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Fahrrad-Check

Sicher durch den Winter

Ehrenamtliche machen Räder von Geflüchteten fit für den Winter

Viele Initiativen haben sich in den vergangenen Jahren gegründet, um die Integration der Geflüchteten in Rüsselsheim zu unterstützen. Eine davon ist die Fahrradwerkstatt in der Bonhoeffer-Gemeinde in Haßloch-Nord.

Zur heutigen Sonderaktion ist das Helferteam der Fahrradwerkstatt in der Bonhoeffer-Gemeinde vollzählig angetreten. Andrea Schließmann, zuständig für die Organisation des Betriebs der Werkstatt, begrüßt gerade den ersten Hilfesuchenden. Horst Pötzl, Olaf Preuß, Claus-Dieter Dudel und Gernot Scherer sind gut vorbereitet. Der Bremsen- und der Lichtcheck stehen heute im Mittelpunkt, schließlich sollen ihre Schützlinge auch bei Dunkelheit und auf glatten Straßen sicher auf ihren zwei Rädern unterwegs ein.

Und auch und Brigitte Herrberger, Netzwerkkoordinatorin Flüchtlingshilfe der Stadt, und ihr Kollege Christian Mayer vom Fachbereich Soziales und Gesundheit nutzen die Gelegenheit, bei einem ihrer vielen Projekte vorbeizuschauen.

Seit etwas mehr als drei Jahren hat die Fahrradwerkstatt in der Kirchengemeinde jeden Freitag von 16 Uhr an geöffnet. „Anfangs ging es mehr darum, Fahrräder aufzubereiten, jetzt sind Reparaturen die Hauptarbeit“, berichtet Horst Pötzl.

„Wir müssen keine Werbung machen, meist ist hier mehr los, als wir bewältigen können“, sagt er. Das Angebot werde gut angenommen. Am schlimmsten, berichtet Pötzl, seien immer die Tage nach der Fahrradversteigerung der Stadt. „Dann kommen die Leute mit Rädern, die Totalschäden sind, und denken, wir können die ganz einfach wieder zum Laufen bringen“, erläutert er. Räder ohne Radlager und Ketten oder mit Ritzelschäden seien da keine Seltenheit.

Die Werkstatt brauche Hinterräder, aber jedes gespendete Fahrrad sei eine Hilfe. Was nicht mehr flott zu machen sei, könne noch als Ersatzteillager gute Dienste leisten.

Schwierig könnte in naher Zukunft die Lagerung der Räder werden, da im Frühjahr die derzeit genutzten Räume in der Kirchengemeinde abgerissen werden. „Wir suchen ganz dringend ein Ausweichquartier“, berichtet Brigitte Herrberger. Alle Kirchen, die Gewobau und auch die Schulen seien angeschrieben.

Mitstreiter Gernot Scherer hat das Fahrrad von Amin Deymu in Augenschein genommen. Der junge Mann aus Äthiopien lebt schon gut vier Jahre in Deutschland. „Ich komme immer her, wenn ich ein Problem mit dem Rad habe“, berichtet er. Er fahre viel mit seinem Fahrrad, zum einen als sportliche Betätigung, aber auch, um zur Schule oder zum Einkaufen zu kommen.

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