Seit einem Jahr gibt es den Rüsselsheim-Pass (unten), die Ehrenamts-Card beinhaltet automatisch den Rüsselsheim-Pass. foto: rüdiger koslowski
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Seit einem Jahr gibt es den Rüsselsheim-Pass (unten), die Ehrenamts-Card beinhaltet automatisch den Rüsselsheim-Pass.

Soziales

Corona bremst Rüsselsheim Pass aus

1200 Menschen haben im vergangenen Jahr den neuen Rüsselsheim Pass bekommen. Doch dann kam der Lockdown. Die Stadt ist trotzdem zufrieden.

Rüsselsheim -Vor einem Jahr wurde der Rüsselsheim-Pass vorgestellt. Dieser neue Pass löste den bisherigen Berechtigungsausweis ab, mit dem ermäßigt oder kostenlos städtische Einrichtungen besucht werden konnten. Der Erfolg des neuen Ausweises lässt sich wegen der Corona-Pandemie und des Lockdowns nur schwer messen. Die Stadt zieht für diese Zeitung dennoch eine Bilanz.

Die Bezeichnung Berechtigungsausweis habe nicht die Identifizierung mit der Stadt gefördert und sei als stigmatisierend empfunden worden, sagt Gabriele Wacker von der Pressestelle. Neben der Namensgebung sei auch der berechtigte Personenkreis erweitert worden.

Inhaber der Ehrenamts-Card, Kräfte im freiwilligen sozialen Jahr und im Bundesfreiwilligendienst, Wohngeldempfänger, Kinderzuschlagsempfänger und Asylbewerber dürfen den Pass beantragen.

Sie erhalten Ermäßigungen oder Gebührenerlasse für die Schwimmbäder, die Stadtbücherei, das Theater, die Musikschule, das Stadt- und Industriemuseum, die Ausstellungen der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen, die Seniorenfastnacht und für die Erholungsfahrten der Leitstelle Älterwerden.

An 1200 Menschen ausgegeben

Im vergangenen Jahr sei der Rüsselsheim-Pass an rund 1200 Menschen ausgegeben worden, informiert Wacker. Den Berechtigungsausweis hätten im Jahr 2017 rund 220 Personen erhalten. Das sei eine Steigerung von 545 Prozent, betont sie.

Im vergangenen Jahr sei der Pass an keinen der Dienstleistenden aus dem Bundesfreiwilligendienst und des freiwilligen sozialen Jahrs ausgegeben worden. Dagegen sei er von rund 40 Asylbewerbern beantragt worden, die ihn auch erhalten hätten.

Aufgrund des Lockdowns hätten die Vergünstigungen im Zusammenhang mit dem Rüsselsheim-Pass nur sehr eingeschränkt in Anspruch genommen werden können. Deshalb könne derzeit bei Asylbewerbern noch nicht von einer integrativen Wirkung ausgegangen werden. Dies werde sich jedoch ändern, wenn die Angebote wieder zur Verfügung stehen, ist sich Wacker sicher.

Vor allem im Schwimmbad

Insgesamt habe das Theater vergünstigte Karten an fünf Personen verkauft, die Jahresgebühr der Stadtbücherei habe sich für elf Personen und der Eintritt des Museums für fünf Personen reduziert. Zu den Ferienspielen der Jugendförderung sei ein Kind vergünstigt angemeldet worden. Bei der Leitstelle Älterwerden wurde der Rüsselsheim-Pass bislang nicht vorgezeigt.

Im Waldschwimmbad und dem Schwimmbad An der Lache seien vergünstigte Karten an insgesamt 147 Personen mit Rüsselsheim-Pass verkauft worden, die die Bäder 825 Mal besucht hätten. Von ihnen waren 25 Personen außerdem im Besitz einer Ehrenamts-Card.

Über die Nutzung an der VHS ließen sich zum aktuellen Zeitpunkt noch keine validen Aussagen treffen, so Wacker.

Die Musikschule habe einen Zuwachs aus Familien, deren Kinder nun die Möglichkeit haben, kostenfrei am Unterricht teilzunehmen, verzeichnet. Im Jahr 2020 hätten 23 Kinder den Unterricht wahrgenommen. Dass der Rüsselsheim-Pass sowohl die Entgelte für den Unterricht und die Leihinstrumente abdeckt, führe zu einem deutlich erhöhten Interesse an den Angeboten aus Familien, für die dies bisher eine Hürde darstellte. Dies fördere die kulturelle Bildung in bedürftigen Familien.

Stadt ist zufrieden

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sei die Stadt mit der Ausgabe des Rüsselsheim-Passes zufrieden, so Wacker. Die Verwaltung rechne damit, dass die Anzahl nach einem dauerhaften Ende des Lockdowns steigen werde. Parallel zum Rüsselsheim-Pass gibt es weiterhin die Ehrenamts-Card. Berechtigte für den Erhalt der Ehrenamts-Card seien auch für den Rüsselsheim-Pass berechtigt, so Wacker. Wichtig sei, dass die Ehrenamts-Card hessenweit gültig ist und somit auch Menschen, die nicht in Rüsselsheim leben oder Anspruch auf den Rüsselsheim-Pass haben, Vergünstigungen erhalten. Umgekehrt können mit der Ehrenamts-Card auch Rüsselsheimer Angebote in ganz Hessen vergünstigt in Anspruch nehmen.

Die Nachfrage nach der Ehrenamts-Card sei nach wie vor vorhanden. Jedoch sei den wenigsten bewusst, dass dies automatisch den Erhalt des Rüsselsheim-Passes beinhaltet. Jedem Schreiben zur Übersendung der Ehrenamts-Card liegt daher eine entsprechende Information dazu bei. Häufig genutzt wird die Ehrenamts-Card für Angebote der Stadt. Eine genaue Erhebung liege indessen nicht vor.

rüdiger koslowski

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