Kräfte der Bundeswehr nehmen seit Februar im Haus am Ostpark Corona-Schnelltests vor. Foto: Rüdiger Koslowski
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Kräfte der Bundeswehr nehmen seit Februar im Haus am Ostpark Corona-Schnelltests vor.

Corona

Darf die Bundeswehr in der Seniorenresidenz weiter testen?

Die Kreisverwaltung in Groß-Gerau zögert bei der Verlängerung des Einsatzes von Soldaten im Haus am Ostpark - sehr zum Bedauern des Beirats.

Rüsselsheim -Die Seniorenresidenz Haus am Ostpark erhält seit Anfang Februar Unterstützung von Bundeswehrsoldaten, die bei Besuchern und Personal einen Corona-Schnelltest durchführen. Ihr Auftrag wurde bereits mehrmals verlängert. Am 17. Mai sollte ihr Einsatz für das Haus am Ostpark nun endgültig auslaufen.

Zum Entsetzen von Hélène Schunk, der Vorsitzenden des Einrichtungsbeirates der Seniorenresidenz. Der Vertrag sei nicht verlängert worden, informierte sie traurig diese Zeitung. Sie habe zunächst bei Landrat Thomas Will (SPD) um eine Verlängerung des Auftrags gebeten. Der habe ihr indessen nur eine "nichtssagende" E-Mail geschickt. In dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, hatte Will indessen zumindest die ablehnende Haltung bezüglich einer weiteren Verlängerung begründet.

"Die Bundeswehr soll weiter testen", sagt Schunk unterdessen. Das Personal arbeite bereits am Limit. Wenn die Mitarbeiter nun auch noch die Schnelltests vornehmen müssten, bleibe keine Zeit mehr für die Bewohner.

Weite Wege sind nicht zumutbar

Dass es inzwischen Testzentren gebe, weiß Schunk auch. Aber sie gibt zu bedenken, dass die Angehörigen der Bewohner häufig auch nicht mehr die Jüngsten seien. Es sei ihnen nicht zuzumuten, dass sie für einen Besuch in der Residenz durch ganz Rüsselsheim fahren oder laufen müssten, um einen Schnelltest zu machen.

Der Einrichtungsbeirat habe dann von der Bundeswehr erfahren, dass eine Verlängerung durchaus möglich sei. Es sei nur ein neuer Antrag seitens des Landratsamtes notwendig.

Die Hilfe der Bundeswehr laufe in absehbarer Zeit aus, erklärt Angelica Taubel von der Öffentlichkeitsarbeit des Kreises auf Nachfrage. Dies sei auch stets in Richtung der Heime kommuniziert worden. Ferner nähmen längst nicht alle Heime die Hilfe der Bundeswehr beim Testen in den Häusern in Anspruch, so der Hinweis Taubels. Nach aktuellem Stand laufe der Einsatz noch bis 17. Mai. Dies sei bereits eine Verlängerung über Ende April hinaus.

Die Unterstützung sei für die besonders prekäre Zeit gedacht gewesen, als in den Heimen viele Corona-Fälle sowohl bei Bewohnern als auch bei Pflegekräften aufgetreten seien, so Taubel.

Diese Situation sei nun entschärft, da zum einen die Bewohner geimpft seien. Zum anderen hätten die Pflegedienstleitungen inzwischen ausreichend Zeit, personelle Alternativen für die Testungen zu organisieren. Ferner sei mittlerweile das Angebotsnetz für kostenfreie Bürgertests im Kreis viel engmaschiger, so dass die Besucher der Heime andere Möglichkeiten hätten, die vor einem Besuch notwendigen Corona-Tests zu erledigen, und dies nicht zwangsläufig im Heim selbst tun müssten.

So weit die Begründung des Kreises, keine erneute Verlängerung zu beantragen. Zwischenzeitlich habe nun die Senioreneinrichtung beim Kreis um eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes gebeten. Neben fünf, sechs weiteren Pflegeheimen, so Taubel.

Kehrtwende in Sicht

"Die Tendenz beim Kreis ist nun, im Sinne dieser Heime einen weiteren Verlängerungsantrag zu stellen", so die Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit. Die Entscheidung über diesen Antrag liege nun aber bei der Bundeswehr.

Eilert Kuhlmann, Leiter des Hauses am Ostpark, bestätigt, dass die Einrichtung dem Kreis einen weiteren Hilfebedarf mitgeteilt habe.

Er halte einen weiteren Einsatz der Bundeswehr für notwendig, weil die große Anzahl der Tests mit eigenen Kräften nach wie vor nicht zu leisten sei. Dass der Landrat zunächst den Einsatz nicht verlängern wollte, dazu wollte sich der Residenzleiter nicht äußern.

Schunk ist jedenfalls glücklich über diese Entwicklung. "Die Bundeswehr hat hervorragende Arbeit geleistet", betont sie. Ihre Hilfe sei eine große Entlastung für das Personal. Rüdiger Koslowski

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