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Bundesligastart des JCR in Großhadern

Comeback von Conrad – als Coach

Es könnte eine entspannte Saison werden für den Judo-Club Rüsselsheim. Durch die anstehende Bundesliga-Reform, die für 2017/18 eine Aufstockung des Feldes auf neun Mannschaften vorsieht, gibt es in diesem Jahr keinen Absteiger. „Wir können also ohne Druck reingehen“, sieht JCR-Präsident Edgar Binder den fünf Kampftagen gelassen entgegen.

Dreimal hat das Team von Trainer Andreas Esper Heimrecht in der Bundesliga-Südstaffel. Dabei wartet am Samstag, 6. Mai, um 18 Uhr in der Großsporthalle gleich „ein Kracher“ (Esper) auf den JC Rüsselsheim. Mit dem TSV Abensberg kommt „der FC Bayern München des Judos“, wie Binder erwartungsvoll meint.

Zum Rundenauftakt steht allerdings an diesem Samstag um 17 Uhr beim TSV Großhadern zuerst eine schwere Auswärtsaufgabe an. Frank Conrad übernimmt für den verhinderten Esper das Coaching. Keine überraschende Situation. Der langjährige JCR-Kämpfer hat Ende 2015 seine aktive Laufbahn beendet, fuhr seitdem weiter mit zu den Bundesligakämpfen und unterstützte Esper bei der Betreuung. Nun trägt Conrad erstmals die alleinige Verantwortung.

Dabei gibt sich der 30-Jährige zuversichtlich: „Es muss viel passen, aber wir sind da nicht ganz chancenlos und können an einem guten Tag und mit etwas Glück schon einen Punkt holen. Das hängt natürlich auch davon ab, mit welcher Mannschaft Großhadern antritt.“

Der JCR selbst fährt in „guter Besetzung“ nach München, findet Conrad und rechnet fest mit ausländischer Verstärkung. Simon Eurich fällt zwar wegen einer Knieverletzung aus, und Lars Kilian muss nach einer Schulteroperation Anfang des Jahres noch pausieren. Zudem hat Alexander Gabler den letztjährigen Tabellenvierten verlassen. Ansonsten sind aber alle heimischen Kämpfer dem Judo-Club treu geblieben. Und weiter könne man „auf einen Großteil“ der bisherigen ausländischen Athleten zurückgreifen, freut sich Binder.

Neben Tobias Schirra als deutscher Meister 2015 in der 73-Kilo-Klasse haben die Rüsselsheimer mit Eduard Trippel den deutschen Meister in der Klasse bis 90 Kilo in ihren Reihen. Der 20-jährige Ausnahmeathlet, der am Wochenende in Warschau sein EM-Debüt im Männerbereich gab, wird allerdings nur sporadisch zur Verfügung stehen, da er sich auf die EM und WM der Junioren im September und Oktober fokussiert. „Den ein oder anderen Kampf werde ich aber dabei sein“, bekundet Trippel.

Zur Zielsetzung äußert sich Trainer Andreas Esper wie gewohnt verhalten. Eine Platzierung mochte er nicht ausgeben. „Wir wollen vor allem gute Heimkämpfe abliefern.“ Binder gibt sich da konkreter: „Wir wollen schon versuchen, wieder die Playoffs zu erreichen – auch wenn es natürlich ungleich schwerer wird, da ja Abensberg wieder dabei ist.“ Mit Blick in die Zukunft fügt der Präsident hinzu: „Ziel muss es in den nächsten zwei, drei Jahren sein, dass wir uns in der Breite verbessern.“ Schließlich warten nach der Bundesligareform acht Kampftage auf seine Mannschaft. Da gelte es, „den Nachwuchs behutsam heranzuführen“.

Ist Nils Faßmann bereits für die 1. Bundesliga startberechtigt, muss der ebenfalls erst 16-jährige Max Trippel noch bis zum nächsten Jahr warten. Frank Conrad gibt allerdings zu bedenken, dass „für Nils der Sprung von der Jugend zu den Erwachsenen bis 90 Kilo schwerer ist als bei den leichteren Klassen“. Auch Andreas Esper, der am Wochenende Nils Faßmann und Max Trippel beim U18-Europacup in Berlin betreut, will dem Nachwuchs die nötige Zeit geben.

Was drin ist in der kommenden Saison, hängt für Frank Conrad zudem stark vom Rundenverlauf ab, „davon, welche Athleten wir an den einzelnen Kampftagen an den Start bekommen und wie die Gegner aufgestellt sind“. Das Viertelfinale zu erreichen, sei nicht unmöglich, „aber das ist schon eine hohe Zielsetzung“.

Bundesliga-Kämpfe des JCR: 29. April, 17 Uhr: TSV Großhadern – JCR; 6. Mai, 18 Uhr (Großsporthalle): JCR – TSV Abensberg; 20. Mai, 18 Uhr (Großsporthalle): JCR – KSV Esslingen; 17. Juni, 17 Uhr: JC Leipzig – JCR; 1. Juli, 18 Uhr (Großsporthalle): JCR – JC Ettlingen.

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