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Abteilungsgründer Thomas Klingenschmitt (links) mit dem aktuellen Vorsitzenden der Badmintonspieler, Tobias Frosch.

Thomas Klingenschmitt lässt Geschichte der Abteilung Revue passieren

Drei Jahrzehnte Badminton beim TSV

Die Badmintonabteilung des TSV Raunheim bewältigte ein straffes Programm. Am Samstagachmittag stand beim Heimspiel in der Anne-Frank-Schule gegen den Frankfurter Badminton Club der Sport im Fokus. Am Abend rückte bei der Feier zum 30-jährigen Bestehen im Martin-Luther-Haus das Festliche in den Mittelpunkt. Mittendrin: Thomas Klingenschmitt, der Gründer der Abteilung.

Weil eine Halle in Rüsselsheim nicht genügend Badminton-Felder hatte, setzte sich Thomas Klingenschmitt mit dem damaligen Vorsitzenden des Raunheimer Turn- und Sportvereins, Horst Bleidner, in Verbindung. Daraufhin erhielten er und seine Mitstreiter über den Verein Zeiten in der Sporthalle der Anne-Frank-Schule. Zwei Wochen nach dem ersten Training trafen sich bereits 24 Spieler im Mai 1986 zur Gründungsversammlung. Klingenschmitt wurde der erste Abteilungsvorsitzende.

„Badminton wurde damals noch gar nicht so lange in Deutschland gespielt“, blickt er zurück. Auch wenn es in den 1970ern einen Boom gab, ein richtiger Trendsport sei Badminton nie gewesen. Klingenschmitt zufolge lag das an mangelnder Präsenz im Fernsehen. In Raunheim lockte der Rückschlagsport aber durchaus einige Menschen an. Fünf Monate nach der Gründung zählte die Abteilung bereits rund 70 Mitglieder. Vier Jahre später waren es 150.

Die Abteilung war auch sportlich erfolgreich. Anfang der 90er Jahre nahm die Jugendmannschaft drei Mal an den Deutschen Meisterschaften teil. Bei den Aktiven holte der TSV im Einzel und im Doppel alle Titel auf Bezirksebene.

Der Wettkampfsport Badminton darf übrigens nicht mit dem Freizeitsport Federball verwechselt werden, obwohl durchaus Ähnlichkeiten zu erkennen sind. Klingenschmitt machte aber deutlich: „Mit Federball hat Badminton nichts zu tun.“ Denn beim Federball spielen sich die Partner den Ball zu und bemühen sich, ihn möglichst lange in der Luft zu halten. „Beim Badminton sollte der Ball schnellstmöglich auf dem Boden liegen“, sagt Klingen-schmitt schmunzelnd.

Badminton habe auch etwas von Schach. Der Spieler müsse vorausschauen, früh die Strategie des Gegners erkennen. Für das Spiel sei eine Kombination aus Kondition und Aufmerksamkeit aber auch Geschick notwendig. „Man kann nicht einfach nur draufhauen“, betont Klingenschmitt.

Er selbst verabschiedete sich nach zwölf Jahren von der Abteilung und baute beim TV Wicker die Badmintonabteilung auf. Die Geselligkeit habe nachgelassen und er habe eine neue Herausforderung gesucht.

Seit 2015 ist Tobias Frosch Vorsitzender der Badmintonspieler. Der 25-Jährige kam vor zehn Jahren über einen Freund in die Abteilung. Die zählt aktuell rund 100 Mitglieder, darunter befinden sich etwa 50 Aktive. Die Hälfte davon sind Schüler und Jugendliche.

Mit Blick auf die Situation anderer Vereine in der Region sei die Abteilung mit den Zahlen zufrieden – gerade beim Nachwuchs. Denn bei Turnieren bemerkten die Raunheimer, dass es bei anderen Vereinen „richtig mau“ bei den Aktiven aussieht. Ob Badminton eine Trendsportart ist, vermag Tobias Frosch nicht zu beurteilen. Für ihn ist Badminton jedenfalls eine Randsportart, die durch die Olympischen Spiele im Sommer einen Aufwind erlebt habe. Die Kombination von Individualsport und Mannschaftssport ist für ihn der große Reiz. Hinzu kommt die hohe Geschwindigkeit. „Im Spitzenbereich ist der Ball bis zu 500 Stundenkilometer schnell“, erzählt der Vorsitzende der Abteilung begeistert.

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