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Kurze Wege, handlungsorientierter Unterricht: Der Bedarfsplan für die Beruflichen Schulen Groß-Gerau sieht beides vor.

BSGG

Der Campus soll zukunftsfähig werden

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Die Anforderungen an Bildungseinrichtungen haben sich geändert. Der Bedarfsplan des Kreises will die BSGG attraktiver gestalten.

Der Kreistag des Kreises Groß-Gerau stimmte jüngst der Aufgabenstellung und dem Erweiterungsbedarf für den Ausbau der Beruflichen Schulen (BSGG) in Groß-Gerau einstimmig zu. Damit ist ein weiterer Schritt getan, die Beruflichen Schulen zu einem attraktiven und zeitgemäßen Ort des Lernens umzugestalten.

Die Gebäude seien nicht nur sanierungsbedürftig und das Raumkonzept veraltet. Auch die Anordnung der Fachbereiche entspreche nicht mehr den Anforderungen, urteilt der Kreis in der Beschlussvorlage. Von 1997 bis 2005 wurde die Schule zwar grundsaniert und umgebaut, doch nun ist der Bedarf größer denn je. Im vergangenen Jahr besuchten rund 2860 Schüler die BSGG, etwa 200 Schüler mehr als zwei Jahre zuvor. Mit Blick auf die steigenden Schülerzahlen und den Platzmangel, soll die Schulentwicklungsplanung für die BSGG möglichst zügig umgesetzt werden.

Im Zuge der Neugestaltung wird sich die der Campus auch äußerlich verändern. Das Gebäude an der Darmstädter Straße, in dem bis zum Jahr 2014 die Oberstufe der Prälat-Diehl-Schule und die BSGG gemeinsam untergebracht waren, soll nach den Plänen des Kreises abgerissen werden. Durch den Abriss und Neubau eines Komplexes bestehend aus drei Gebäuden wird Platz für die räumliche Anpassung an die inhaltliche Weiterentwicklung der Schule geschaffen.

Denn Ziel ist es, thematisch verwandte Fachbereiche in jeweils einem gemeinsamen Gebäude-Campus zusammenfassen, so werden zukünftig Fahrzeug- und Elektrotechnik im selben Gebäude unterrichtet.

Zurzeit müssen die Schüler den gesamten Campus der BSGG queren, um von den Unterrichtsräumen zu den Werkstätten zu gelangen. Geplant sind deshalb integrierte Fachräume, damit der Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen leichter fällt. Die kurzen Wege sollen des Weiteren die Zusammenarbeit in den Fachteams erleichtern, so die Idee.

Das Konzept sieht darüber hinaus Selbstlernzonen, Teamräume und zusätzliche Fachräume unter anderem für die Fachbereiche E-Mobilität, Gesundheit und Umwelttechnik vor.

Nicht nur die Schüler müssen umziehen, auch die Schulverwaltung (pädagogisch, administrativ, Schulsozialarbeit) soll räumlich gebündelt werden. Bisher sind die Schuldirektoren in Einzelbüros in unterschiedlichen Gebäudeteilen untergebracht. Weil in den vergangenen Jahren zusätzliche Angebote in der Schulsozialarbeit sowie der Ausbildungsberatung und Berufsorientierung entstanden sind, soll mit der Bündelung auch mehr Raum für Konferenzen und Besprechungen geschaffen werden.

Bei einem Neubauvolumen von rund 6 600 Quadratmetern, rechnet der Kreis mit Kosten in Höhe von circa 30 Millionen Euro. Der Betrag ist im Haushaltsplan 2018 und in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2023 eingeplant. Ob die Schüler während der Bauphase in andere Gebäudeteile ausweichen können oder gar in Container umziehen müssen, sei abhängig vom Konzept und der Aufteilung in Bauabschnitte.

Derzeit prüfe der Kreis Groß-Gerau, ob die bauliche Erweiterung und Neuorganisation der BSGG Fördergeld aus dem Förderprogramm „Hessische Qualifizierungsoffensive“ erhalten kann.

Nach Abschluss der Entwurfsplanung wird der Grundsatzbeschluss mit der Kostenberechnung dem Kreistag zur Genehmigung vorgelegt.

Die Wortbeiträge der Kreistagsabgeordneten waren durchweg positiv. Kerstin Geis (SPD) befürwortete, dass Flächen innerhalb der Schule nach Unterrichtsschluss auch weiterhin der Kreisvolkshochschule zur Verfügung stehen werden.

Peter Engemann (FDP) lobte die räumliche und inhaltliche Zusammenlegung der Fachbereiche. Das Projekt sei deshalb so wichtig, weil die Berufsbildung vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen immer mehr an Bedeutung gewinne.

Helmut Kinkel (FW) regte an, eine Jugendherberge an den Campus anzuschließen, damit Schüler von Landesfachklassen eine Bleibe nahe der BSGG finden. Auch Peter Ziemainz (CDU) war zufrieden mit der Bedarfsplanung, bemängelte aber die veraltete arbeitstechnische Ausstattung an den Berufsbildenden Schulen, vornehmlich in Sachen Digitalisierung. „Hier sehe ich signifikanten Nachholbedarf.“

Keinen weiteren Redebedarf sahen die Abgeordneten beim Bau einer zweiten Grundschule in Raunheim. Aufgrund steigender Schülerzahlen und in Ermangelung von Möglichkeiten, die Pestalozzischule an ihrem Standort zu erweitern, soll eine weitere Grundschule gebaut werden. Der Kreistag beschloss somit einstimmig die Teilfortschreibung des Schulentwicklungsplans 2015-20 zur Errichtung einer zweiten Grundschule in Raunheim.

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