Gelb-schwarze Stelen markieren die Parkbuchten: 152 Ladepunkte können auf einer öffentlichen Fläche am Tor 60 an der Mainzer Straße angesteuert werden. FOTO: rüdiger koslowski
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Gelb-schwarze Stelen markieren die Parkbuchten: 152 Ladepunkte können auf einer öffentlichen Fläche am Tor 60 an der Mainzer Straße angesteuert werden.

Mobilität

Die neue Ladefarm ist in Betrieb

Reichlich Strom für Elektroautos gibt es jetzt endlich an der Mainzer Straße

Rüsselsheim -Nein, der Mitarbeiter dieser Zeitung durfte sein Auto nicht auf der Stromladefarm auf dem ehemaligen Parkplatz der Firma Opel parken. Dort sollte jetzt diese Ladefarm mit 152 Ladepunkten für Elektroautos eingeweiht werden. "Sie fahren einen Benziner", sagte jemand schmunzelnd. Auf dem Asphalt in der Zufahrt zu dem Areal in der Mainzer Straße am Tor 60 deutet denn auch das Symbol für Elektrofahrzeuge, ein Pkw-Zeichen mit Stecker, auf die Funktion des Parkplatzes hin.

Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) und Ralph Wangemann, Vorstand der Opel Automobile, gaben den Startschuss für den Betrieb von Electric City Rüsselsheim. Electric City heißt drei öffentlich zugängliche Ladefarmen mit insgesamt 542 Ladepunkten. Die Fläche an der Mainzer Straße ist nun in Betrieb.

An der Berggewann gibt es 200 weitere Ladepunkte, die am 30. September in Betrieb genommen werden sollen. Am Grundweg sind es nochmals 190 Ladepunkte, hier fließt ab dem 29. Oktober der Strom in die Batterien der Automobile.

Dann gibt es noch viele zusätzliche Ladestationen innerhalb des Stadtgebietes. Nämlich 132 Ladepunkte im Gebiet der Innenstadt, 26 Ladepunkte in Haßloch, 34 in Königstädten, 36 in Bauschheim, und bis zu 22 Ersatzstandorte. Sie werden sukzessive in fünf Blöcken à 25 Ladesäulen, also 50 Ladepunkten, ans Netz gehen. Sind alle betriebsbereit, können die Elektroautofahrer in Rüsselsheim an 792 Ladepunkten ihre Fahrzeuge mit Strom versorgen.

"Nicht nur ein Symbol"

Zudem will Opel auf seinem privaten Firmengelände 380 Ladepunkte zur Verfügung stellen. Die Gewobau nimmt weitere 40 Ladepunkte in Betrieb. "Electric City ist nicht nur ein Symbol, sondern wichtig für die Zukunft", meinte Bausch. Für den Oberbürgermeister ist Elektric City ein Leuchtturmprojekt. Er erinnerte daran, dass vor zwei Jahren im Hof des Rathauses der Startschuss für das Projekt gefallen sei. Nach zwei Jahren harter Arbeit sei das Ziel erreicht worden. Mit den Partnern Opel, Stadtwerke und Hochschule Rhein-Main.

Die Ladefarm auf dem ehemaligen Firmenparkplatz von Opel sei arbeitsplatz-, wohnort- und innenstadtnah. Diese kurzen Wege seien wichtig, wenn auf Elektromobilität gesetzt werden solle. "Das ist nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Bürger wichtig", unterstrich Udo Bausch.

Ein weiterer bedeutender Aspekt sei, die Emissionen aus dem Straßenverkehr zu bekommen. Die Stadt habe das Interesse, die Ladepunkte breit über das Stadtgebiet zu verteilen. Dies sei ein deutliches Zeichen für die Trendwende, emissionsloses Autofahren zu ermöglichen.

Wangemann kündigte an, von 2024 an werde jedes Opel-Modell ein elektrisches Äquivalent haben. Von 2028 an werde das Unternehmen nur noch Elektroautos verkaufen. Deshalb sei eine Ladeinfrastruktur wichtig. Der Käufer werde nur auf ein Elektroauto umsteigen, wenn es möglich sei, sein Auto aufzuladen.

Blick zurück auf 2018

Der Kampf gegen die CO2-Emission sei wichtig, es sei die Aufgabe der Generationen. Während vor einigen Jahren der Käufer eines Elektroautos noch ein Exot gewesen sei, ändere sich das Kaufverhalten immer mehr. Frank Kohmann, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Planung, blickte unterdessen auf das Jahr 2018 zurück, als am Rugbyring der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid überschritten worden sei und Fahrverbote für Dieselfahrzeuge drohten.

Der Aufbau der Ladestationen sei für die Verwaltung Neuland gewesen. Heute gehe der größte Baustein in Betrieb. Das förderfähige Projektvolumen, das unmittelbar auf die Stadt entfalle, betrage bis zu zehn Millionen Euro, informiert ein Pressetext.

Für die drei Ladefarmen seien Mittelspannungskabel verlegt und drei Transformatorenstationen mit je 1000 Kilowatt erstellt worden. Für die anderen Standorte reiche das Mittel- und Niederspannungsnetz aus. Zwei Stromspeicher mit je 1000 Kilowatt der Hochschule glichen die Lastspitzen aus. Sie speicherten auch überschüssigen Strom aus regenerativen Energien.

Bis zu 22 Kilowatt

An den Ladepunkten werde mit einer Leistung von bis zu 22 Kilowatt geladen. Dort befänden sich Typ-2-Ladebuchsen, wie sie in jedem modernen Elektrofahrzeug verbaut seien.

Die Fahrer von Elektroautos haben die Möglichkeit, einen Vertrag mit den Stadtwerken abzuschließen, über diese auch ohne Vertragsbindung punktuell zu laden oder auch Verträge mit Drittstromanbietern einzugehen. Authentifizieren können sie sich über eine Ladekarte, über das Smartphone, über QR-Codes und in naher Zukunft auch über Plug & Charge. rko

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