Renee Hildebrandt erreicht beim Garten-Wettbewerb der Gewobau in der Kategorie Vorgärten den zweiten Platz. Wie die anderen Preisträger (im Hintergrund) wird sie von Holger Münch geehrt. FOTO: Hans Dieter Erlenbach
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Renee Hildebrandt erreicht beim Garten-Wettbewerb der Gewobau in der Kategorie Vorgärten den zweiten Platz. Wie die anderen Preisträger (im Hintergrund) wird sie von Holger Münch geehrt.

Wettbewerb

Die schönsten Mieter-Gärten werden prämiert

Treppenaufgänge werden an den Geländern ebenso begrünt wie Balkongeländer, an denen Pflanzen ranken: Die Gewobau zeichnet besonders gepflegte grüne Oasen aus.

Rüsselsheim -Die Gartenjury der Gewobau hatte dieses Jahr keinen leichten Job: Fast 300 Gärten mussten die Jurymitglieder anschauen und bewerten, um abschließend zu einem Urteil zu kommen. Eine Mammutaufgabe.

Bei den zu bewertenden Gärten handelte es sich ausschließlich um Mietergärten, die ehrenamtlich betreut und vor allem hübsch hergerichtet werden. Einer sei schöner als der andere, meinte der Leiter der Wohnungswirtschaft bei der Gewobau, Holger Münch, der am Mittwochnachmittag im Festungshof die Sieger in den verschiedenen Kategorien ehrte.

Dass es im elften Jahr des Gartenwettbewerbs eine so hohe Teilnehmerzahl gab, lag sicher auch an der Corona-Pandemie, stellte Münch fest. Die Menschen konnten teilweise ihre Wohnungen kaum verlassen, fast nirgendwo hingehen und keinen Urlaub machen. Also widmeten sie sich ihren Gärten. Hatten in früheren Jahren im Schnitt knapp 200 Besitzer von Mietergärten an dem Wettbewerb teilgenommen, waren es dieses Jahr stattliche 100 Teilnehmer mehr.

Nachfrage wird immer größer

715 Mietergärten hat die Gewobau, die alle zwischen 40 und 50 Quadratmeter groß sind. Sie werden den Interessenten kostenlos zur Verfügung gestellt, wenn diese sich bereiterklären, die Gärten zu pflegen und schön herzurichten.

Von jedem Siegergarten wurde ein großes Foto gemacht. Die Sieger bekamen zudem eine Urkunde, einen Gartenkalender und einen Geldpreis, um in einer Baumschule weiteres Grün einkaufen zu können.

Holger Münch berichtete, die Nachfrage nach Gärten werde immer größer. Sie würden als ein Stück Freiheit angesehen. Nicht umsonst gebe es in Deutschland rund fünf Millionen Kleingärten. Gerade während der Corona-Pandemie hätten sich die Vorteile eines eigenen Gartens gezeigt. Man konnte draußen sein, ohne sich der Gefahr einer Ansteckung auszusetzen.

Die Gewobau, die in Rüsselsheim rund 6500 Wohnungen vermietet, hatte 2001 mit einem Pilotprojekt begonnen und drei Mietergärten zur Verfügung gestellt. Daraus wurden bis heute 715. Das Unternehmen habe viele Freiflächen. Wenn Interesse vorhanden sei, versuche man, diese Freiflächen in Mietergärten umzuwandeln, weil diese das Umfeld der Wohnanlagen verschönerten.

Mit viel Fantasie

Obst, Gemüse, Blumen und Dekorationen wurden in den Siegergärten eifrig genutzt, um sie herzurichten und für den Wettbewerb fit zu machen. Wie die Fotos zeigen, ist dabei auch viel Fantasie im Spiel. Treppenaufgänge werden an den Geländern ebenso begrünt wie Balkongeländer, an denen Pflanzen ranken.

Die Gärten förderten das soziale Umfeld, weil die Besitzer mit anderen Mietern ins Gespräch kämen, so Münch. 30 000 Quadratmeter Gewobau-Fläche seien inzwischen Mietergärten und auch ein Gewinn für die Umwelt.

Eine, die solch einen Mietergarten pflegt, ist die 81 Jahre alte Renee Hildebrandt aus der Böllenseesiedlung. Sie holte in der Kategorie Vorgärten den zweiten Platz. Hildebrandt kümmert sich um einen Vorgarten in einer Seniorenanlage. Sie schätze die Arbeit im Freien, erzählt sie, habe dieses Jahr aber enorm mit Schnecken und Maulwürfen zu kämpfen. Gegen die Maulwürfe lege sie Knoblauchzehen aus. Aber durch den vielen Regen komme der Geruch nicht zu Geltung. So lange sie gesundheitlich noch dazu in der Lage sei, wolle sie den Garten, den sie seit zwei Jahren hat, weiterhin pflegen.

In der Kategorie Mietergarten haben Gabriele und Dieter Offel aus dem Berliner Viertel vor Vladimir und Tamara Meser aus Haßloch-Nord sowie Iris Lamelza, ebenfalls aus Haßloch-Nord, gewonnen.

Bei den Vorgärten siegten Nellie und Jakob Judt aus dem Dicken Busch vor Renee Hildebrandt sowie Monika und Frank Freitag aus Haßloch-Nord. Der Anerkennungspreis Nutzgarten ging an Olga und Alexander Kutscher aus dem Dicken Busch. Hans Dieter Erlenbach

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