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Auf diesem Gelände in der Kelsterbacher Straße sollen bald Flüchtlinge wohnen.

Räume werden gemietet

Ehemalige Pension wird zur Unterkunft

Schon vor Monaten kamen die ersten Gerüchte auf. Seit gestern steht fest: In der Kelsterbacher Straße werden bald 68 Flüchtlinge wohnen. Ein privater Investor hat das Gelände gekauft und will die Unterkunft Anfang des Jahres in Betrieb nehmen.

Seit Monaten brodelt in Raunheim die Gerüchteküche. Dass die frühere Pension Bemmert in der Kelsterbacher Straße als Flüchtlingswohnheim im Gespräch ist, dürften viele Bürger schon gehört haben. Nach langen Verhandlungen und so mancher Verzögerung steht jetzt fest: Der Kreis wird die Räume als Unterkünfte für Asylbewerber mieten. Diese Entscheidung hat der Kreisausschuss, das oberste Gremium des Kreises Groß-Gerau, gestern Morgen getroffen. Wie Kreis-Sprecher Jochem Kahl dem ECHO bestätigte, werden in die Räume der früheren Pension in der Kelsterbacher Straße 76a und 82 nun bald 68 Flüchtlinge einziehen.

Die Pension stand schon länger zum Verkauf. Der Käufer, die Projektgesellschaft Raunheim IFS, will die Gebäude (wie schon berichtet) zum Flüchtlingswohnheim umfunktionieren und die Unterkunft auch selbst betreiben. Laut Geschäftsführer Peter Dill müsse noch einiges umgebaut werden, was noch einige Zeit in Anspruch nehme. Außerdem müsse die frühere Eigentümerin, die zurzeit noch auf dem Grundstück wohne, erst einmal eine neue Bleibe finden und umziehen. Bei den Bauarbeiten handele es sich in erster Linie um Maßnahmen, die den Brandschutz betreffen. Andere Arbeiten, wie das Einbauen einer weiteren Küche, könne man unter Umständen begleitend vornehmen. „Ursprünglich wollten wir die Unterkunft zum 1. Januar fertiggestellt haben. Ob das jetzt noch gelingt, kann ich nicht sagen“, sagte Dill mit Blick auf den mittlerweile engen Zeitplan. Der Mietvertrag mit dem Kreis sei für zehn Jahre geschlossen worden.

Angesichts der Bedenken einiger Anwohner verweist der Unternehmer einmal mehr auf seine Erfahrung. Mit seiner Aschaffenburger Firma, der IFS Immobilien, Finanzierungen, Service GmbH, betreibt er acht Flüchtlingsunterkünfte im Nürnberger Raum und in Unterfranken. Die erste sei vor zwei Jahren eröffnet worden.

Auch für das Flüchtlingsheim in Raunheim gibt es Pläne. „Wir werden einen syrischen Mitarbeiter einstellen, um die Sprachbarrieren zu überwinden, und einen Hausmeisterdienst wird es auch geben“, sagte der Geschäftsführer. Beide Mitarbeiter sollen regelmäßig vor Ort und auch im Notfall erreichbar sein. Für die Betreuung der Menschen sei außerdem ein Sozialarbeiter der Caritas zuständig. Möglicherweise werde auf dem Außengelände ein Spielplatz für Kinder angelegt. „Wenn Interesse besteht, stehe ich für Fragen gerne zur Verfügung“, sagte Dill. ain

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