Öffentlichkeitsarbeit

Drei junge Frauen sprechen für die Opelvillen

„KKK“: Künstlerbeistand, Kinderpädagogik, Kommunikation – das sind drei Kernbegriffe kommunikativer Aufgaben der Opelvillen, die Kuratorin Beate Kemfert einem jungen Trio überträgt: Kelly Sue Roßmann (23), Anika Klier (25) und Samira Idrisu (26).

Mit antiquiert weiblicher Sozialisation – Kinder-Küche-Kirche – haben die drei „K’s“ der Opelvillen nichts gemein: Zwei Studentinnen und eine Ex-Studentin sind hier als Künstlerbeistand sowie für Kinderpädagogik und Kommunikation zuständig.

Als Teilzeitkräfte im Ausstellungshaus, in dem sie sich anfangs nur um ein Praktikum während des Studiums beworben hatten, arbeiten sie mit großer Begeisterung. „Ich kam Sommer 2017 in die Opelvillen, studiere Kunstgeschichte. Die Opelvillen sind ein reizvoller Lern- und Arbeitsort, denn es ist ein kleines Haus, in dem sich in enger Verzahnung der Aufgaben viele Einblicke bieten“, sagt Kelly Sue Roßmann.

Sie ist Ansprechpartnerin für die Künstler in Schleuse und Labor, die hier in thematischer Verknüpfung zur Hauptausstellung eigene Arbeiten präsentieren oder die das Labor als Werkstatt nutzen. „Hinzu kommen die aufregenden Vernissagen in der Schleuse, zu denen ich jeweils eine Einführung gebe. Außerdem begrüße, betreue und verabschiede ich die Künstler im Labor“, erzählt Roßmann.

Letztes Jahr habe es jeweils gut 40 Bewerbungen künstlerischen Nachwuchses für jeden der beiden Bereiche gegeben, weiß sie. Erstmals werde daher jetzt ein Opelvillen-Sommerfest (29. Juli) vorbereitet, um dabei vielen Talenten die Möglichkeit zu bieten, an diesem Tag auszustellen“, so Roßmann.

Die letzte Entscheidung, wer in der Schleuse ausstellt, obliege Frau Doktor Kemfert und Renate Sajnovits, der Vorsitzenden der Künstlervereinigung Malkasten, berichtet die 23-Jährige. Sie selbst aber gewinne spannende Einblick, speichere und sortiere Bewerbungen und drucke Portfolios aus. „Mitzuerleben, nach welchen Kriterien entschieden wird, ist interessant.“

Schon immer sei es die Theorie hinter der Kunst gewesen, die sie fasziniert habe, sagt Roßmann. Künstler persönlich kennenzulernen – so etwa bei der Ausstellung der Fotografen der DDR-Zeitschrift „Sibylle“ oder bei der Begrüßung fürs Labor – sei immer ein bereicherndes Erlebnis. Jetzt ziehe mit Anna Nero erneut eine junge Künstlerin für einige Wochen ins Labor ein. „Ich freue mich auf sie“, verrät Roßmann.

Die zweite junge Frau im Opelvillen-Trio ist Anika Klier, die nach Germanistik- und Kunstgeschichtsstudium in Mainz jetzt in Frankfurt im Schwerpunkt Deutsche Literatur ihre Masterarbeit schreibt. „Presse-´und Öffentlichkeitsarbeit in den Opelvillen beinhalten Kommunikations- und Sprachvermögen sowie Kunstgeschichte. Das ist für mich maßgeschneidert“, meint Klier.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit in den Opelvillen sei die Pflege der Kommunikationsforen im Internet: „Es geht um den Spagat zwischen renommiertem Ausstellungshaus und Kontakt zum jungen Publikum“, erklärt sie. Aber auch den Museumsshop auszugestalten, Marketing, Plakatierung und Erstellung von „Flyern“ gehöre dazu. „Es ist ein begeisterndes Gesamtpaket “, so Klier. In der „heißen Phase“ des Aufbaus einer Ausstellung sei die Spannung im Haus in jeder Ecke greifbar. „Es ist eine inspirierende Atmosphäre – zum Arbeiten und zum Lernen.“

Samira Idrisu (26) schließlich ist seit 2016 für die kunstpädagogische Vermittlung in den Opelvillen zuständig. „Seit März habe ich mein Kunstpädagogik-Studium abgeschlossen, bleibe aber weiterhin noch in Teilzeit hier. Ich mag die Arbeit in den Opelvillen, denn ich bin gefordert, mir immer neu etwas zu überlegen, um künstlerische Inhalte verschiedensten Gruppen nahezubringen – Kindern, alten Menschen und auch dementiell Erkrankten.“

Passende Sprache und

kreative Ansätze der Beschäftigung mit Kunst seien dabei gefragt. „Menschen vieler Kulturen und aller Bildungsschichten zu erreichen – das macht die Opelvillen für mich zu einem reizvollen Arbeitsplatz“, sagt die 26-Jährige.

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