Im Martin-Niemöller-Haus wurden bereits Bewohner und Mitarbeiter geimpft. Für die anderen beiden Heime in der Stadt gibt es noch keine Termine.   foto: rüdiger koslowski
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Im Martin-Niemöller-Haus wurden bereits Bewohner und Mitarbeiter geimpft. Für die anderen beiden Heime in der Stadt gibt es noch keine Termine.

Rüsselsheim

Geringe Impfbereitschaft im Pflegeheim: Viele Mitarbeiter skeptisch

In einem Pflegeheim in Rüsselsheim gab es für Senioren bereits die erste Impfdosis. Einige Mitarbeiter stehen der Corona-Impfung aber skeptisch gegenüber.

Rüsselsheim - Eine hohe Impfbereitschaft unter den Bewohnern, eine geringe Impfbereitschaft unter den Mitarbeitern. Dies konstatiert Gerd Brückmann, Geschäftsführer von Mission Leben, dem Betreiber des Altenpflegeheims Martin-Niemöller-Haus, in einem Gespräch mit dieser Zeitung.

Der erste Impftermin war bereits Ende Dezember. Das Seniorenwohnheim hatte die Impfbereitschaft unter den Bewohnern und den Mitarbeitern abgefragt und vom Impfzentrum in Groß-Gerau einen Termin erhalten. Montags am späten Nachmittag habe das Haus der Anruf erreicht, am kommenden Tag sei bereits geimpft worden, berichtet Brückmann.

85 Prozent der über 100 Bewohner hätten sich impfen lassen. Es habe einige wenige Skeptiker gegeben, sowohl unter den Bewohnern als auch unter ihren Betreuern und Bevollmächtigten. Brückmann betont gleichwohl, dass es keine Corona-Leugner gebe. Die übrigen 15 Prozent könnten sich durchaus noch beim zweiten Termin impfen lassen, sollten sie das wünschen.

Rüsselsheim: Nur rund 30 Prozent der Mitarbeiter in Pflegeheim wollen sich gegen Corona impfen lassen

Von den rund 130 Mitarbeitern hätten sich indessen nur rund 30 Prozent impfen lassen wollen. Die Impfverweigerer hätten nicht unter den ersten Geimpften sein wollen, weiß Brückmann. Rationalität und Emotionalität würden bei ihnen auseinanderfallen, es gebe bei ihnen diffuse Ängste.

„Ich glaube, dass sich das abbaut“, meint er. Bei der Einführung der Schnelltests habe es anfänglich eine ähnliche Zurückhaltung gegeben, weil ihre Zuverlässigkeit angezweifelt worden war. Er versuche, die Mitarbeiter intensiv zu überzeugen, aber keiner könne zu einer Impfung gezwungen werden. Er selbst habe sich übrigens impfen lassen, um mit persönlichem Beispiel voranzugehen.

Für das Haus am Ostpark und die Senterra Pflegeresidenz Am Friedensplatz lag bis Mitte der vergangenen Woche noch kein Impftermin vor. Die Seniorenwohnheime müssten die Zustimmungen der Bewohner und Mitarbeiter an den Kreis melden, so Pressesprecher Volker Trunk. Die Planung erfolge nach den zur Verfügung stehenden Impfdosen. Ein Wohnheim werde nicht bedient, wenn klar sei, dass die Dosen nicht ausreichen würden, aber parallel ein Haus vollständig geimpft werden könne. Der Kreis melde den Bedarf und wünsche sich, zwei Tage zuvor von der Lieferung zu erfahren, so Trunk. Derzeit werde der Impfstoff nach Verfügbarkeit geliefert. Es sei nicht bekannt, wie viele Impfdosen geliefert werden würden.

Corona-Impfung: Bereitschaft in anderen Pflegeheimen in Rüsselsheim hoch

Die Pflegeresidenz Am Friedensplatz habe bereits ihre Unterlagen eingereicht und warte nun auf einen Termin, informiert Leiter Dieter Kral. Von den derzeit 80 Bewohnern würden sich nur vier nicht impfen lassen wollen. Von den 84 Mitarbeitern seien noch nicht alle gefragt worden, weil sich einige im Urlaub befänden. Die Unterlagen von Bewohnern und Mitarbeitern dürften separat eingereicht werden. Bisher gebe es noch keine Absage, es gebe bisher keine Impfgegner. „Die Impfbereitschaft ist da“, versichert Kral.

Bei der Frage der Risikoreduzierung durch die Impfung weist der Leiter darauf hin, dass grundsätzlich weiterhin die Hygienevorschriften einzuhalten seien. Er begrüße gleichwohl die Impfung, denn das Sicherheitsgefühl werde sich für Bewohner und Mitarbeiter erhöhen.

Für das Haus am Ostpark des GPR Klinikums liege ebenfalls noch kein Impftermin vor, so Nadine Ringler, Referentin der GPR-Geschäftsführung. Bei den Bewohnern sei die Impfbereitschaft sehr hoch, ein großer Teil der Mitarbeiter werde sich ebenfalls impfen lassen. Zahlen konnte sie indes nicht nennen. Es werde ausdrücklich für die Impfung geworben. Sie wies jedoch auf die freie Entscheidung der Mitarbeiter hin, die Gründe für eine Verweigerung lasse sich die Leitung nicht nennen. Ziel sei es gleichwohl, eine möglichst hohe Zahl von Mitarbeitern impfen zu lassen. „Wir sehen uns als Unternehmen dabei auf einem guten Weg“, so Ringler. (Rüdiger Koslowski)

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