Vereinsvorsitzender Andreas Mueller kniet neben dem Zaum des Sportplatzes der Eintracht Rüsselsheim. Der ganze Müll, den junge Erwachsene jede Woche mutwillig über den Zaun werfen, geht den Vereinsmitgliedern auf die Nerven. foto: dan
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Vereinsvorsitzender Andreas Mueller kniet neben dem Zaum des Sportplatzes der Eintracht Rüsselsheim. Der ganze Müll, den junge Erwachsene jede Woche mutwillig über den Zaun werfen, geht den Vereinsmitgliedern auf die Nerven.

Ordnung

Den Vereinsmitgliedern stinkt der Müll

  • vonDr. Daniela Hamann
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Eintracht Rüsselsheim kämpft seit Monaten gegen Unrat auf ihrem Sportgelände an. Jetzt wollen sie eine Aufräum-Aktion starten. Und auch die Stadt hat reagiert.

Rüsselsheim -Leere Pizzakartons, Verpackungen vom Burger-Laden, dazu Dosen und leere Wodkaflaschen. All das liegt hinter dem mehr als zwei Meter hohen Zaun auf dem Sportplatz der Eintracht Rüsselsheim. Seit Monaten gehe das so, sagt Vereinssprecher und Ehrenvorsitzender Herbert Schuster. Sogar alte Autoreifen hätten die Mitglieder hinter dem Zaun gefunden.

Wie die Reifen über die hohe Barriere gehievt worden seien, sei kaum vorstellbar, sagt Schuster kopfschüttelnd. Es sei im Laufe des aktuellen Lockdowns immer schlimmer geworden. "Es wurde beobachtet, dass sich immer eine große Zahl an Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Autos auf dem Parkplatz vor unserem Sportplatz, meist ab dem späten Nachmittag, bis in die Nacht hinein treffen und gemeinsam essen, Musik hören und trinken.

Obwohl die Stadt inzwischen einen großen Mülleimer neben unserem Zaun angebracht hat, schmeißen sie ihren Müll lieber auf unser Gelände." Das Entsorgen des Mülls über den hohen Zaun habe sich inzwischen wohl zu einer Art Zeitvertreib entwickelt, vermutet Schuster. Denn der Mülleimer sei immer leer.

Außerdem werfen die Personen ihren Dreck auch einfach auf die Straße am Parkplatz. "Die Stadt kommt regelmäßig vorbei und macht sauber. Lange hält das aber nicht vor", so Herbert Schuster resigniert. Für die Mitglieder der Eintracht sei die Dauervermüllung des Vereinsgeländes nicht nur unschön anzusehen, sondern inzwischen auch extrem nervig. "Es geht uns einfach auf den Wecker, weil es mutwillig und immer wieder gemacht wird und überhandnimmt."

Normalerweise absolvierten die Mitglieder des Vereins jeden 1. Dienstag im Monat Grünpflege-Einsätze auf dem Sportplatz und zusätzlich noch einen Frühjahrs- und Herbstputz. Im Dezember und Januar seien diese Einsätze ausgesetzt worden. Nun wollen die Mitglieder den Unrat am Wochenende beseitigen. "Wir hoffen, dass danach nicht wieder schnell alles vermüllt wird. Wir appellieren dabei wirklich an die Vernunft der Menschen. Es geht dabei schließlich auch um die Umwelt und um Respekt", meint auch Andreas Keller, Vorsitzender der Eintracht. Letzteres ist unter den jungen Erwachsenen, die sich auf dem Parkplatz vor der Eintracht treffen, anscheinend nicht vorhanden.

Nach Anfrage bei der Stadtverwaltung heißt es, der Ordnungsdezernent habe, in Abstimmung mit der Landespolizei, auf einer Verfügung zu Durchsetzung eines Aufenthaltsverbots gedrungen, das in Abstimmung mit den zuständigen Stellen gestern Abend veröffentlicht worden sei (siehe Kasten).

Analog zu den Regelungen im Frühjahr 2020 werde jetzt kein Aufenthalt von Gruppen und Jugendlichen mehr geduldet. Die Stadt- und die Landespolizei werde die Durchsetzung des Aufenthaltsverbots - auch vor dem Gelände der Eintracht Rüsselsheim - regelmäßig kontrollieren. Wer sich nun dort mit anderen trifft und länger aufhält, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 200 Euro rechnen.

Im Allgemeinen werde der Bereich um den Parkplatz vor dem Sportplatz zwei bis drei Mal die Woche vom Städteservice gereinigt. Von Daniela Hamann

Die Stadt reagiert mit einem Aufenthaltsverbot

Die Stadt hat ein Aufenthaltsverbot für den Parkplatz an und um die Großsporthalle inklusive der Parkplätze an der Georg-Jung-Straße verhängt. Bereits im vergangenen Frühjahr wurde dies sehr erfolgreich durchsetzt.

Der Ordnungsdezernent Udo Bausch hat ein solches Verbot auf Bitten der Landespolizei erneut zur Umsetzung angewiesen, weil sich dort in den Abend- und Nachtstunden Personen auf dem Parkplatz treffen, den Bereich vermüllen und gegen die geltenden Corona-Kontaktbeschränkungen verstoßen. Wer sich nun dort mit anderen trifft und länger aufhält, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 200 Euro rechnen. Analog zu den Regelungen im Frühjahr 2020 wird jetzt kein Aufenthalt von Gruppen und Jugendlichen geduldet.

Das Aufenthaltsverbot ist bis zum 7. März 2021 befristet. Es ist weiterhin erlaubt, den Bereich zu durchqueren oder das Auto dort abzustellen, um zu den Sportstätten zu gelangen. Der Sport- und Trainingsbetrieb von Vereinen darf durchgeführt werden, wenn es die geltenden Corona-Verordnungen zulassen.

Die Stadtpolizei wird fortwährend Kontrollen in Absprache mit der Landespolizei durchführen. Dies gilt für das gesamte Stadtgebiet und auch für die Nachtstunden. Zudem führt die Bundespolizei zusätzliche Kontrollen am Bahnhof durch.

Die Streifen der Bundespolizei sprechen Personen wegen nicht oder nicht korrekt getragener Mund-Nasen-Bedeckungen an und kontrollieren dabei auch Ausweise. Die Kontrollen führten dazu, dass die Streifen im Januar 2021 einen Platzverweis ausgesprochen haben. red

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