+
Das älteste Fahrzeug am Platz: Ein Ford Modell T, Baujahr 1923.  Fotos: Rüdiger Koslowski

Nostalgie

Beim Oldtimer-Treffen F40-meets-Classic Car kommen historische Autos und deren Bewunderer zusammen

Eine breite Palette Oldtimer gibt es stets beim F40-meets-Classic Car-Treffen. Auch diesmal durften die Besucher wieder automobile Schmuckstücke aus längst vergangenen Zeiten bewundern.

An dem großen Cadillac Fleetwood findet der kleine Bub kein Interesse. Sein Blick fällt vielmehr auf die beiden Fahnen, die vorne befestigt sind. Mal zupfen, mal ziehen, mal schauen was passiert. Ob er der einzige Besucher ist, der sich auf dem ehemaligen Blöcher-Gelände in der Elisabethenstraße zwischen Restaurant F40 Las Brisas und dem Campus F-Bau nicht von den alten Karosserien einfangen lässt, kann nur vermutet werden.

Allenthalben schlendern die Leute an Fahrzeugen vorbei, werfen neugierige und interessierte Blicke durch geöffnete und geschlossene Scheiben, schauen unter die Motorhauben, freuen sich über schnurrende Motorengeräusche. Die Fotoapparate leisten an diesem sonnigen Wintertag Schwerstarbeit.

Die Fachleute fachsimpeln über Motoren, Leistung, Karosserie und Ausstattung. „Der scheint im Originalzustand zu sein“, stellt ein Besucher mit Kennerblick fest, als er einen Opel Manta B unter die Lupe nimmt.

Und mittendrin der Bratwurst-Sepp mit seinem Vespa-Bratmobil. Baujahr 1987 – damit ist er sogar noch in der zugelassen Altersspanne. Denn Fahrzeuge bis zu dem Baujahr 1989 dürfen am F40 meets Classic Cars-Treffen teilnehmen. Einer Präsentation von Oldtimern, die vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde von Heinz Zettl, Mitbegründer der Ausstellung Opel Classic, dem Rüsselsheimer Investor Alexander Höbig, Dieter Krocker, ehemaliger Opel-Mitarbeiter, sowie Kurt Röder, ehemaliger Leiter der Rüsselsheimer Wirtschaftsförderung.

Tausend Besucher

Mit 30 Autos hatten sie angefangen, vor zwei Jahren waren es 50 Fahrzeuge. Beim neunten Treffen seien es heute rund 250 Fahrzeuge bei geschätzten tausend Besuchern, freut sich Zettl. „Der Bedarf ist da, die Leute kommen“, stellt er fest. Inklusive des Klassiker-Treffens werden Oldtimer im Rhythmus von zwei Monaten präsentiert.

Zettl, der immer wieder ins Gespräch mit Gästen verwickelt wird, kommt gar nicht raus aus dem Schwärmen. Hier ein Opel Kapitän aus der Vorkriegszeit, Baujahr 1939, dort ein Opel 1,3 Liter Baujahr 1938, ein Ford Mustang, ein Buick Riviera, ein Jaguar Mark II, ein Citroen DS aus den 70er Jahren, zwei Leichenwagen auf der Basis des Opel C-Rekord und der Opel Manta B. „Früher hat man über den Manta Witze gemacht, heute ist es ein gesuchtes Exemplar“, weiß Zettl zu berichten.

Mit dem ältesten Fahrzeug fuhr ein Kelsterbacher vor, der seinen Namen allerdings nicht nennen mochte. Bei seinem Auto handelt es sich um ein Ford Modell T, Baujahr 1923, auch Tin Lizzie, die Blechliesel, genannt. Vorne sind die Hörner eines Stiers befestigt, hinten stehen die Kartoffelsäcke auf der Ladefläche. Dem Fahrzeug ist der Zahn der Zeit anzusehen. Der Besitzer putzt es bewusst nicht. „Das sieht so besser aus“, ist er überzeugt.

Karl-Norbert Weilbächer hat seinen Schlepper der Marke John Deere, Baujahr 1972, dagegen ordentlich herausgeputzt. Er kommt gerne zur der Ausstellung, schaut sich die Fahrzeuge an und schwätzt mit den Besuchern.

Mitveranstalter Höbig stellt das MAN-Nutzfahrzeug 758L1 aus dem Jahr 1957 vor. Er will es restaurieren und an den Etappen die Besucher teilhaben lassen. Bei der letzten Ausstellung war noch kein Motor eingebaut. Heute können sich die Besucher an dem 150 PS starken V8-Motor nicht satt hören.

Schick in Schwarz

Das absolute Gegenstück ist der schicke, schwarze Bitter CD des Mainzers Axel Scholl. Erich Bitter baute Automobile unter anderem auf Opel-Basis.

Der Bitter CD ist ein umgebauter Opel Diplomat aus dem Jahr 1980, erzählt der stolze Besitzer. An das Auto kam er durch einen Zufall. Es wurde ihm einfach zum Kauf angeboten. „Ein bisschen musste ich noch schrauben“, sagt Scholl. Der Clou: Es war Bitters Firmenfahrzeug.

Das ist es, was Zettl und seine Mitstreiter wollen. Die unterschiedlichsten Autos und Marken zeigen und die Leute zusammenführen, die sich für die Autos interessieren.

Die nächsten Classic-Cars-Treffen sind am 28. April, 18. August und 20. Oktober. Am 30. Juni ist an den Opelvillen das Klassikertreffen.

Von Rüdiger Koslowski

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare