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Gardetag

Darum fällt die Rüsselsheimer Straßenfastnacht aus

Der RCV sagt den diesjährigen Gardetag wegen zu geringer Beteiligung ab. Die 57. Auflage des Rüsselsheimer Straßenumzugs wird auf nächstes Jahr verschoben.

Am Ende hat sich die ganze Arbeit nun doch nicht mehr ausgezahlt: Wie der Rüsselsheimer Carneval-Verein (RCV) mitteilt, wird die Straßenfastnacht in der Opel-Stadt in diesem Jahr ins Wasser fallen. Der sogenannte Gardetag, der am 28. Januar in seiner 57. Auflage durch die Rüsselsheimer Straßen führen sollte, wird aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl nicht stattfinden. „Zum Stichtag, den 23. Dezember 2017, meldeten sich letztlich 23 Teilnehmer, die an unserem Gardetag-Umzug mitwirken wollten“, sagt Heiko Stach, Vorstandsmitglied des Vereins. Im vergangenen Jahr nahmen noch über 50 Zugnummern am Gardetag teil. „23 Nummern sind einfach zu wenig. Der Umzug hätte nicht mal eine Stunde gedauert“, sagt er.

Doch gibt es noch einige weitere Gründe für diese nun doch recht kurzfristige Absage des Umzugs: Die zu erwartenden Kosten und Auflagen der Zug-sicherung, die Koordinierung, die Bereitstellungen von Sanitäts- und Rettungsdiensten sowie Straßensperrungen, Verkehrsumleitungen und Änderung des Linienbusverkehrs rund um den Bahnhof stünden für solch einen kleinen Zug in keinem Verhältnis, heißt es in einer Stellungnahme des RCV. Zudem sei für die Organisatoren nicht klar, welche Aufwendungen rund um das Thema Sicherheit notwendig seien. Einen solch gigantischen Aufwand, wie er etwa jüngst beim Umzug des Hessentags betrieben wurde, stünde in keinem Verhältnis zur Kürze und zu dem geringen Umfang des Umzugs.

Die Stadt hatte dem Verein Unterstützung zugesagt – und sie hätte auch Wort gehalten, betont Heiko Stach. „Da gab es viel Zuspruch, die Gespräche waren sehr gut, und selbst bei diesen wenigen Zugnummern hätten wir die zugesagte Unterstützung erhalten.“ Am Ende habe man sich aber dann doch gemeinschaftlich darauf geeinigt, den Gardetag in diesem Jahr auszusetzen und für 2019 einen neuen Anlauf zu wagen: „Die Absage gibt uns nun immerhin die Möglichkeit, unsere Kräfte zu bündeln und den Gardetag 2019 langfristig zu planen.“ Die Vereine, die sich am Umzug beteiligten wollten, habe man bereits informiert. Der RCV hofft, dass sie im nächsten Jahr dennoch wieder mit von der Partie sind.

Die Absage fällt den Rüsselsheimer Fastnachtern nicht leicht: Hatte der Carneval-Verein doch bis zuletzt dafür gekämpft, die Straßenfastnacht in diesem Januar doch noch irgendwie über die Bühne zu bringen. Doch standen die Vorzeichen schlecht, schließlich stand der Gardetag doch bereits im vergangenen Jahr schon auf der Kippe: Hatten sich bis November 2016 lediglich 16 Gruppen angemeldet, kamen am Ende doch noch etwas mehr als 50 Zugnummern für den Gardetag 2017 zusammen. Schon im vergangenen Jahr erinnerte der Verein daran, dass sich einst mehr als 100 Zugruppen an der Rüsselsheimer Straßenfastnacht beteiligten, tausende Zuschauer säumten einst den Straßenrand. Kindergärten, Schulen, Sportvereine hätten sich beteiligt. 2018 ist davon nun nichts mehr übrig. Doch woran liegt das?

Für den RCV liegt das Problem auf der Hand: Weil sich der Verein im vergangenen Jahr umstrukturierte, meldeten sich viele langjährige Zugteilnehmer bei Umzügen umliegender Gemeinden an. „Es gab ja bis zum Sommer eine Unsicherheit, ob wir den Umzug durchführen können“, sagte Heiko Stach bereits vor einigen Wochen. „Diese Vereine haben sich entsprechend für andere Umzugüge angemeldet. Damit müssen wir leben.“ Der RCV konnte erst im vergangenen November mit der Ausschreibung beginnen: „Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Wir sehen die Absage deswegen auch als Herausforderung für 2019. Wir werden direkt im Anschluß an die laufende Kampagne alles in die Wege leiten, um 2019 einen Gardetag zu starten und die Teilnahme wieder attraktiv zu gestalten.

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