Dirt Jam

Dirt- und BMX-Fahrer messen sich im Stadtwerke-Park

Jugendliche Dirt- und BMX-Fahrer trafen sich zum Dirt Jam auf dem Stadtwerke-Park, um ihr Können unter Beweis zu stellen. In den Kategorien Amateure und Professionals gingen sie am Freitag, bestaunt von vielen Fans des Sports, an den Start.

Laut hallt die elektronisch verstärkte Stimme des Ansagers durch den Wald. Im Hintergrund ist Van Halens Hit „Jump“ zu hören. Das passt bestens. Denn auf dem Dirt-Park in der Nähe des Kletterparks und Biergartens im Ostpark fliegen die Fahrer auf ihren Bikes durch die Luft.

Seit 2012 gibt es die aus unterschiedlich hohen Erdhügeln bestehende Anlage, auf der eine Gruppe Jugendlicher regelmäßig ihre oft tollkühn anmutenden Sprünge trainiert. Mitarbeiter der Jugendförderung sorgen während des Dirt Jams mit Würstchen und Getränke für das leibliche Wohl.

Überall liegen BMX-Fahrräder herum. Viele, die den Sport mögen, stehen am Waldrand und feuern die Fahrer an. Einige gehen später selbst an den Start. Bei den Amateuren sind es 19. Die Professionals fahren zu acht um den Sieg. „Das sind die, die schon die ganz schwierigen Sprünge draufhaben“, erklärt einer der jungen Fahrer und beobachtet mit Respekt im Blick die Könner. „Three Sixty“ und „Backflip“, letzteres ein Rückwärtssalto, werden die speziellen Sprünge genannt. Bei den Helmen wird zwischen „Fullface“ und „Halbschale“ unterschieden. Die Sportart hat ihre ganz eigene Sprache.

Luca Eckhardt ist einer von den Professionals. Anfang des Jahres hat er sich auf dem Dirt-Park das Schlüsselbein gebrochen. Die Narben sind noch deutlich zu sehen. „Das Risiko fährt immer mit“, sagt der 16-jährige. Statt durch den Sturz eingeschüchtert zu sein, trainierte er jedoch weiter, als sei nichts gewesen. Drei bis vier Mal in der Woche ist er auf der Strecke. Er liebt und praktiziert den Sport bereits seit acht Jahren. „Meine Eltern fahren beide Motocross“, sagt er und erklärt so sein Faible für den Sport auf zwei Rädern. Als sein Bruder Mica mit einem Dirt-Bike zu trainieren begann, machte er auch mit. Seither gehören die Brüder zum festen Kreis der rund 20 Mitglieder zählenden Gruppe, die den Dirt-Park nutzen und pflegen. Auch am Stadion in Rüsselsheim gebe es eine Strecke, auf der man fahren könne.

Wie vielseitig die beiden Brüder bei der Dirt Jam-Veranstaltung unterwegs sind, wird deutlich, wenn sie – gerade eben mit einem hohem Sprung die Hügel zurückgelegt – direkt zum Mikrofon greifen, um die Geschehnisse zu moderieren, und später auch noch bei der Auswertung mithelfen. Die Pokale, die den Siegern überreicht werden, sind schließlich auch selbst gemacht.

Welchen Sprung Luca bei einem Lauf macht, entscheidet er während der Fahrt. Da muss der Wind, die äußeren Umstände, seine Geschwindigkeit und seine körperliche Kondition stimmen, um das Maximum hinzulegen. Dabei bevorzugt es Luca, mit der Halbschale zu fahren. Denn ein Fullface-Helm schützt zwar auch den unteren Gesichtsbereich besser, schränkt jedoch seine Sicht auf das Bike und seine Beine ein.

Wer den Sport betreiben möchte, sollte es nie mit einem normalen Straßenfahrrad versuchen, rät der erfahrene Profi. Ein BMX-Rad mit 20 Zoll Laufrädern sei bestens für den Anfang geeignet. Davon, solch ein Rad in einem Supermarkt zu erstehen, rät er allerdings ab. Da sollte man zum Fachmann gehen. Rund 300 Euro kostet so ein Bike. Aber dann gäbe es auch noch die Schutzausrüstung, die auf jeden Fall dabei sein muss. Knie- und Schienbeinschutz, sowie einen Helm trägt sogar er als Profi immer beim Fahren. Das würde dann noch mal rund 80 Euro kosten. Immer dienstags ab 16.30 Uhr sind die Brüder mit Gleichgesinnten am Dirt-Park beim Training. Wenn das Wetter mitspielt auch an anderen Tagen. Und wie sieht das Ziel des jungen Mannes aus? Meisterschaften gewinnen? Berühmt werden? Die Antwort ist einfach, realistisch und kein bisschen hochtrabend. Luca sagt: „Gesund bleiben und Spaß mit Freunden haben.“ So denkt einer, der für andere ein Vorbild sein will.

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