+
Der Caritas-Helferkreis macht mit seinen Besuchen kranken und alten Menschen eine Freude.

Krankenbesuchsdienst

Caritas-Helferkreis klagt über geringe Spendenbereitschaft im Treburer Ortsteil

  • schließen

Erst haben Günter und Helga Seemann den Seniorenkreis eingestellt, jetzt droht auch dem Besuchsdienst wegen geringer Spenden das Aus.

Die Sommersammlung des Caritas-Helferkreises vom 25. Mai bis 3. Juni ist in Astheim wohlbekannt. Seit vielen Jahren nutzen Günter und Helga Seemann das Spendengeld für den Krankenbesuchsdienst. Doch den wird es im nächsten Jahr vielleicht nicht mehr geben. Das Geld ist knapp geworden.

„Unser Hilferuf scheint leider nicht angekommen zu sein, und die Spendenbereitschaft in diesem Jahr mit nur drei Prozent der 1400 Haushalte in Astheim war zu gering“, teilt Günter Seemann mit. Lediglich 28 Briefe hätten ihren Weg zurück gefunden, nachdem langjährige Helfer die Schreiben an alle Haushalte verteilt hatten.

Viele der Freiwilligen waren Stammgäste beim Astheimer Seniorenkreis, bis dieser im letzten Jahr eingestellt worden war. Die Seemanns hatten den Kreis 50 Jahre lang geleitet und aus Altersgründen aufgeben müssen. Über das Engagement habe sich das Paar sehr gefreut, aber das Bemühen scheiterte. In den vergangenen Jahren hatten noch 15 bis 20 Prozent der Haushalte gespendet.

Der Einbruch sei unerwartet, sagt Helga Seemann. Doch sie hat eine Theorie: Es gibt keine Bankfilialen mehr in Astheim. Erst schloss die Volksbank im Ort, im Januar folgte die Kreissparkasse. Geblieben sind sogenannte Selbstbedienungszonen mit Kontoauszugsdrucker und Geldautomat. Das helfe den Senioren allerdings nur wenig, wenn sie Überweisungen tätigen wollen, etwa an die Caritas. „Die älteren Leute sind morgens auf die Bank gegangen und haben mal fünf oder zehn Euro überwiesen. Nur wenige schicken ihre Kinder zur Bank, um für sie Geld zu überweisen“, sagt Seemann. Online-Banking nutzten meist nur die Jüngeren.

Von dem gespendeten Geld muss die Ortsgruppe die Hälfte an den Caritas-Verband abführen. Was dann noch übrig bleibt, soll für kleine Geschenke für kranke Menschen verwendet werden. „Wir besuchen regelmäßig kranke, hilfsbedürftige und alte Menschen in unserer Pfarrgemeinde St. Petrus in Ketten“, erläutert Seemann. Fast 100 Betroffene besuche die Ortsgruppe jährlich und übergebe dabei kleine Präsente. „So wollen wir die Verbindung mit der Kirchengemeinde, den Alten und Kranken aufrechterhalten“, berichtet Günter Seemann. Der Caritas-Helfer-Kreis bedankt sich bei allen Spendern.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare