Die Stadt Rüsselsheim möchte die Zahl der Plätze in der Schulkinderbetreuung deutlich erweitern. Foto: dpa
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Die Stadt Rüsselsheim möchte die Zahl der Plätze in der Schulkinderbetreuung deutlich erweitern.

Soziales

Die Stadt will die Hortplätze deutlich ausbauen

Bürgermeister Grieser stellt aktuelle Zahlen zur Kinderbetreuung vor

Rüsselsheim -Wie sieht die Situation bei den Krippeplätzen aus? Wie hoch ist der Versorgungsgrad, wenn es um Kitaplätze geht? Und wie sind die Aussichten bei der Betreuung der Grundschüler? Jedes Jahr im Mai legt Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) als zuständiger Sozialdezernent den Stadtverordneten die zugehörigen Berichte vor, einhergehend mit Empfehlungen zur Beschlussfassung - so auch in diesem Jahr. In einer Video-Pressekonferenz erläuterte Grieser am Dienstag die aktuellen Vorlagen.

Zur Betreuung der bis Dreijährigen erinnerte der Dezernent an den "Krippengipfel" im Jahr 2007, als ein 35-prozentiger Versorgungsgrad als Ziel ausgerufen worden war. "Aktuell liegt er bei 19 bis 20 Prozent, was aber für Rüsselsheim durchaus auskömmlich ist", erläuterte Grieser, der die Zahl der hier zur Verfügung stehenden Plätze mit 449 bezifferte. Für die ausgerufenen 35 Prozent fehlten noch 343 weitere Plätze. Gut 2260 anspruchsberechtigte Kinder gebe es derzeit in der Opelstadt.

Happige Gebühren für Krippenplätze

"Im Betreuungsjahr 2021/2022 können noch weitere 24 Plätze durch die Inbetriebnahme der Kita Eisenstraße durch einen freien Träger zur Verfügung gestellt werden", so Grieser. Die aktuell nicht zur Verfügung stehenden 20 Plätze in der Kita August-Bebel-Straße können laut Grieser im Betreuungsjahr 2021/2022 wieder belegt werden, eventuell durch einen freien Träger. Die Gebühren für die Krippenbetreuung bezeichnete der Sozialdezernent als "recht happig". Er sieht zu diesem Thema aber auch das Land Hessen in der finanziellen Pflicht.

Bei den Kindertagesstätten, also den Drei- bis Sechsjährigen, liege die Versorgungsquote bei 82 Prozent bei 3084 anspruchsberechtigten Kindern und 2536 Betreuungsplätzen in städtischer, konfessioneller und freier Trägerschaft. Die Versorgung sollte bis Sommer 2022 auf 84 Prozent steigen, erwartet das Sozialdezernat. Mit dem Neubau der Kita Berliner Straße durch die Gewobau und der Anmietung der Kita Eisenstraße kämen noch 120 Plätze zu, wodurch die Quote auf 88 Prozent erhöht werden könnte.

"Die 100-Prozent-Quote ist weiterhin das Ziel", bekräftigte Grieser dazu. Dass derzeit 368 Plätze fehlen, sei ein unbefriedigender Zustand. Aber es gebe einige Projekte in den kommenden Jahren, die zur weiteren Erhöhung der Versorgungsquote beitragen sollten.

Grieser nannte als ein Beispiel den Standort Paul-Hessemer-Straße, wo ein städtisches Grundstück mit einer neuen Kita bebaut werden soll. Dasselbe gilt für den Standort Hessenring 97, wo ebenfalls eine neue Kita errichtet werden soll. Die zunächst auf fünf Jahre befristete Kita Danziger Anlage soll nach Auskunft des Bürgermeisters zunächst weiter betrieben werden.

Im bald zu Ende gehenden Schuljahr 2020/2021 stehen laut zugehöriger Vorlage 1184 Plätze in Betreuungsschulen und in Horteinrichtungen in städtischer Trägerschaft sowie bei Fördervereinen beziehungsweise an Grundschulen zur Verfügung. Das entspreche einer Versorgungsquote von 42 Prozent. Von diesen 1184 Plätzen waren im Februar 1053 belegt, was letztlich 38 Prozent entspricht. Diese Differenz sei den Auswirkungen der Corona-Pandemie geschuldet.

Lokale Differenzen ausgleichen

Grieser spricht jedoch von einer 100-prozentigen Versorgung aller Schüler, die offiziell einen Bedarf attestiert bekommen haben. Sein Dezernat will jetzt schon darauf hinarbeiten, dass der Kreis der berechtigten Kinder erweitert werden soll. Hintergrund sei, dass von 2026 an ein Rechtsanspruch auf Hortbetreuung einsetzen werde. "Wir können also mit einem massiven Ausbau von Betreuungsplätzen an den Grundschulen erwarten."

Was Grieser auch wichtig ist: Die lokalen Unterschiede in der Versorgung sollen angeglichen werden. "In Bauschheim haben wir beispielsweise eine 50-prozentige Versorgung, im Dicken Busch aber nur eine 20-prozentige."

Die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, in der das Thema Kinderbetreuung auf der Tagesordnung steht, findet am 24. Juni statt. Vorher beschäftigen sich der Sozialausschuss am 8. Juni und der Schulausschuss am 9. Juni damit. Ralph Keim

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