Freie Bürger stellen einen Antrag zurück, wonach Kölner Controlling-Firma helfen soll

Controlling-Firma in Trebur: Vorerst keine externe Beratung

Eine Controlling-Firma kommt erst einmal nicht ins Rathaus. Ein entsprechender Antrag der Freien Wähler ist zurückgestellt. Doch vom Tisch ist das Thema nicht.

Wie kann man Verwaltungsabläufe optimieren? Wo lassen sich Synergien nutzen, was auch den Haushalt entlasten würde? Um solche und andere Fragen ging es bereits vor einigen Wochen bei einem Seminar im Hessischen Innenministerium. Die Veranstaltung richtete sich an Kommunen, die sich nicht unter den kommunalen Schutzschirm gestellt haben. Also auch an Trebur.

„Wir haben mit Mitgliedern der Fraktionen und Verwaltungsmitarbeitern daran teilgenommen“, sagt Bürgermeister Carsten Sittmann (CDU), der die schriftliche Analyse für Trebur allen Fraktionen hat zukommen lassen. „Daraus können die Fraktionen Anträge stellen, was allerdings noch nicht geschehen ist“, unterstreicht der Verwaltungschef mit Verweis darauf, dass der noch nicht verabschiedete Haushalt demnächst wieder durch die Gremien wandert.

Vor diesem Hintergrund haben die Freien Wähler ihren Antrag, ein privates Beratungsunternehmen ins Rathaus zu entsenden, erst einmal zurückgestellt. „Die Beratung durch das Land war schließlich kostenlos, die Beratungsfirma würde Geld kosten.“

Die Freien Wähler sind auf die Firma Expense Reduction Analysts GmbH (ERA) in Köln gestoßen. ERA kann gute Referenzen verweisen, die es an die Freien Wähler weitergeleitet hat. „Ich kann die Arbeit von ERA unbedingt weiterempfehlen“, schreibt beispielsweise der Oberbürgermeister von Zweibrücken (Rheinland-Pfalz), Kurt Pirmann (SPD). Die Kindertagesstätten Nordwest, ein Eigenbetrieb der Hauptstadt Berlin, ist ebenfalls voll des Lobes: „Die Zusammenarbeit mit ERA gestaltete sich immer konstruktiv.“

Den Kostenfaktor relativiert allerdings die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hülya Tiril-Müller: „Kosten fallen bei ERA nur dann an, wenn ein Einsparpotenzial klar definiert wurde.“ Die Freien Wähler wollen die ERA GmbH daher nicht ad acta legen. Gegen ein Controlling, auch durch ein außenstehendes Unternehmen, hätte Bürgermeister Sittmann nichts einzuwenden, im Gegenteil.

Auf diese Weise könnte beispielsweise dargelegt werden, in welchem Ausmaß Verwaltungsmitarbeiter durch die Politik gebunden werden, was schließlich Geld koste.

„Ich habe daher veranlasst, dass Verwaltungsberichte, die auf die Fraktionen zurückgehen, künftig ausweisen, was sie gekostet haben“, kündigte der Bürgermeister an, der einen solch aktuellen Bericht, wie neulich erstellt, auf nicht weniger als 400 Euro beziffert hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare