Heike Schlicke (rechts) und Elke Möller freuen sich, dass diese Stechpalme den Suchwettbewerb der Bauschheimer Natur- und Vogelschütze gewonnen hat. Fotos: Maraike Stich
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Heike Schlicke (rechts) und Elke Möller freuen sich, dass diese Stechpalme den Suchwettbewerb der Bauschheimer Natur- und Vogelschütze gewonnen hat.

Umwelt

Der unerkannte Held im eigenen Garten

  • vonMareike Stich
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Heike Schlickes Stechpalme gewinnt beim Suchwettbewerb der Bauschheimer Natur- und Vogelschützer

Bauschheim -Als Heike Schlicke vor drei Jahren mit ihrer Familie in ihr neues Zuhause in Bischofsheim eingezogen ist, wusste sie gar nicht, was das für ein Baum ist, der da in ihrem neuen Garten steht. "Schön, dass hier so ein alter Baum steht und im Sommer Schatten spendet", habe sie sich damals gedacht. Dass er bei der Umgestaltung des Gartens nach den eigenen Vorstellungen stehen bleiben werde, habe nie infrage gestanden.

Und so darf sich die Bischofsheimerin jetzt über eine besondere Auszeichnung freuen. Ihre Stechpalme, denn darum handelt es sich bei dem Baum, gewann den ersten Preis bei einem Wettbewerb der Bauschheimer Natur- und Vogelschützer. Die Aktiven des Vereins hatten sich überlegt, wie sie den Baum des Jahres 2021 ins Gespräch bringen können. Die sonst übliche Infoveranstaltung sei wegen Corona ausgefallen, erklärt Günther Waldecker, der Erste Vorsitzende des Vereins.

Ein Bewusstsein für grüne Riesen

Dass Heike Schlicke am Wettbewerb teilgenommen hat, verdankt sie ihrer Nachbarin Elke Möller. Die habe davon gelesen und sie überhaupt erst darauf hingewiesen, dass das in ihrem Garten eine Stechpalme sei, "ich kannte die Stechpalme bisher eher als Strauch". Zusammen mit der Botschaft "Baum gesucht - Baum gefunden" habe Möller ihr ein Foto der Ausschreibung geschickt.

Im Jahr 1989 wurde in Deutschland der erste Baum des Jahres gekürt, seitdem rückt die Dr. Silvius Wodarz-Stiftung jedes Jahr einen anderen Baum in den Blickpunkt des Interesses. Das Ziel der Aktion ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der grünen Riesen für Mensch und Umwelt zu schärfen. Ein Anliegen, das in den vergangenen Jahren an Brisanz gewonnen hat.

Mit der Stechpalme hat sich die Stiftung für einen eher unbekannten Vertreter der Gattung entschieden. Anzutreffen ist die immergrüne Stechpalme, auch bekannt unter dem Namen Ilex aquifolium, in hiesigen Breitengraden in Wäldern und in Gärten - und zwar sowohl in Baum- als auch in Strauchform. Wozu sie sich entwickle, liege am Standort, erklärt Günther Waldecker.

Er ist persönlich nach Bischofsheim gekommen, um den Schlickes ihren Gewinn zu übermitteln. Tatsächlich überreicht wird zunächst nämlich nur symbolisch ein kleines Insektenhotel. Der eigentliche Gewinn, ein sehr viel größeres Heim für Bienen, Hummeln und Co, wird nach den Wünschen der Gewinnerin von den Aktiven des Vereins selbst gebaut werden.

Vielfältiges Erscheinungsbild

Der Gewinnerbaum misst stattliche acht Meter. Es gebe durchaus noch größere, erklärt Waldecker, aber unter den 14 gemeldeten Bäumen sei er der größte gewesen. Das Suchspiel habe zu vielen netten Begegnungen und Gesprächen geführt, freut sich der Naturschützer. Man habe alle Teilnehmer besucht und ihre Bäume vermessen. Dabei habe sich eindrücklich gezeigt, wie unterschiedlich das Erscheinungsbild der Stechpalmen sei. Blätter mit oder ohne Stacheln, gelb oder grün, einfarbig oder panaschiert, mit gelben, orangefarbenen, roten Beeren oder ganz ohne, all das sei dabei gewesen.

Auf Platz zwei des Wettbewerbs landete die sechs Meter hohe Stechpalme von Gisela und Roland Schaub aus Bauschheim. Eine besondere Erwähnung fand Platz drei, der vier Meter messende Baum von Ilse Ernst aus Nauheim, wegen seiner seltenen gelben Früchte. Maraike Stich

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