei wurden Bewegungen festgestellt.“

Bußgeld droht

Wie die Stadt mitteilt, übernimmt nun das Rüsselsheimer Ordnungsamt den Fall. Es wird zu einer Anhörung kommen, dem Hundebesitzer droht ein Bußgeld.

Die Anteilnahme der Rüsselsheimer Bürger an der Attacke auf die beiden Schwäne war groß. So hatten sich übers Wochenende zahlreiche besorgte und betroffene Rüsselsheimer auf Facebook zu Wort gemeldet.

Auch interessant

Kommentare