Die Firmengründer: Ali El-Ali (links) und Damian Young (mit Hund "Bond") stellen dem Echo den Verleih von E-Scooter in Rüsselsheim vor. fotos: rüdiger koslowski
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Die Firmengründer: Ali El-Ali (links) und Damian Young (mit Hund "Bond") stellen dem Echo den Verleih von E-Scooter in Rüsselsheim vor.

Mobilität

Das Geschäft mit den E-Scootern rollt an

Seit Mitte Mai stehen sie auf den Straßen: Wer steckt hinter dem Angebot, wo dürfen die Roller gefahren werden?

Rüsselsheim -Ein elektrisch angetriebener Roller steht auf dem Weg an der Adam-Opel-Straße zwischen Königstädten und dem Autobahnanschluss. Kurz dahinter ein weiterer. "Zeus" ist auf der Lenkstange zu erkennen. Auch ein QR-Code ist zu sehen. Die beiden Roller gehören zu einer Flotte, die seit Mitte Mai auch in Rüsselsheim genutzt werden kann. Erstmals halten damit auch die sogenannten E-Scooter auf den Straßen Einzug. Wer steckt dahinter?

Anbieter der Roller ist eine Unternehmenskooperation der Firmen "Zeus Scooters" und "Greenlog Mobility". Dahinter stecken Damian Young und Ali El-Ali. Damian Young ist Gründer und Geschäftsführer von "Zeus Scooters", einem irischen Unternehmen mit Sitz in Dublin und München, das Elektroroller in Städten anbietet. Ali El-Ali ist Gründer und Geschäftsführer von "Greenlog Mobility" aus Berlin. Sein Unternehmen bietet Lösungen für das Teilen ("Sharing") von Elektrofahrzeugen an. Beide Firmen kooperieren an unterschiedlichen Standorten miteinander und auch mit anderen Unternehmen mit dem Verleih von Elektrofahrzeugen.

Zeus macht das bereits in 24 Städten, Greenlog an über 25 Standorten. Die Arbeitsaufteilung geht jeweils so: Zeus stellt die Geräte, Greenlog baut die Infrastruktur auf, seit 15. Mai mit Zustimmung der Stadtverwaltung auch in Rüsselsheim.

Begonnen in Heidelberg

Begonnen hatte Zeus im vergangenen Jahr in Heidelberg. Das Unternehmen bevorzuge kleinere bis mittelgroße Städte, wo die großen Konkurrenten nicht platziert sind, sagt Young. Rüsselsheim sei mit einer Einwohnerzahl von rund 70 000 Menschen "interessant". Die Berufspendler von und nach Frankfurt seien ein weiterer Aspekt. Einfach von A nach B zu gelangen, besonders für die letzten Meter sei der Roller eine gute Alternative, sagt El-Ali. Touristen könnten sich auf bequeme Art durch die Stadt bewegen. Der Fokus liege aber auf der Reduzierung des Autoverkehrs.

Wie funktioniert die Ausleihe? Die Nutzer laden sich die Zeus-App herunter und registrieren sich. Einmalig wird eine Anmeldegebühr von einem Euro erhoben. Abgerechnet wird dann pro Minute. Zurzeit gibt es ein Willkommensangebot von fünf Cent. Wie lange es gültig ist, sei noch offen, so El-Ali. Regulär wird die Minute 19 Cent kosten. Abgerechnet wird schließlich über Paypal und Kreditkarte.

Nicht überall abstellen

Mit der App werden die Standorte der E-Scooter angezeigt. Die Nutzer, die das 18. Lebensjahr vollendet haben müssen, sehen auch, in welchen Bereichen sie fahren dürfen. Nämlich dort, wo auch Fahrradfahrer verkehren dürfen. Verbotene Bereiche wie Fußgängerzonen, Wälder und Grünanlagen werden ebenfalls angezeigt. Zuwiderhandlung kann mit einem Bußgeld von 15 bis 30 Euro geahndet werden. Dort dürfen die Roller auch nicht abgestellt werden. Was auch nicht möglich ist, denn das System blockiert dort die Abrechnung.

Wo die E-Scooter gefahren werden dürfen, können sie auch abgestellt werden. In der Innenstadt gibt es drei Bereiche wie dem Rathaus, wo ein Rabatt von zehn Prozent gewährt wird, wenn die Geräte dort hinterlassen werden.

Die E-Scooter sind weiträumig in der Stadt verteilt. Zentrale Standorte mit mehr als sechs Geräten gebe es eigentlich nicht, so Young.

Vielmehr werde nach dem Prinzip "free-floating" gearbeitet. Die Fahrt soll an verschiedenen Orten beginnen und enden können, die Nutzer sollen nicht erst zu einem zentralen Knotenpunkt gelangen müssen. Bauschheim wurde bisher für das Angebot noch ausgespart. Die großflächigen Bereiche seien mit der Stadt abgesprochen worden, so El-Ali. Es sollte im kleineren Rahmen gestartet werden, der Umkreis könne erweitert werden.

Morgens und Abends fährt ein Team mit einem Elektrofahrzeug durch die Stadt. Es wartet die Roller, tauscht die Akkus und verteilt sie gegebenenfalls neu.

Maximal Tempo 20

Die E-Scooter von Zeus sind vorne mit zwei Rädern ausgestattet, was einmalig in Deutschland sei, so Young. Dies mache die Roller stabiler und sicherer. Es soll zudem verhindern, dass Unfug mit ihnen getrieben wird. "Mit drei Rädern kann man weniger Tricks machen", sagt El-Ali. Zulässig ist in Deutschland übrigens eine Geschwindigkeit von maximal 20 Stundenkilometer. Die Reichweite der Akkus beträgt im Schnitt 40 bis 45 Kilometer. Sie ist abhängig vom Fahrverhalten und auch von den Neigungen auf der Strecke. Die Kapazität des Akkus wird auf einem Display am Roller und auf der App mit dem Standort des E-Scooter angezeigt.

Seit Beginn wurden bis Freitag vergangener Woche bereits 3000 Fahrten gezählt, so Young. Das sei ein sehr guter Wert, betont El-Ali. Im Schnitt legten die Nutzer 2,1 Kilometer zurück.

rüdiger koslowski

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