Ursula Metz ist nach fünf Jahren Pause wieder zurück in der Kommunalpolitik. Als Stadträtin möchte sie sich für kulturelle und soziale Themen in der Stadt stark machen. Foto: Dorothea Ittmann
+
Ursula Metz ist nach fünf Jahren Pause wieder zurück in der Kommunalpolitik. Als Stadträtin möchte sie sich für kulturelle und soziale Themen in der Stadt stark machen.

Porträt

Die Stadträtin

  • Dorothea Ittmann
    VonDorothea Ittmann
    schließen

Viele Familienmitglieder waren oder sind politisch aktiv: Dass Ursula Metz mit 67 aber selbst noch einmal für die CDU in den Ring steigt, war bis vor kurzem gar nicht so selbstverständlich. Die Wahl hat sie überzeugt: "Dann hat's mich gepackt."

Rüsselsheim -Ursula Metz ist neue Stadträtin und als solche Teil des neunköpfigen Magistrats in Rüsselsheim. Dass sie überraschenderweise die einzige Frau in dem Gremium ist, mache ihr nichts aus. Schließlich müsse jede Frau ihren Mann stehen, findet sie.

Die erste Magistratssitzung sei von Kollegialität bestimmt gewesen. Und so möchte die Rüsselsheimerin gerne ihre Zeit als ehrenamtliche Stadträtin verbringen - in konstruktiven Gesprächen über parteipolitische Grenzen hinweg.

Viele Familienmitglieder waren und sind bei der CDU politisch aktiv. "Man könnte sagen, es ist eine Familientradition", sagt Ursula Metz, die über ihren mittlerweile verstorbenen Mann Norbert Metz das politische Geschehen kennen und schätzen lernte.

In den 1980er Jahren bekleidete Norbert Metz verschiedenste Ämter - Stadtverordneter in Rüsselsheim, Vorstandsmitglied bei der CDU Rüsselsheim, später Mitglied im Vorstand der Kreis-CDU sowie Geschäftsführer der Kreistagsfraktion.

Die beiden Söhne Andreas und Matthias Metz traten in die Fußstapfen ihres Vaters. Matthias Metz wurde in dieser Wahlperiode zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und zum stellvertretenden Stadtverordnetenvorstehers gewählt.

Dass die 67-Jährige noch einmal kommunalpolitisch in den Ring steigt, hätte sie noch vor einem Jahr nicht gedacht. Ursula Metz hatte elf Jahre lang (2005 - 2016) als Stadtverordnete der Rüsselsheimer CDU die Interessen ihrer Wählerschaft vertreten, zunächst als Nachrückerin, dann als gewähltes Mitglied. Danach zog sie sich aus dem politischen Leben zurück und kümmerte sich um ihren schwerkranken Ehemann, der im August 2018 starb.

Zunächst abgelehnt

Eineinhalb Jahre später der unerwartete Tod ihres ältesten Sohnes Andreas, der mit 44 Jahren aus dem Leben schied. Eigentlich habe sie sich nicht mehr politisch engagieren wollen, sagt Ursula Metz.

Als ihr Sohn Matthias sie dann aber fragte, ob sie sich vorstellen könne, für die CDU in der Kommunalwahl 2021 zu kandidieren, habe sie zunächst abgelehnt, sich dann aber entschieden, ihren Namen auf Listenplatz 11 setzen zu lassen.

Mit einer Wahl in die Stadtverordnetenversammlung habe sie allerdings nicht gerechnet, gesteht sie. "Dann hat's mich gepackt", sagt Ursula Metz mit Elan in der Stimme.

Bei der konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Ende April ließ sich die Rüsselsheimerin für die Wahl der ehrenamtlichen Mitglieder des Magistrats aufstellen und sitzt nun gemeinsam mit ihrem Parteikollegen Borislaw Fistric im Gremium.

Wahrscheinlich werde sie als einzige Frau im Magistrat den Vorsitz in der Frauenkammer übernehmen. Ihre Vorgängerin Renate Meixner-Römer (SPD) hatte diesen in den vergangenen fünf Jahren geführt.

Ein wenig bedauere sie es, dass die langjährige Stadtverordnete und frühere Stadträtin nicht den Sprung in den Magistrat geschafft hat. Meixner-Römer sei eine sehr kompetente Kommunalpolitikerin, zollt ihr Ursula Metz Respekt.

Der 67-Jährigen liegen einige Themen am Herzen, für die sie sich als Stadträtin einsetzen möchte. Ihr ehrenamtliches Engagement bei der Schwarzen Elf, im Förderverein der Seniorenresidenz "Haus im Ostpark" und bei der Tafel Rüsselsheim haben ihr Interesse am kulturellen und sozialen Geschehen in Rüsselsheim geprägt. "Ich bin eine Fassenachterin mit Leib und Seele", sagt Metz schmunzelnd. Seit mehr als 48 Jahren ist sie im Club Teil des närrischen Vereinslebens - zwölf Jahre lang als Vorsitzende hinter der Bühne und mit ihrem Mann in der Bütt.

Als früheres Mitglied im Förderverein der Seniorenresidenz "Haus im Ostpark", wo ihr Mann einige Zeit lang gepflegt worden war, sei ihr die Situation alleinlebender älterer Menschen wichtig geworden. Mehrgenerationenhäuser dienten den Senioren als Ort der Begegnung und förderten das nachbarschaftliche Miteinander, ist Metz überzeugt.

Lärmbelästigung am Hotel Adler

Außerdem möchte sie sich für den Erhalt der Veranstaltungsstätte Hotel Adler in der Frankfurter Straße einsetzen. Ihr sei zu Ohren gekommen, dass das Feiern im großen Saal wegen Lärmbelästigung der Nachbarn von der Stadt Rüsselsheim verboten wurde. Dabei sei der Adlerpalast für viele Vereine eine geschätzte Adresse. Die Schwarze Elf habe in den Räumlichkeiten immer Fastnacht gefeiert, merkt Metz an.

Zurzeit besuche sie die Fachausschüsse im Ratssaal, um sich ein Bild von den Fraktionen und ihren Positionen zu machen. Die vielen kleineren Listen im Parlament erschwerten die Mehrheitsfindung. "Die parlamentarische Arbeit wird sehr interessant", blickt Ursula Metz gespannt auf die nächsten fünf Jahre als Stadträtin.

Ursula Metz ist erfreut darüber, dass sich die Rüsselsheimer CDU durch die Kommunalwahl verbessern konnte. Dennoch mahnt sie zur Vorsicht.

"Die CDU muss aufpassen, dass sie nicht abrutscht", sagt Metz mit Blick auf die SPD. Die Politik der Volksparteien auf Bundes- und Länderebene sollte nicht einfach übernommen werden.

Wichtiger sei es, ein Ohr am Puls der Stadt zu haben und die Meinung der Bürger zu hören. "Wir müssen mehr auf die Menschen zugehen", findet Ursula Metz, die über Parteigrenzen hinweg für die Sorgen und Nöte aller ein offenes Ohr haben will, wie sie betont. dit

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare