Schüler und Lehrer der Martin-Buber-Schule in Groß-Gerau mussten am Mittwoch (23.11.2020) die Sporthalle räumen. Hier soll ein Impfzentrum entstehen.
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Schüler und Lehrer der Martin-Buber-Schule in Groß-Gerau mussten am Mittwoch (23.11.2020) die Sporthalle räumen. Hier soll ein Impfzentrum entstehen.

Corona-Pandemie

Groß-Gerau: Sporthalle wird zum Corona-Impfzentrum

Die Martin-Buber-Schule in Groß-Gerau soll Anlaufpunkt für Corona-Impfungen werden. Derzeit wird eine Sporthalle dafür eingerichtet. Auch Opel macht ein Hilfsangebot.

  • Die Vorbereitungen für die Corona-Impfungen laufen im Kreis Groß-Gerau auf Hochtouren.
  • In einer Sporthalle der Martin-Bubler-Schule entsteht ein Impfzentrum.
  • Für ganz Hessen werden rund acht Millionen Impfdosen benötigt.

Groß-Gerau - Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Am Mittwoch (25.11.2020) bereits wurden Schüler und Lehrer der Martin-Buber-Schule in Groß-Gerau angewiesen, die Sporthalle bis 14 Uhr komplett zu räumen. Am Donnerstag (26.11.2020) soll alles bereits sauber sein, so die Frist. Der Platz wird gebraucht. Der Kreis Groß-Gerau plant, dort ein Impfzentrum für Corona-Impfungen aufzubauen. Es wäre damit eines von 30 Impfzentren in ganz Hessen. Noch hat die Kreisverwaltung das nicht bestätigt, bis Freitag will man es spätestens verkünden, schon jetzt laufen aber die Vorkehrungen an der Schule in der Wilhelm-Seipp-Straße, die sich in direkter Nachbarschaft zur Kreisverwaltung und der Kreisklinik befindet.

Corona-Impfzentrum im Groß-Gerau soll an sieben Tagen die Woche geöffnet sein

Neben den Schülern der 5. bis 10. Klassen nutzen auch viele Vereine die Halle auf dem Schulgelände der integrierten Gesamtschule. Die große Sporthalle befindet sich in einem separaten Gebäude, ist lichtdurchflutet von zwei Seiten, hat einen markanten roten Hallenboden und eine Tribüne. Für den Sportunterricht steht noch eine kleinere Sporthalle zur Verfügung, die ebenfalls vom Kreis für die kommenden Monate genutzt werden soll. Es wäre die größte Impfaktion der hessischen Geschichte, die auch in Groß-Gerau über die Bühne gehen soll. Sieben Tage die Woche, von 7 bis 22 Uhr soll dann im Impfzentrum geimpft werden. „Noch nie in unserem Land hat es so etwas gegeben“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vor wenigen Tagen.

Noch steht der genaue Zeitpunkt einer Impfstoff-Zulassung nicht fest. Eine hessische „Impf-Task-Force“ plant aber bereits mit den Kommunen und Kreisen, die landesweiten Impfungen am 15. Dezember beginnen zu lassen. Pro Tag soll es dann landesweit 30.000 Impfungen geben. Rein rechnerisch könnte nach acht bis neun Monaten alles beendet sein und die Martin-Buber-Schule auch wieder ihre Halle zur Verfügung haben.

Corona in Hessen: Rund acht Millionen Dosen Impfstoff benötigt

Um Herdenimmunität zu erreichen, wird eine Impfquote von 60 bis 70 Prozent angestrebt. Das sind in Hessen rund vier Millionen Menschen. Die Landesregierung geht davon aus, dass so viele Menschen auch geimpft werden wollen. Wegen der nötigen doppelten Gabe des Impfstoffs werden somit acht Millionen Impfstoffdosen benötigt und ebenso viele Impftermine. Angesichts der Produktionskapazitäten und der weltweiten Nachfrage werden die Hersteller diese für Hessen benötigte Menge aber erst nach und nach liefern können.

Die Impfung werde von geschultem, medizinischem Personal vorgenommen, heißt es vom Land Hessen weiter. Die Ärzte für das Kreis-Impfzentrum zu koordinieren, gehört auch zu den Aufgaben des Landratsamtes in Groß-Gerau. Die Zeit bis Mitte Dezember ist knapp bemessen. Hinter den Kulissen wird deshalb gerade mit Hochdruck an der Umsetzung gearbeitet.

Corona-Impfzentren in Hessen werden nach dem gleichen Muster errichtet

Wie soll der Impftermin ablaufen? Ein bisschen wie beim Blutspenden. Jedes Impfzentrum wird nach dem gleichen Muster mit verschiedenen Stationen aufgebaut sein, so viel steht fest: Anmeldung und Aufnahme, ein Platz für die vorgeschriebene Beratung durch den Arzt, der Raum fürs Spritzen und ein Ort, an dem man noch etwas zur Beobachtung bleiben kann.

Jeder Impfwillige braucht zwei Termine - im Falle des zurzeit favorisierten Biontech-Impfstoffs mit drei Wochen Abstand. Die Termine sollen weitgehend automatisch vergeben werden. Das soll über ein Einladungsverfahren laufen, man würde also angeschrieben. Hochrisikogruppen und medizinisches Personal haben Vorrang bei den Impfungen.

Groß-Gerau: Auch Autohersteller Opel wollte Flächen für Impfzentrum zur Verfügung stellen

„Die Gesundheit der Menschen hat oberste Priorität. Wir stehen bereit, in Rüsselsheim, Flächen und Gebäude für ein Impfzentren zur Verfügung zu stellen.“ Das ließ auch Opel-Chef Michael Lohscheller am Mittwoch (25.11.2020) mitteilen. Die Nachricht machte die Runde. Auch in Kaiserslautern und Eisenach habe man angeboten, einen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie zu leisten. Dort wie auch in Rüsselsheim gebe es schließlich große Werkshallen und Parkflächen sowie eine gute Anbindung an das öffentliche Nahverkehrsnetz. Der Kreis Groß-Gerau habe die Möglichkeit in Erwägung gezogen, heißt es aus der Pressestelle, sich dann aber dagegen entschieden. Die Großsporthalle in Rüsselsheim sei auch nicht wirklich in Betracht gekommen. (ok)

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