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Der Innenstadt-Umbau dauert noch mehrere Monate. Doch er ist bei Weitem nicht das einzige Projekt in der Opelstadt, das bis zum Hessentag beendet sein soll.

Hessentag in Rüsselsheim

Deadline Hessentag

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Die Liste der Projekte, die noch bis zum Hessentag 2017 beendet sein sollen, scheint immer länger zu werden. Bevor Sie, liebe Leser, den Überblick verlieren, haben wir uns mal an einer kleinen Bestandsaufnahme versucht.

Mitunter könnte man meinen, nach dem Hessentag 2017 geht die Welt unter. Seit Monaten wird kaum ein neuer Plan oder ein neues Vorhaben vorgestellt, ohne dass dabei der Hessentag als Ende aller Fristen, als Endpunkt über allem schwebt. Die Liste der Projekte, die bis zum Landesfest umgesetzt sein sollen, ist lang.

Sie beginnt mit der Umgestaltung des Marktplatzes, der Frankfurter Straße und des Friedensplatzes. Das gesamte Ensemble ist seit Monaten eine einzige große Baustelle. Ein Etappenziel soll noch im August oder September dieses Jahres erreicht werden. Dann soll der Marktplatz fertig und die Frankfurter Straße wieder befahrbar sein. Am Friedensplatz wird noch länger gebaut, hinzu kommen noch kleinere Straßenabschnitte, die ebenfalls bis Anfang Juni 2017 erneuert sein sollen.

Eine Treppenanlage zum Main, getrennte Areale für Spaziergänger, Fußgänger und den motorisierten Verkehr, eine Slipanlage für die Rettungskräfte und Stellplätze für Wohnmobile – so sehen die nackten Fakten des Plans zur Umgestaltung das Landungsplatzes aus. 1,8 Millionen Euro wird der Umbau kosten, bis zu 65 Prozent davon sollen über das Land kofinanziert werden. Begonnen werden soll mit den Bauarbeiten noch in diesem Jahr, wenn die Stadtverordneten mit einem entsprechenden Beschluss den Weg frei machen – was als sehr wahrscheinlich gilt.

Umstrittener als die Planung zur Umgestaltung des Mainufers sind die vorgeschlagenen Umbauarbeiten rund um die Opelvillen und die Festung. In einer Ausschusssitzung wurden Details hinterfragt und kritisiert, vereinzelt auch die Sinnhaftigkeit der Gesamtmaßnahme mit Kosten von rund 1,3 Millionen Euro (65 Prozent wieder kofinanziert über das Land). Der Plan in der Kurzfassung: Neugestaltung des Areals nach historischem Vorbild, um Opelvillen und Festung besser zur Geltung zu bringen – allerdings zulasten von Parkplätzen. Fertig soll das ganze, natürlich, bis zum Hessentag sein. Auch hier fehlt aber noch der Beschluss der Stadtverordneten, damit die Arbeiten beginnen können.

Nicht nur Großprojekte werden derzeit mit Hochdruck vorangetrieben. Wenn das Landesfest in Rüsselsheim gefeiert wird, soll auch das Theater eine wichtige Rolle spielen. Aus dem Theaterbrunnen wird dann zwar aller Voraussicht nach kein Wasser fließen, aber das Wasserspiel soll umfunktioniert werden. Fällen die Stadtverordneten einen entsprechenden Beschluss, wovon auszugehen ist, wird der Brunnen bis zum Hessentag abgedeckt, so dass er als zusätzliche kleine Open-Air-Bühne nutzbar ist. Die Kosten sollen höchsten 20 000 Euro betragen.

Auf dem Mainblock soll ein Hotel entstehen. Bis wann? Natürlich bis zum Hessentag. 120 Zimmer soll es haben, einen Vier-Sterne-Standard und Büroräume bieten. Hinzu kommt eine großzügige Außenterrasse mit Blick über den Main und eine Kleinbrauerei mit passendem Schankraum. Der Baugrund ist schon weitestgehend frei geräumt, wann die ersten Baggern anrollen, ist aber noch nicht sicher. Auch hier drängt die Zeit, der Plan ist knapp bemessen. Noch im Sommer muss etwas passieren, wenn das Projekt eine Chance haben soll, rechtzeitig bis zum Hessentag fertiggestellt zu werden.

Bis zum Hessentag soll auch die Baustelle der Familie Höll nach Möglichkeit verschwunden sein. Die baut bekanntlich derzeit die Mainlust um und wieder auf – inklusive Skybar in luftiger Höhe und Gewölbe im Keller. Im Gegensatz zum Hotel-Neubau auf dem Mainblock kommt die Mainlust eher familiär-schnuckelig daher, mit vielen liebevollen Ideen zur individuellen Ausstattung der Zimmer.

Wer den Blick über das Mainufer schweifen lässt, soll künftig mehr entdecken können als bislang. Genauer gesagt vier Kunstwerke, die im Rahmen eines Wettbewerbs entstehen sollen. 300 000 Euro soll das Projekt kosten und – natürlich – bis zum Hessentag fertig sein. Die Finanzierung wackelt allerdings, ein Rettungsplan wird derzeit erarbeitet.

Über die Zukunft des Lachebads wurde engagiert gestritten, inzwischen hat sie sich geklärt. Das alte Hallenbad wird abgerissen, nebenan ein neues gebaut. Am Mittwoch wird ein Spatenstich ganz offiziell den Beginn der Bauarbeiten markieren. Dann allerdings bleibt keine Zeit mehr für Reden und Grußworte, dann muss gebaut werden. Schließlich soll das Bad zum einem Preis von rund 13,5 Millionen Euro zum Landesfest vorzeigbar und die Baustelle verschwunden sein.

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