Die kleine Versammlung des Fördervereins "Lesen und lesen lassen" trifft sich unter Corona-Bedingungen in der Stadtbücherei. In der Mitte die Vorsitzende Maria Roos. FOTO: Hans-Dieter Erlenbach
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Die kleine Versammlung des Fördervereins "Lesen und lesen lassen" trifft sich unter Corona-Bedingungen in der Stadtbücherei. In der Mitte die Vorsitzende Maria Roos.

Vereine

Das Erzählcafé soll im November wieder angeboten werden

"Lesen und lesen lassen" zieht Bilanz eines schwierigen Corona-Jahres.

Rüsselsheim - Eigentlich wollten sich die Mitglieder des Fördervereins "Lesen und lesen lassen" bereits im März zu ihrer Hauptversammlung treffen. Doch wegen Corona ist in diesen Monaten alles anders als früher. Auch die Arbeit des Fördervereins hat vergangenes Jahr unter der Pandemie gelitten.

Einige Schulen hatten die Leseveranstaltungen mit Autoren ganz abgesagt, in anderen Schulen wurden sie unter Corona-Bedingungen abgehalten. Also in großen Mehrzweckräumen statt in Klassenzimmern.

Manchmal mussten die Autoren beim Vorlesen sogar einen Mundschutz tragen. Doch die Schriftsteller haben das hingenommen, denn oft war für sie die Veranstaltung in Rüsselsheim im vergangenen Jahr die einzige Möglichkeit, überhaupt eine Lesung durchzuführen, wie die Vorsitzende des Fördervereins, Maria Roos, bei der Hauptversammlung am Mittwochabend in der Stadtbücherei sagte.

Lesungen in Schulen

Der seit 1997 existierende Verein stagniert bei einer Mitgliederzahl von 42 Personen. Gerne hätte Maria Roos mehrere Neumitglieder aufgenommen, doch auch hier setzte Corona Schranken. Der Förderverein war froh, trotz der Pandemie wenigstens einen Teil der Veranstaltungen in den Schulen durchführen zu können. Für die Schüler, die auf Projektwochen und Klassenfahrten verzichten mussten, sei das die einzige Abwechslung gewesen. Die Lesungen gab es vergangenes Jahr allerdings in nur 13 Schulen, in normalen Jahren nehmen bis zu 20 Schulen das Angebot des Fördervereins an.

Die Angebote des Fördervereins werden von der Stadtbücherei unterstützt, welche die Bücher der Autoren vorhält und nach den Lesungen in den Schulen ein verstärktes Interesse von Kindern und Jugendlichen registriert, die sich diese Bücher ausleihen wollen, wie die stellvertretende Büchereileiterin Eva Süßmilch während der Hauptversammlung sagte. Zu dieser hatten sich bis auf zwei Ausnahmen nur die Vorstandsmitglieder eingefunden.

Wichtig sei der persönliche Kontakt der Schulklassen mit den Autoren, so Maria Roos. Deshalb halte der Verein auch wenig von Online-Lesungen.

Inzwischen plant der Förderverein sein neues Programm für den kommenden November. 15 Autoren stehen bereit. Die Schulen bekommen nach den Ferien die zugehörigen Unterlagen und können sich aussuchen, welche Autoren bei ihnen lesen sollen. Bis Ende September müssen die Rückmeldungen beim Förderverein eingegangen sein. Die Schulen müssen für die Veranstaltungen, die sich an die Klassen zwei bis zehn richten, nur einen kleinen Beitrag für das Honorar der Autoren zahlen, den Rest übernehmen Sponsoren.

Von denen kam wegen Corona im vergangenen Jahr weniger Geld als in den Vorjahren, wie Kassiererin Ursula Häußer berichtete. Flughafenbetreiber Fraport zum Beispiel habe sich komplett aus dem Sponsoring verabschiedet. In den vergangenen Jahren hatte Fraport immer zwischen 1000 und 1500 Euro überwiesen. Dafür bahne sich aber eine Kooperation mit dem Rüsselsheimer Gewerbeverein an.

Formsache Vorstandswahl

Das Erzählcafe soll im November auf jeden Fall angeboten werden, wobei auch hier noch offen ist, wie viel Gäste unter Corona-Bedingungen zugelassen werden. Bis zu sieben Autoren sollen dann jeweils zehn Minuten lang aus ihren Werken lesen, danach können sie mit den Gästen oder auch untereinander ins Gespräch kommen.

Die Vorstandswahl war nur eine Formsache. Der bisherige Vorstand mit Maria Roos an der Spitze, ihrem Stellvertreter Manfred Pöller, der Kassiererin Ursula Häußer, der Schriftführerin Renate Hosius-Willfahrt sowie den Beisitzern Anka Lange Etzel, Christoph Schäfer und Karola Pruschke-Löw wurde in seinen Ämtern bestätigt. Die Kasse prüfen weiterhin Luise Lange und Patricia Mack-Wey.

hans-dieter erlenbach

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